Mattel benennt Spiele-Klassiker um
Scrabble heißt jetzt Buchstaben-YOLO

Der Spielehersteller Mattel benennt das beliebte Brettspiel "Scrabble" in "Buchstaben-YOLO" um. Bei Fans und Fachleuten sorgt dieser schräge Verjüngungskurs vor allem für Unverständnis.

Dienstag, 25.09.2018, 20:00 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 25.09.2018, 16:56 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 25.09.2018, 20:00 Uhr
Mattel benennt Spiele-Klassiker um: Scrabble heißt jetzt Buchstaben-YOLO
Das altmodische Scrabbeln - bald als "Buchstaben-YOLOen"? Foto: colorbox.com

Zum 70. Jubiläum des beliebten Spiele-Klassikers Scrabble überrascht Herausgeber Mattel mit einer gewagten Aktion. Im Rahmen einer Verjüngungskur benennt der Spielzeughersteller mit Sitz in Frankfurt am Main das Spiel in „Buchstaben-YOLO“ um - und stößt damit bei Fans und Fachleuten weitestgehend auf Unverständnis.

Jüngere Zielgruppen anvisiert

Das durchschnittliche Alter von Scrabble-Fans liegt sicherlich im gehobenen Bereich. Kein Wunder also, dass Mattel gerne mehr junge Menschen für das Spiel begeistern würde. In einer Pressemitteilung wird die Umbenennung jedenfalls als Maßnahme dargestellt um „zeitgemäß zu agieren und vielleicht den ein oder anderen der Generation Y von der Spielekonsole zurück zum Säckchen mit den Buchstaben zu holen.“ Was zunächst wie ein frommer Wunsch klingt, entpuppt sich mit dem dazugehörigen Werbespot als Einladung zum Fremdschämen der besonderen Art.

MC Fitti als Werbebotschafter

„Scrabble heißt jetzt Buchstaben-YOLO. Gönnung für die ganze Familie!“ und „Dreh den Swag auf!“ - so tont Rapper MC Fitti aus der Werbung. Es wirkt wie ein etwas unbeholfener Versuch die "Jugend von heute" in ihrer eigenen Sprache zu erreichen. Dabei ist es wenig hilfreich, dass „YOLO“, „Swag“ und Co. weitaus weniger modern und angesagt sind, als scheinbar in der PR-Abteilung von Mattel bekannt. Entsprechend viel Spott erntete die Aktion in den sozialen Medien.

Kopfschütteln beim Scrabble-Verein

Auch für Sebastian Herzog, Gründer und Präsident des Vereins Scrabble Deutschland, kommt die Namensänderung überraschend und sorgt vor allem für Kopfschütteln. Das Erweitern der zulässigen Wörter um Begriffe aus dem Jugendjargon hält er für problematisch, zumal sich am sonstigen Spielkonzept nichts ändert. Vielmehr schlägt er vor, Scrabble-Turniere an Schulen zu fördern und auf diesem Weg das Interesse der jüngeren Altersgruppe zu wecken, dabei aber die Authentizität des Spiels zu bewahren.

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