Ermittlung zur Ursache läuft
Opferzahl nach Zugunglück in Dänemark weiter gestiegen

Der Sturm über Skandinavien hat zwar abgenommen, mehrere Fragen nach dem schwerwiegendsten Unglück auf dänischen Gleisen seit 1988 stehen aber weiter im Raum. Manchen Autofahrern kommt das Fotografieren des Unglücksortes teuer zu stehen.

Donnerstag, 03.01.2019, 12:37 Uhr aktualisiert: 03.01.2019, 12:40 Uhr
Eine Rettungskraft arbeitet an der Unfallstelle auf der Storbæltbrücke.
Eine Rettungskraft arbeitet an der Unfallstelle auf der Storbæltbrücke. Foto: Mads Claus Rasmussen

Kopenhagen (dpa) - Bei dem Zugunglück auf der Brücke über den Großen Belt (Storebælt) in Dänemark sind zwei Menschen mehr ums Leben gekommen als ursprünglich gedacht.

Damit steigt die Zahl der Todesopfer auf acht. Nächtliche Untersuchungen hätten gezeigt, dass sich zwei weitere Tote in dem Unfallzug befanden, sagte Polizeisprecher Arne Gram am Donnerstagmorgen in Odense. Unter den Todesopfern seien fünf Frauen und drei Männer, aber keine Kinder.

Das Wetter mit viel Wind und die schweren Schäden am Zug hätten die Ermittlungen deutlich erschwert, sagte Gram. Wegen der Schäden sei es äußerst schwierig gewesen, in alle Ecken des Zuges zu gelangen. Polizeichef Lars Bræmhøj ergänzte, dass sich die Todesopfer in erster Linie im ersten Waggon des Zuges befunden hätten. Die Polizei ist sich nun sicher, dass niemand mehr im Zug ist.

Von den Verletzten schwebt niemand in Lebensgefahr. Wie das Universitätskrankenhaus von Odense nach Angaben der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau mitteilte, konnten 14 der 16 Verletzten das Krankenhaus mittlerweile wieder verlassen.

Es handelt sich um das schlimmste Zugunglück in Dänemark seit mehr als drei Jahrzehnten. Die zuständigen Ermittler sind weiter mit der Aufarbeitung des Vorfalls beschäftigt.

Sowohl der auf der Storbæltbrücke verunglückte Passagierzug als auch der am Unfall beteiligte Güterzug sollten für weitere Untersuchungen in einen abgesperrten Bereich bei Nyborg am westlichen Ende der Brücke gebracht werden, wie die Polizei der Region Fünen (Fyn) mitteilte. Gleichzeitig wird an der Identifizierung der Toten gearbeitet.

Am Mittwochmorgen war ein Zug mit 131 Fahrgästen und drei Besatzungsmitgliedern an Bord auf der Storebæltbrücke verunglückt. Bisher wird davon ausgegangen, dass ein leerer Lastwagenanhänger von dem entgegenkommenden Güterzug herunterfiel und das folgenschwere Unglück somit auslöste. Näheres zur Ursache ist aber bislang unklar. Eine Aufarbeitung der Unglücksursache dürfte noch Wochen, möglicherweise auch Monate dauern.

Zum Unglückszeitpunkt hatte es heftig gestürmt in Teilen Skandinaviens. Die Brücke verbindet die dänischen Inseln Fünen und Seeland (Sjælland) und ist damit einer der wichtigsten Verkehrswege Dänemarks. Auf Seeland liegt auch die dänische Hauptstadt Kopenhagen.

40 Autofahrer müssen derweil Bußgelder zahlen, weil sie mit ihren Mobiltelefonen Bilder vom Unglücksort auf der Brücke über den Großen Belt gemacht haben. «Das geht absolut nicht in Ordnung. Zeigen Sie jetzt Respekt für die Betroffenen - und halten Sie im Übrigen die Straßenverkehrsordnung ein!!!», schrieb die Polizei von Fünen auf Twitter.

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