Großeinsatz
Brand in Brennelementefabrik in Lingen gelöscht

Lingen -

Ein Feuer in einer Brennelementefabrik löst einen Großeinsatz aus - verletzt wird niemand. Noch kurz zuvor hatte eine Bürgerinitiative die Stillegung des Werks gefordert.

Freitag, 07.12.2018, 07:53 Uhr aktualisiert: 07.12.2018, 07:59 Uhr
Großeinsatz: Brand in Brennelementefabrik in Lingen gelöscht
Ein Polizeifahrzeug steht am Donnerstagabend vor der Einfahrt zum Werk zur Aufarbeitung von Brennelemente. Foto: Nord-West-Media TV/dpa

Bei einem Feuer in einer Brennelementefabrik sind in Lingen im Emsland am Donnerstag Polizeiangaben zufolge keine gefährlichen Stoffe freigesetzt worden. Verletzt worden sei niemand, sagte eine Polizeisprecherin. Messungen hätten belegt, „dass keine Schadstoffe freigesetzt wurden“, sagte sie. Das Gebäude, in dem sich zum Zeitpunkt des Ausbruchs des Feuers Mitarbeiter befunden hätten, sei noch vor Eintreffen der Rettungskräfte evakuiert worden, hieß es.

Demnach brach das Feuer in einem Labor aus, das sich im „nicht-nuklearen Teil“ der nuklearen Fertigung der Fabrik befinde. In dem Betrieb werden unter anderem Brennelemente für Atomkraftwerke gefertigt. Für weitere Ermittlungen werde der Brandort untersucht. Das Feuer hatte einen Großeinsatz der Feuerwehr und weiterer Rettungsdienste ausgelöst.

Verband fordert Stilllegung

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) hatte noch kurz zuvor eine Stilllegung des Betriebs gefordert. Innerhalb weniger Wochen habe es in der Atomfabrik zwei meldepflichtige Ereignisse gegeben, hieß es.

Der BBU bezieht sich mit seiner Forderung auf zwei Ereignisse, die das niedersächsische Umweltministerium als zuständige Aufsichtsbehörde Anfang November und an diesem Dienstag mitgeteilt hatte. Beide Ereignisse hatten demnach „keine oder eine sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung“.

Zunächst hatte sich in der Trockenkonversionsanlage, einem Teil der Fertigungsstraße in der Brennelementefabrik, Feuchtigkeit angesammelt. Nach Angaben des Betreibers war die Feuchtigkeit durch eine Fehlfunktion in der Wasserdampfversorgung verursacht worden. Die fehlerhaften Komponenten seien nach einer umfänglichen Kontrolle der Wasserdampfversorgung ausgetauscht worden, hieß es in der Mitteilung.

Risse an Reaktionsbehälter

Bei dem aktuellen Ereignis geht es um Risse an einem Reaktionsbehälter in der Trockenkonversionsanlage. Diese seien bei einer Routinekontrolle mit Hilfe von Ultraschall festgestellt worden, teilte das Ministerium mit. Mit bloßem Auge seien die beiden Risse in einer Ummantelung innerhalb der Fertigungsanlage nicht erkennbar, erklärte eine Ministeriumssprecherin. Der betroffene Anlagenteil werde repariert und sei so lange außer Betrieb, sagte die Sprecherin.

Die Brennelementefabrik in Lingen liefert Brennelemente mit Uran unter anderem an Reaktoren in belgischen Atomkraftwerken.

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