Mehr Hilfe für Gewaltopfer
Wenn der Partner schlägt und tötet

Frauenministerin Franziska Giffey möchte mehr Hilfe für Opfer häuslicher Gewalt. Um das zu erreichen, startet sie ein neues Förderprogramm. Es gab 2017 fast 140.000 Fälle.

Dienstag, 20.11.2018, 22:50 Uhr aktualisiert: 20.11.2018, 22:54 Uhr
Eine Frau versucht, sich vor der Gewalt eines Mannes zu schützen.
Eine Frau versucht, sich vor der Gewalt eines Mannes zu schützen. Foto: Maurizio Gambarini

Berlin (dpa) - Jeden Tag versucht im Schnitt ein Mann in Deutschland, seine Partnerin oder Ex-Partnerin zu töten. In 147 Fällen gelang das im vergangenen Jahr, wie aus Zahlen des Bundeskriminalamts hervorgeht, die Frauenministerin Franziska Giffey ( SPD) an diesem Dienstag in Berlin vorgestellte.

Dazu kommen tausende Fälle von Vergewaltigungen, Körperverletzungen, Stalking und sexueller Nötigung. «Für viele Frauen ist das eigene Zuhause ein gefährlicher Ort», sagte die SPD-Politikerin.

Giffey setzt sich für einen Ausbau der Hilfeangebote in Frauenhäusern ein. Derzeit könnten in den 350 Frauenhäusern und 600 Beratungsstellen pro Jahr 30.000 Frauen betreut werden. «Das reicht nicht», sagte Giffey.

Um den Opfern von häuslicher Gewalt zu helfen, plane sie 2019 ein Förderprogramm von sechs Millionen Euro. Dieser Betrag werde in den Folgejahren weiter erhöht. Im Jahr 2020 sollen dann 35 Millionen Euro in ein Aktionsprogramm gegen Gewalt an Frauen fließen und Länder wie Kommunen beim Ausbau von Hilfsstrukturen unterstützen.

Fast 140.000 Fälle von Gewalt in der Partnerschaft wurden 2017 angezeigt. Nur jedes fünfte Opfer aber suche überhaupt Hilfe, sagte Giffey. Tatsächlich seien Hunderttausende betroffen - zu mehr als 80 Prozent Frauen, aber auch mehrere Tausend Männer.

Die Auswertung des BKA zeigt zudem, dass rund zwei Drittel der Tatverdächtigen deutsche Staatsbürger sind. Ein Migrationshintergrund wird nicht erfasst. «Häusliche Gewalt geht durch alle Gruppen», betonte Giffey. Generell sei die Gefahr höher, wenn Alkohol, Geldsorgen und psychische Probleme im Spiel seien. Doch auch in gut situierten Familien gebe es Fälle.

Rund um die Uhr steht ein Hilfetelefon zur Verfügung, dass in 17 Sprachen anonym berät. Die Anrufe würden auf Telefonrechnungen nicht angezeigt, betonte Hilfetelefon-Leiterin Petra Söchting.

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