Neujahrsfest
China erwartet das Jahr des Hundes

Um schlechter Luft und Unfällen vorzubeugen, hat Peking Böller und Raketen zum Neujahrsfest verbannt. Nicht jeder ist darüber glücklich. Wie sollen jetzt die bösen Geister vertrieben werden?

Donnerstag, 15.02.2018, 09:02 Uhr

Eine Tanz-Afführung zum chinesischen Neujahrsfest.
Eine Tanz-Afführung zum chinesischen Neujahrsfest. Foto: Luo Xiaoguang

Peking (dpa) -  Aus Angst vor Smog und Unfällen muss Chinas Hauptstadt Peking in diesem Jahr auf Feuerwerk während des Neujahrsfestes verzichten. Hinweisschilder warnten die Pekinger am Donnerstag vor Verstößen gegen das erstmals in diesem Umfang verhängte Verbot.

Lediglich außerhalb des fünften Autobahnringes sind Raketen und Feuerwerk noch gestattet. Nach ihrem traditionellen Mondkalender feiern die Chinesen in der Nacht von Donnerstag auf Freitag (Ortszeit) ins neue Jahr. 

Der übermäßige Gebrauch von Feuerwerk hat Peking, das ohnehin für seine schlechte Luftqualität bekannt ist, in der Vergangenheit immer wieder für Stunden in dichtem Smog versinken lassen. Jedes Jahr gibt es zudem bei Unfällen mit Böllern und Raketen Hunderte Verletzte und einige Tote in dem Land. Auch in anderen Großstädten wie Shanghai und Hangzhou verhängten Behörden Verbote.

Daran gab es jedoch auch Kritik. «Besonders ältere Leute in der Stadt sind gegen das Verbot. Für sie gehört Feuerwerk dazu, weil mit dem Krach die bösen Geister vertrieben werden», sagte der 37-jährige Pekinger Herr Ma. 

Nach dem traditionellen Kalender beginnt am Freitag in China das Jahr des Hundes. Der Hund folgt im chinesischen Tierkreis dem häufig etwas arroganten, aber intelligenten Hahn, der laut Astrologen dafür verantwortlich war, dass 2017 die Wirtschaft boomte. Dagegen bringt der Hund laut chinesischer Astrologen trübe Aussichten mit, vor allem, weil er in diesem Jahr auch noch mit dem Element Erde verbunden ist - eine Kombination die es nur alle 60 Jahre gibt.

In Jahren des Erdhundes neigten Menschen dazu, «an Prinzipien und ihren Standpunkten festzuhalten», sagt der Hongkonger Feng-Shui-Meister Raymond Lo, ein bekannter Experte für die «Lehre vom Wind und Wasser». Es werde deshalb zu «harten Auseinandersetzungen und Zusammenstößen in den internationalen Beziehungen kommen». 

Das Neujahrsfest ist in China der wichtigste Feiertag des Jahres. Es wird durch den Mondkalender bestimmt und fällt jedes Jahr auf ein anderes Datum nach unserem Kalender - in diesem Jahr ist es der 16. Februar. Am Vorabend, dem letzten Tag des alten Jahres, versammelt sich traditionell die ganze Familie zu einem gemeinsamen Essen. Dabei läuft bei vielen im Fernsehen die große Neujahrsgala. 

Hunderte Millionen Chinesen reisen zuvor in der weltweit größten Reisewelle des Jahres über die Feiertage in ihre Heimatstädte. Behörden rechneten über die Festtage und in den Tagen davor und danach mit 389 Millionen Zugreisen sowie 65 Millionen Reisen mit dem Flugzeug. Die Regierung sagte voraus, dass Reisende während des Neujahrsfestes bis zu 476 Milliarden Yuan (61,45 Milliarden Euro) ausgeben werden, ein Anstieg um 12,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit 6,5 Millionen Menschen würden zudem mehr Chinesen über die Feiertage ins Ausland reisen als jemals zuvor.

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