Letzte Chance zur Flucht
Gewaltiger Hurrikan «Florence» rückt an die US-Küste heran

Ein «Monster», ein «Mike-Tyson-Faustschlag» für die Küste: Die Warnungen vor dem Hurrikan «Florence» sind eindringlich. Der Sturm nähert sich unaufhaltsam der Südostküste der USA. Die Zeit, vor dem Unwetter zu flüchten, läuft ab.

Donnerstag, 13.09.2018, 12:55 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 12.09.2018, 20:59 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 13.09.2018, 12:55 Uhr
Hurrikan «Florence», aufgenommen von ESA-Astronaut Alexander Gerst aus der internationalen Raumstation ISS. Der Südosten der USA bereitet sich auf einen besonders starken Hurrikan vor.
Hurrikan «Florence», aufgenommen von ESA-Astronaut Alexander Gerst aus der internationalen Raumstation ISS. Der Südosten der USA bereitet sich auf einen besonders starken Hurrikan vor. Foto: Alexander Gerst

Washington/Miami (dpa) - US-Präsident Donald Trump und Katastrophenschützer haben eindringlich vor dem Hurrikan «Florence» gewarnt, der sich der Südostküste der USA nähert. Die Menschen sollten sich in Sicherheit bringen.

US-Medien sprachen von mehr als einer Million Betroffenen, die die Küstenregion verlassen sollten. «Spielt keine Spielchen mit ihm. Er ist groß», sagte Trump am Mittwoch in einer Video-Botschaft über den Wirbelsturm.

Die US-Katastrophenschutzbehörde FEMA mahnte, es sei der letzte Tag, an dem Evakuierungen noch ungehindert möglich seien. Es sei absehbar, dass der Sturm schwere Schäden anrichten werde. Das Nationale Hurrikan-Zentrum sprach von einer lebensgefährlichen Situation.

Hurrikan «Florence» in den USA

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  • Der Hurrikan «Florence», aufgenommen von ESA-Astronaut Alexander Gerst aus der internationalen Raumstation ISS.

    Foto: ESA/Alexander Gerst/dpa
  • Der Südosten der USA bereitet sich auf einen besonders starken Hurrikan vor.

    Foto: ESA/Alexander Gerst/dpa
  • Am Mittwochmorgen (Ortszeit) bewegte sich «Florence» mit etwa 27 Kilometern pro Stunde weiter auf die Küste der Bundesstaaten North und South Carolina zu.

    Foto: ESA/Alexander Gerst/dpa
  • Einige Anwohner wollen dennoch in ihren verbarrikadierten Häusern ausharren.

    Foto: ESA/Alexander Gerst/dpa
  • USA, Wrightsville Beach: Menschen verbarrikadieren das Oceanic Restaurant in Vorbereitung auf den Hurrikan «Florence». Der Sturm soll Wind bringen, der so schnell ist wie ein Sportwagen. Bretter sollen die Fenster davor schützen.

    Foto: Matt Born/The Star-News/AP//dpa
  • USA, South Carolina, Mt Pleasant: Dale Watson lädt Sandsäcke in seinen Truck, um sich auf den Hurrikan «Florence» vorzubereiten.

    Foto: Richard Ellis/ZUMA Wire/dpa
  • USA, Conway: Polizisten und Mitglieder der Nationalgarde lenken den Verkehr auf dem Highway 501.

    Foto: Sean Rayford/AP/dpa
  • USA, Suttontown: Autos fahren auf der I-40 in Richtung Westen, während die Gegenfahrbahn autofrei ist. Hurrikan «Florence» nähert sich der US-Ostküste und bringt extremen Wind und lebensbedrohliche Sturmfluten. Hunderttausende sind aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen.

    Foto: Chuck Liddy/The News & Observer/AP/dpa
  • USA, Myrtle Beach: Eine verbarrikadierte Filiale der Motorrad-Marke «Harley Davidson» in der Nähe der Stadt Myrtle Beach im US-Bundesstaat South Carolina.

    Foto: Maren Hennemuth/dpa
  • USA, Conway: Ed Coddington (2.v.r) und seine Frau Esther warten gemeinsam mit Markia McCleod (hinten), ihrer Tante Ernestine McCleod und ihrer Tochter Keymoni in einer Notunterstand auf das Ende von Hurrikan «Florence», nachdem sie aus ihren Häusern evakuiert wurden.

    Foto: David Goldman/AP/dpa
  • USA, Conway: Vickie Grate (l) wartet in einer Notunterkunft mit ihrem Sohn Chris (M) und dessen Freundin Sarah auf das Ende von Hurrikan «Florence», nach dem sie aus ihren Häusern evakuiert wurden.

    Foto: David Goldman/AP/dpa
  • USA, Atlantic Beach: Menschen stehen an einem Strand während der Hurrikan «Florence» etwas schwächer wird.

    Foto: Travis Long/Raleigh News & Observer/ZUMA/dpa
  • USA, Pawley Island: Errol Thomas verbarrikadiert ein Fenster seines Hauses in der Nähe von Charleston. Die Menschen an der Küste des Bundesstaates rüsten sich für Hurrikan «Florence».

    Foto: Maren Hennemuth/dpa
  • USA, Isle Of Palms: Ein Junge rennt bei Sonnenuntergang an einem Strand während der Hurrikan «Florence» etwas schwächer wird.

    Foto: Mic Smith/AP/dpa
  • USA, Atlantic Beach: Andrew Lingle geht bei Sonnenaufgang am Strand entlang und schaut gen Himmel. Hurrikan «Florence» nähert sich der US-Ostküste und bringt extremen Wind und lebensbedrohliche Sturmfluten.

    Foto: David Goldman/AP/dpa
  • USA, South Carolina, Isle Of Palms: Anwohner füllen Sandsäcke auf dem Gemeindegelände, wo die Stadt in Vorbereitung auf den Hurrikan «Florence» kostenlos Sand zur Verfügung stellt.

    Foto: Mic Smith/FR2 AP/dpa
  • USA, Morehead City: Russell Meadows (l) hilft seinem Nachbarn Rob Muller dessen Haus vor Hurrikan «Florence» zu sichern.

    Foto: David Goldman/AP/dpa
  • SA, Morehead City: Emmett West zieht sein Boot von einem nahe gelegenen Yachthafen, um es in seinem Haus vor Hurrikan «Florence» in Sicherheit zu bringen.

    Foto: David Goldman/AP/dpa
  • USA, Wrightsville Beach: Ashley DeGroote (l) und ihr Ehemann Jeff DeGroote entfernen die Markise am South End Surf Shop in Vorbereitung auf den Hurrikan «Florence».

    Foto: Matt Born/The Star-News/AP/dpa
  • Diese von der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) herausgegebene Satellitenbild vom 11. September 2018 zeigt den Hurrikan «Florence», der die Ostküste der USA bedroht.

    Foto: Uncredited/NOAA/AP/dpa
  • USA, Wilmington: Menschen kaufen Vorräte in einem Supermarkt ein.

    Foto: Ken Blevins/The Star-News/AP/dpa

«Florence» war in den vergangenen Tagen zu einem Hurrikan der Stärke 4 angewachsen - mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 220 Kilometern pro Stunde. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich der Sturm zu einem Hurrikan der Stärke 5 entwickeln könnte. Diese höchste Kategorie gilt ab Windgeschwindigkeiten von mehr als 250 Kilometern pro Stunde.

Der Wirbelsturm selbst bewegt sich dagegen nur langsam vorwärts - zuletzt mit etwa 28 Kilometern pro Stunde. Erst zwischen Donnerstagabend und Freitagmorgen (Ortszeit) soll er auf die Südostküste der USA treffen. In der Schneise des Hurrikans liegen vor allem die US-Bundesstaaten North Carolina und South Carolina, weiter nördlich auch Virginia. Meteorologen sagten zuletzt aber voraus, der Hurrikan könne noch etwas südlich eindrehen.

Trump mahnte auf Twitter, in dem Fall könnten auch Teile des Bundesstaates Georgia betroffen sein. In seiner Video-Botschaft rief er dazu auf, die gefährdeten Küstengebiete zu verlassen. «Wir wollen, dass alle in Sicherheit sind.» Der Sturm werde bald auf die Küste treffen. Trump versicherte, die US-Behörden seien gerüstet für das Unwetter. «Wir werden damit fertig, wir sind bereit.» Alle Vorbereitungen seien getroffen. «Aber trotzdem können schlimme Dinge passieren.» Das Nationale Hurrikan-Zentrum warnte vor lebensbedrohlichen Sturmfluten, starkem Regen und extremen Winden.

Die Katastrophenschutzbehörde FEMA sprach von einem sehr gefährlichen Sturm. «Das ist nicht nur ein Tropensturm», sagte Jeff Byard, ein Vertreter der Behörde. «Das ist ein Mike-Tyson-Faustschlag für die Küste von Carolina.» Noch könnten die Menschen die Küstengebiete ungehindert verlassen. Alle sollten den Aufrufen der Behörden folgen und das tun. Später sei das nur noch schwer möglich. Byard appellierte auch an die Menschen, Nothelfer nicht dadurch zu gefährden, dass sie in den bedrohten Gebieten blieben und später gerettet werden müssten. Es gebe genug Notunterkünfte.

Viele Menschen wollen ihre Häuser aber nicht verlassen. Darüber hatte etwa die Bürgermeistern des Urlaubsortes Myrtle Beach in South Carolina geklagt. Auch in US-Fernsehsendern meldeten sich immer wieder Menschen aus den bedrohten Küstengebieten zu Wort, die sagten, dass sie lieber zu Hause bleiben wollen. Sie hätten sich mit Essen und Stromgeneratoren eingedeckt und fühlten sich sicher. Behördenvertreter halten das für lebensgefährlich.

Die Katastrophenschutzbehörde erklärte, der Hurrikan werde über Land zwar schnell an Kraft verlieren, starken Regen aber auch in Gebiete bringen, die nicht an der Küste liegen. Byard sagte, es sei noch zu früh abzuschätzen, wie viel Schaden «Florence» anrichten werde. Absehbar sei aber, dass der Sturm die Stromversorgung unterbrechen, Häuser zerstören und Straßen und Brücken beschädigen werde.

Der Gouverneur von North Carolina, Roy Cooper, hatte am Dienstag von einem historischen Hurrikan gesprochen und gesagt: «Dieser Sturm ist ein Monster. (...) Er ist groß, und er ist böse.»

Der deutsche Astronaut Alexander Gerst veröffentlichte am Mittwoch Bilder des Hurrikans auf Twitter - aufgenommen von der Internationalen Raumstation (ISS) aus. Dazu schrieb er, «Florence» sei so groß, dass sie den Wirbelsturm nur mit einem Weitwinkel-Objektiv hätten fotografieren können. «Bereitet euch vor an der Ostküste», mahnte Gerst. «Da kommt ein Alptraum auf euch zu, mit dem nicht zu spaßen ist.»

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