Angst vor der Cholera
Epidemie wütet im Jemen – kaum Gefahr für Deutschland

berlin/Münster -

Im Jemen wütet die Cholera – eine lebensbedrohliche Krankheit, die aus dem Bewusstsein vieler Europäer verschwunden ist. Doch aufgrund der verheerenden Nachrichten aus dem Jemen, wo bislang etwa 3000 Menschen daran starben und eine Million laut Rotem Kreuz infiziert sind, werden hier und da Bedenken laut, dass die Epidemie aus Krisen- oder Kriegsgebieten auch auf Europa herüberschwappen könnte. Durch Helfer, die sich trotz Impfung infiziert haben, oder durch Reisende, die das Bakterium weitertragen.

Freitag, 30.03.2018, 12:03 Uhr

Angst vor der Cholera: Epidemie wütet im Jemen – kaum Gefahr für Deutschland
Patienten liegen am 15.05.2017 mit Verdacht auf Cholera in einem Krankenhaus in Sanaa (Jemen). Foto: dpa (Archivfoto)

Doch die mögliche Gefahr, so ergeben die Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin, droht gar nicht aus dem Jemen. Sondern eher von Reisenden aus dem ferneren Asien. Der einzige Cholera-Fall, der dem Robert-Koch-Institut im Jahr 2016 gemeldet wurde, betraf einen 22-Jährigen, der aus Bangladesch kam. Im Jahr davor wurden drei Fälle verzeichnet, bei denen die Erkrankung aus Indien und von den Philippinen mitgebracht wurde. Im Jahr 2014 reiste eine ungeimpfte 26-Jährige aus dem afrikanischen Ghana ein, die mit dem Bakterium „Vibrio cholerae“ infiziert war. Ein Jahr zuvor wurde die Infektion erneut aus Indien eingeschleppt. In den Statistiken des RKI stehen seit dem Jahr 2001 insgesamt 27 Fälle.

Gravierender Fall im Jahr 2010

Die gravierendsten darunter wurden im Jahr 2010 registriert. Damals reiste eine Familie aus Pakistan in Frankfurt ein, alle vier Kinder waren an Cholera erkrankt. Ein neun Monate altes Mädchen starb, die drei Geschwister überlebten. Es war das erste Mal nach dem Zweiten Weltkrieg, dass ein Mensch in Deutschland an Cholera starb.

Münsterland seit 2001 nicht betroffen

Das Münsterland ist seit 2001 nicht betroffen gewesen, Ostwestfalen schon. 2013 und 2011 wurde jeweils ein Fall aus Bielefeld gemeldet, im vergangenen Jahr war der Landkreis Minden-Lübbecke betroffen.

2018 noch kein einziger Cholera-Kranker in Deutschland verzeichnet

Den Ausbruch einer Epidemie wie in Jemen müsse hierzulande sowieso niemand befürchten, betont RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher. „Die Infizierten sind sehr schnell sehr krank und können nicht mehr weiterreisen.“ Eine Verbreitung des Erregers sei daher so gut wie ausgeschlossen. Wegen der schweren Folgen – Durchfall, Fieber, Erbrechen – kämen die Betroffenen auch schnell in Behandlung und würden isoliert. Eine Verbreitung von Mensch zu Mensch sei außerdem nur „theoretisch denkbar, praktisch aber noch nicht vorgekommen“, erklärt Glasmacher. Und die gute Nachricht des RKI am Schluss lautet: Im Jahr 2018 ist noch kein einziger Cholera-Kranker in Deutschland verzeichnet worden.

Cholera-Erkrankung

Cholera ist eine Infektion des Darms, die durch bakteriell verunreinigte Nahrung oder verschmutztes Wasser übertragen wird. Auslöser ist das Bakterium „Vibrio cholerae“. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Auftreten erster Krankheitszeichen kann bis zu fünf Tage betragen. Die ersten Symptome treten meist nach zwei bis drei Tagen auf. Die Bakterien bilden ein Zellgift, das zu massivem Durchfall und Erbrechen führen kann. Die Erkrankung kann ohne rasche Behandlung zum Tod durch Austrocknung führen. Es gibt Impfungen, die aber nur bei Langzeitaufenthalten in den Risikogebieten – indischer Subkontinent, Afrika und Südamerika – empfohlen werden. Ansonsten sollte streng auf Hygiene und sauberes Wasser geachtet werden.

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