Kaum Regen in Sicht
Sommer im Herbst: Baden unter bunten Bäumen

Berlin -

Der Sommer will einfach nicht weichen. Auch Mitte Oktober strahlt die Sonne heiß vom blauen Himmel. Beschwerden über das Wetter hört man dieser Tage wenig.

Samstag, 13.10.2018, 16:39 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 13.10.2018, 16:23 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Samstag, 13.10.2018, 16:39 Uhr
Badegäste schwimmen im Freibad Annabad in Hannover.
Badegäste schwimmen im Freibad Annabad in Hannover. Foto: Julian Stratenschulte

Die Bäume werden langsam kahl, buntes Laub und dicke Kastanien sammeln sich auf Straßen und Wegen. Das ist aber auch schon so ziemlich das Einzige, was an diesem Wochenende an den Herbst erinnert.

An vielen Ort in Deutschland knacken die Temperaturen Rekordwerte, Badelustige kommen noch einmal auf ihre Kosten und vielerorts stellen die Kneipenwirte die Stühle nach draußen. Der Sommer ist in Deutschland zurück - drei Wochen nach Beginn des Herbstes. Vor 16 Jahren staunte man in Berlin und Teilen Brandenburgs noch über ein anderes Extrem: am 13. Oktober 2002 fiel dort der erste Schnee.

Vielleicht ist es eine sehnsüchtige Erinnerung daran, die die Berliner am Samstag ins Charlottenburger Horst-Dohm-Eisstadion lockt. Dort startete ungeachtet der Temperaturen die Saison, die ersten Besucher zogen im Freien ihre Runden auf dem knapp minus 20 Grad kalten Eis - einige von ihnen in kurzer Hose.

Strahlender Sonnenschein im Herbst

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  • Rot gefärbte Blätter von Wein an einer Hauswand in Leipzig.

    Foto: Peter Endig
  • Herbstlich gefärbte Bäume spiegeln sich am frühen Morgen im Bärensee.

    Foto: Christoph Schmidt
  • Eine Frau läuft an herbstlich verfärbten Alleebäumen entlang.

    Foto: Julian Stratenschulte
  • Spaziergänger genießen am Nymphenburger Kanal das schöne Wetter unter herbstlich verfärbten Bäumen.

    Foto: Sven Hoppe
  • Spaziergänger genießen am Nymphenburger Kanal das schöne Wetter unter herbstlich verfärbten Bäumen.

    Foto: Sven Hoppe
  • Eine Feder schwimmt in der Sonne auf dem Nymphenburger Kanal.

    Foto: Sven Hoppe
  • Ein Badegast duscht im Freibad Annabad. Das Freibad lässt auch nach dem offiziellen Saisonende die Tore geöffnet, solange das Wetter noch schön ist.

    Foto: Julian Stratenschulte
  • Jogger laufen an herbstlich gefärbten Bäumen vorbei, die sich am frühen Morgen im Bärensee spiegeln.

    Foto: Christoph Schmidt
  • Nebelschwaden ziehen am frühen Morgen über den Bärensee hinweg.

    Foto: Christoph Schmidt
  • Ein Badegast schwimmt im Freibad Annabad. Gegen eine Spende von einem Euro kann man im beheizten Becken (21,2 Grad) Schwimmen gehen.

    Foto: Julian Stratenschulte
  • Ein Auto fährt zwischen herbstlichen verfärbten Bäumen das Rudolf-von-Bennigsen-Ufer am Maschsee entlang.

    Foto: Julian Stratenschulte
  • Weinblätter hängen vor der Sonne.

    Foto: Sebastian Gollnow
  • Eine Bernstein-Waldschabe (Ectobius vittiventris) sitzt auf einer gelben Blume. Die Schaben kommen im Herbst häufig in Wohnungen.

    Foto: Patrick Seeger
  • Zwei Personen sitzen bei sonnigem Herbstwetter an einem See.

    Foto: Frank Molter
  • Ein asiatischer Marienkäfer sitzt auf einer Autoscheibe.

    Foto: Julian Stratenschulte

In vielen Landesteilen nutzten die Menschen das strahlende Wetter aber eher zum Baden - das ist im Oktober vielleicht exotisch genug. So durften die Schwimmer zum Beispiel im Hannoveraner Annabad trotz offiziellem Saisonende noch mal in die Becken hüpfen. Rund 200 Gäste nutzten die Gelegenheit. Auch am Stausee Rabenstein unweit des Chemnitzer Stadtzentrums in Sachsen war Hochbetrieb. «Wir haben mehr als 100 Gäste», sagte eine Mitarbeiterin. Das inzwischen 14 Grad kühle Wasser schreckte die Besucher nicht ab.

Selbst auf den Ostfriesischen Inseln kam bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein noch einmal Sommerfeeling auf. Der Strand des Nordseebades Dangast war nach Einschätzung der Kurverwaltung fast so gut besucht wie im Hochsommer. Allerdings: Strandkörbe gebe es keine mehr, die seien im Winterlager. Diese Auflage müsse ab Oktober wegen der Sturmflutzeit erfüllt werden, sagte eine Sprecherin der Kurverwaltung. Die Menschen saßen mit Decke oder Strandmuschel im Sand.

In Nordrhein-Westfalen wurden am Wochenende Oktober-Höchsttemperaturen erwartet. Bereits am Samstag sorgte dort strahlender Sonnenschein bei Temperaturen von bis zu 29 Grad für optimales Ausflugswetter, wie der Deutsche Wetterdienst in Essen am Samstag mitteilte. Ob die Höchstwerte geknackt werden, bleibt abzuwarten. «Um das genau abzusehen, müssen wir noch das Monatsende abwarten, aber es ist tatsächlich sehr ungewöhnlich solche Temperaturen zu dieser Jahreszeit noch zu haben», sagte Meteorologe Gerd Budilowsky. Auch in Sachsen-Anhalt wurden Werte um 29 Grad gemessen.

Günstige Ausflugstipps für die Herbstferien

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  • In den Herbstferien zu Hause geblieben? Diese Tagesausflüge im Münsterland kosten für eine vierköpfige Familie weniger als 50 Euro (Preise jeweils, wenn nicht anders angegeben, berechnet für zwei Erwachsene und zwei Kinder - alle Angaben ohne Gewähr):

    Foto: Colourbox.de
  • Ab in die Natur: 0 Euro:

    Im Herbst, wenn sich das Laub bunt färbt, ist es im Wald am schönsten. Zahlreiche Wälder laden zum Spaziergang und zur Naturerkundung ein, zum Beispiel der Naturwald in Wolbeck (Bild). Seit mehr als 100 Jahren hat dieses Areal keine Säge mehr gesehen: In „Teppes Viertel“, der ältesten Naturwaldzelle Nordrhein-Westfalens, ist die Natur sich selbst überlassen.

    Weitere Tipps zu Ausflugsorten, an denen das Münsterland besonders ursprünglich ist, finden Sie hier.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Biotopwildpark Anholter Schweiz, Isselburg: 22 Euro

    Eingebettet in einen Wald sind hier rund 50 Tierarten zu sehen. Die Fütterungen bei den Gehegen sind öffentlich.

    Foto: dpa
  • Wildpark Frankenhof, Reken: 34 Euro

    Der Frankenhof ist zugleich ein Freizeit- und ein Tierpark. Neben rund 50 Tierarten, deren Gehege sich auf einem weitläufigen Gelände verteilen, gibt es mehrere Erlebnisspielplätze.

    Foto: Frankenhof
  • Wildfreigehege Nötteler Berg, Saerbeck: 14 Euro

    In einem großzügigen Waldgebiet mit vielen Spazierwegen leben etwa 40 Wildtierarten in natürlicher Umgebung.

    Foto: Monika Gerharz
  • Vier-Jahreszeiten-Park Oelde: 8 Euro (Familienkarte)

    Das Gelände der Landesgartenschau 2001 wurde zu einem großen Park umgestaltet, mit zahlreichen Spielmöglichkeiten, einem Hängebrückenweg zwischen Baumhäusern und dem interaktiven Kindermuseum „Klipp Klapp″. Außerdem befindet sich das Oelder Freibad mitten im Parkareal.

    Foto: Vier-Jahreszeiten-Park Oelde
  • Naturkundemuseum, Münster: 22 Euro 

    Eine Alternative für trübere Tage: Mit der Familientageskarte für 22 Euro können sowohl die Ausstellungen des Naturkundemuseums als auch eine Planetariumsveranstaltung besucht werden. 

    In den Herbstferien besteht die letzte Chance, die Ausstellung  „Das Gehirn – Intelligenz, Bewusstsein, Gefühl“ zu sehen (bis 27.10.). In den Herbstferien gibt es zudem an drei Nachmittagen besondere Angebote für Kinder ab acht Jahren.

    Wer häufiger kommen möchte, kann über die  LWL-Museumscard nachdenken. Für 35 Euro kommt die ganze Familie ein Jahr lang in sämtliche 31 Museen des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (17 ) und des Landschaftsverbands Rheinland (14). In Münster gehört neben dem Naturkundemuseum noch das Museum für Kunst und Kultur am Domplatz dazu. Der Eintritt ins Planetarium ist bei der LWL-Museumscard allerdings nicht enthalten. Ab April 2019 haben alle unter 18 Jahren übrigens in allen LWL-Museen freien Eintritt.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Kletterhalle, Bösensell: 25 Euro (Tageskarte)

    Wer Budenkoller an Regentagen vermeiden möchte, geht gleich mit der ganzen Familie an die Decke. Zum Beispiel im  Klettercentrum Big Wall

    Wer unsicher ist, sollte vorher einen Kurs belegen (sonntags 12-14 Uhr und 14.30-16.30 Uhr, pro Kind: 11 Euro).

    Foto: Ulrich Gösmann
  • Sommerrodelbahn Ibbenbüren: 50 Cent pro Fahrt

    Der Klassiker: Seit 1926 gibt es die Sommerrodelbahn in Ibbenbüren. Vor allem Familien mit kleineren Kindern kommen hier auf ihre Kosten. Der Eintritt zum Gelände ist frei. Gezahlt wird für die einzelnen Attraktionen (Kinderautoscooter, Märchenwald, „Reise um die Welt″, Oldtimer-Express). Eine Fahrt über die 90 Meter lange Rodelbahn kostet 50 Cent.

    Foto: Sommerrodelbahn Ibbenbüren
  • Kanutour: 

    Vom Wasser aus kann man die Natur aus einer ganz neuen Perspektive entdecken. Werse, Ems, Lippe, Berkel, Stever - viele Flüsse in der Region bieten schöne Paddelstrecken.

    Für Anfänger geeignet ist wegen ihrer geringen Fließgeschwindigkeit die Werse. Botte können zum Beispiel an der  Kanustation Pleistermühle geliehen werden (48 Euro für zwei Stunden, abgerechnet wird pro angefangener Viertelstunde).

    Foto: Matthias Ahlke
  • Kinderbauernhöfe:

    In der Region gibt es mehrere Bauernhöfe, die Kindern ein besonderes Erlebnis mit Kontakt zu Tieren und Spielmöglichkeiten bieten. Eine Auswahl:

    Hof Heseker, Warendorf: 10 Euro (5 Euro pro Kind inklusive jeweils 2 Euro Verzehrgutschein und einer Futtertüte)

    Heupferdchen, Lüdinghausen: 32 Euro

    Erlebnishof Löbke, Ibbenbüren: 12 Euro

    Foto: Joachim Edler
  • Wildpferdebahn, Dülmen-Merfeld: 9 Euro

    Im Naturschutzgebiet Merfelder Bruch kann man die wild lebende Pferdeherde beobachten. Picknicktische laden zum Verweilen ein. Besuchergruppen ab 10 Personen können bei vorheriger Terminvereinbarung eine etwa einstündige Führung buchen (3 Euro pro Erwachsenem, 1,50 Euro pro Kind).

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Mühlenhof, Münster: 13 Euro (Familienkarte)

    Auf dem rund fünf Hektar großen Gelände erwarten die Besucher an die 30 große und kleine Bauwerke aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. In den Sommerferien gibt es an einigen Tagen ein besonderes Mitmach-Programm für Kinder. In der Nähe des Mühlenhofs gibt es einen Spielplatz (am Aasee in Richtung Tormin-Brücke).

    Foto: Jan Hullmann
  • Botanischer Garten, Münster: kostenlos

    Hinter dem Schloss lädt der Botanische Garten zum Verweilen ein. Für Kinder sind vor allem die fleischfressenden Pflanzen spannend und die Tropenhäuser, in denen man unter anderem sehen kann, wie Kaffee, Ananas, Bananen aussehen, bevor sie in den Supermarkt kommen.

    Foto: Oliver Werner
  • Burg Vischering, Lüdinghausen: 20 Euro

    Die im 13. Jahrhundert gegründete Wasserburg wurde zwei Jahre lang restauriert und im Frühjahr mit einem völlig neuen Museumskonzept wiedereröffnet. In den alten Gemäuern warten neben Rüstungen, Schwertern und Möbeln auch interaktive Bildschirme auf die Besucher, die das Leben im Mittelalter anschaulich machen. Toll für Kinder im Grundschulalter: Mit einem digitalen Ausstellungsführer können sie die Räume in spielerischer Art und Weise auf eigene Faust erkunden.

    Wer eine persönliche Führung möchte (35 Euro für eine 60 Minuten, Gruppe bis maximal 25 Personen) muss sich rechtzeitig telefonisch anmelden (02591/799011), möglichst 14 Tage im Voraus. 

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Fettmarkt, Warendorf (Samstag, 20. - Mittwoch, 24. Oktober):

    Als vor mehr als 360 Jahren der erste Fettmarkt abgehalten wurde, stand noch der Viehhandel im Vordergrund. Inzwischen sind es Unterhaltung und Kirmesvergnügen, doch der Viehmarkt hat sich bis heute am Fettmarkt-Mittwoch erhalten. Die Kirmes lockt an allen Tagen, am Sonntag dann außerdem der Bauernmarkt „Kürbis, Kappes und Kartoffeln“ mit regionalen Produkten, die Innenstadtgeschäfte laden von 13 bis 18 Uhr zum verkaufsoffenen Sonntag ein. Am Dienstag gibt es ein großes Feuerwerk, am Mittwoch noch Trödelmarkt, Landwirtschaftsmarkt sowie ein Reit- und Springturnier.

    Foto: Jörg Pastoor
  • Herbstkirmes, Rheine (Freitag, 19. - Montag, 22. Oktober):

    Die nach eigenen Angaben schönste Kirmes im Münsterland bietet an drei Standorten (Innenstadt, Emstorplatz, Elisabethplatz an der Windthorststraße) auf etwa 30.000 Quadratmetern Karussells, moderne Fahrgeschäfte, Los- und Imbisswagen (Fr/Sa 14-1 Uhr, So 11-23 Uhr, Mo 14-22 Uhr). Freitag ist Familientag mit vergünstigten Preisen. Schon traditionell ist inzwischen auch der verkaufsoffene Sonntag: Die Geschäfte sind von 13 bis 18 Uhr geöffnet.

    Foto: Sven Rapreger
  • Naturzoo Rheine: 30 Euro (Familientageskarte)

    Ein weiteres lohnenswertes Ausflugsziel in Rheine ist der Naturzoo. Besonders spannend für Kinder: der begehbare Affenwald, in dem Berberaffen leben. Hier sollte man sich an die Hausordnung halten. Sonst ist die Picknickbox schneller weg als man gucken kann. 

    Foto: Wilfried Gerharz

Verantwortlich für das späte Vergnügen ist ein ausgedehntes Hoch mit Schwerpunkt über Osteuropa, heißt es beim Deutschen Wetterdienst. Eine südliche bis südöstliche Strömung führe außergewöhnlich warme Luftmassen heran.

Wenig erfreulich finden viele Land- und Forstwirte die aktuelle Wetterlage. «Wir brauchen dringend ausgiebigen Regen», sagte etwa Detlef Kurreck, Präsident des Bauernverbandes in Mecklenburg-Vorpommern. Nach den wenigen Niederschlägen seien die Neuaussaaten zwar aufgegangen. «Das täuscht aber darüber hinweg, dass der gesamte Unterboden knochentrocken ist.» Dazu kämen noch die Schädlinge, die bei den warmen Temperaturen weiter aktiv seien.

Herbstlich-kühles Schmuddelwetter ist in Deutschland auch in den nächsten Tagen nicht zu erwarten. Allerdings sagen die Wetterexperten in einigen Regionen Wolken und teils zumindest etwas Regen vorher. Am Montag erwartet der Deutsche Wetterdienst vor allem im Westen und Nordwesten starke Bewölkung und gebietsweise etwas Regen. Im großen Rest des Landes nach Nebelauflösung heiter und trocken.

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