Komiker Jerry Lewis starb 91-jährig in Las Vegas
Der König der Grimasse

Münster/Las Vegas -

Jerry Lewis begeisterte die einen mit seinen Grimassen, die anderen lehnten ihn als kindisch ab. Der Komiker ist am Sonntag nach Angaben seiner Familie in seinem Haus in Las Vegas im Alter von 91 Jahren gestorben. Das berichtete als Erster John Katsilometes, Kolumnist des „The Las Vegas Review Journal“.

Montag, 21.08.2017, 08:08 Uhr

Der Komiker Jerry Lewis stand vor unter hinter der Kamera. Ob bei Proben zu einer Galaveranstaltung in der Schweiz im Mai 1976 (großes Bild), im „Agentenschreck“ von 1955 (kl. Bild oben) oder mit Dean Martin.
Der Komiker Jerry Lewis stand vor unter hinter der Kamera. Ob bei Proben zu einer Galaveranstaltung in der Schweiz im Mai 1976 (großes Bild), im „Agentenschreck“ von 1955 (kl. Bild oben) oder mit Dean Martin. Foto: dpa

Jerry Lewis wurde am 16. März 1926 in Newark (USA) geboren. Er gab in seiner Autobiografie an, sein Vorname sei Joseph, doch Shawn Levy, Autor einer Biografie, grub eine Geburtsurkunde aus, auf der der Name Jerome vermerkt ist. Unter dem Rufnamen Jerry erlangte der Mann mit den verrückten Gesichtsausdrücken jedenfalls Weltruhm als Film- und Fernsehschauspieler.

Seine Eltern Danny und Rae Levitch waren Entertainer – der Vater sang und tanzte, die Mutter spielte Klavier. Sie nannten sich Lewis. Der junge Jerry fand das Unterrichtsangebot in der Union Avenue School in Irvington (New Jersey) wohl nicht so prickelnd, berichten mehrere Biografen. Also organisierte er lieber mit und für seine Schulkameraden eine Unterhaltungsshow.

Als 16-Jähriger verließ er die Schule, tingelte durch Clubs und Hotels. Dann traf er 1945 in New York Dean Martin – damals ein vielversprechender junger Schnulzensänger aus Ohio. Der hektische dünne Komiker und der gut aussehende, selbstsichere Sänger ergänzten sich auf verblüffende Weise – ein Kritiker des Billboard Magazins bescheinigte ihrer improvisierten Komik-Show 1946, dass sie ein Erfolg werden könnte. Als Lewis im Sommer dann ein Engagement in Atlantic City erhielt, überzeugte er den Manager, auch Dean Martin anzustellen. Damit startete die Erfolgsstory des Duos – die 1956 im Streit endete.

Der Grimassen-König Lewis startete eine Solokarriere – er stand am Broadway auf der Bühne, spielte in mehr als 80 Kino- und Fernsehfilmen mit, schrieb Drehbücher und führte auch Regie. Er erlebte Tiefpunkte, kam aber immer wieder zurück.

Als Höhepunkt seines gekonnten Klamauks gilt „Der verrückte Professor“ aus dem Jahr 1963. Sein Lieblingsobjekt, so stellte David Kehr in der „ New York Times “ fest, war sein Alter Ego. Aus der Betrachtung dieses „Subjekts“ habe er ein Spektakel gemacht – durch eine „Sprachkunst, die Erwachsene verstört, Kinder begeistert und postmoderne Kritiker fasziniert“ habe.

Lewis war zum zweiten Mal verheiratet. Er hatte sechs Söhne und eine Tochter. 2009 erhielt er für sein soziales Engagement einen Ehren-Oscar. Zu seinem 90. Geburtstag widmete ihm das renommierte Museum of Modern Art in New York eine Film-Retrospektive.

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