Klageerweiterung
Germanwings-Absturz: Angehörige wollen mehr Schmerzensgeld

Essen -

Vor fast vier Jahren starben beim Absturz einer Germanwings-Maschine in den Alpen alle 150 Insassen. Seit 2017 wollen Hinterbliebene vor Gericht ein höheres Schmerzensgeld durchsetzen. Ihre Klage haben sie nun auf die Muttergesellschaft Deutsche Lufthansa ausgeweitet.

Montag, 07.01.2019, 14:28 Uhr aktualisiert: 07.01.2019, 15:27 Uhr
Die Gedenkstätte in Frankreich für die Opfer des Flugzeugabsturzes des Germanwings Fluges 4U 9525.
Die Gedenkstätte in Frankreich für die Opfer des Flugzeugabsturzes des Germanwings Fluges 4U 9525. Foto: Rolf Vennenbernd

Hinterbliebene des Germanwings-Absturzes mit 150 Toten nehmen bei ihrer Klage auf höheres Schmerzensgeld jetzt auch den Lufthansa-Konzern direkt ins Visier. Seit 2017 klagen fast 200 Angehörige von 42 Todesopfern am Landgericht Essen.

Die Klage richtete sich bislang gegen eine Flugschule der Germanwings-Muttergesellschaft Lufthansa in den USA, an der der Copilot der Unglücksmaschine ausgebildet wurde.

Ende 2018 sei die Klage nun erweitert worden, wie Hinterbliebenen-Anwalt Elmar Giemulla sagte. Sie richte sich jetzt auch gegen die Deutsche Lufthansa AG. Am Montag bestätigte ein Gerichtssprecher den Eingang der Klageerweiterung. Der Westdeutsche Rundfunk hat darüber berichtet.

Worum es in der Klage genau geht

Der den Ermittlern zufolge psychisch kranke Copilot soll den Airbus am 24. März 2015 absichtlich gegen einen Berg in den französischen Alpen gesteuert haben. Alle 150 Menschen an Bord starben. Seine Ausbildung an der Flugschule hatte der Copilot wegen einer schweren Depression nur mit einer Sondergenehmigung beenden können. Die Kläger werfen der Flugschule Versäumnisse vor.

Die Lufthansa hatte nach dem Unglück bereits Zahlungen geleistet. Diese sind nach Auffassung der klagenden Hinterbliebenen aber zu niedrig. Nach früheren Angaben der Fluggesellschaft erhielten nächste Angehörige pro Person 10 000 Euro Schmerzensgeld. Nach Angaben des Berliner Anwalts Elmar Giemulla klagen die Angehörigen auf die Zahlung von weiteren 30 000 Euro. Für jedes Todesopfer haben die Angehörigen außerdem 25 000 Euro sogenanntes vererbbares Schmerzensgeld erhalten. Hier soll die Lufthansa weitere 25 000 Euro je Opfer zahlen.

Haltern am Tag nach dem Flugzeugabsturz

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  • Am 25. März 2015 warten Schüler vor dem Joseph-König-Gymnasium in Haltern auf Trauerfeier und Pressekonferenz. 16 ihrer Mitschüler sowie zwei Lehrer waren am Vortag (24. März 2015) beim Absturz einer Germanwings-Maschine in Frankreich ums Leben gekommen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am 25. März 2015 warten Schüler vor dem Joseph-König-Gymnasium in Haltern auf Trauerfeier und Pressekonferenz. 16 ihrer Mitschüler sowie zwei Lehrer waren am Vortag (24. März 2015) beim Absturz einer Germanwings-Maschine in Frankreich ums Leben gekommen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am 25. März 2015 warten Schüler vor dem Joseph-König-Gymnasium in Haltern auf Trauerfeier und Pressekonferenz. 16 ihrer Mitschüler sowie zwei Lehrer waren am Vortag (24. März 2015) beim Absturz einer Germanwings-Maschine in Frankreich ums Leben gekommen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am 25. März 2015 warten Schüler vor dem Joseph-König-Gymnasium in Haltern auf Trauerfeier und Pressekonferenz. 16 ihrer Mitschüler sowie zwei Lehrer waren am Vortag (24. März 2015) beim Absturz einer Germanwings-Maschine in Frankreich ums Leben gekommen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Pressekonferenz im Rathaus Haltern nahe dem Joseph-König-Gymnasium am 25. März 2015.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Cay Süberkrüb, Landrat Kreis Recklinghausen, bei einer Pressekonferenz im Rathaus Haltern.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Pressekonferenz im Rathaus Haltern nahe dem Joseph-König-Gymnasium am 25. März 2015.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Bürgermeister Bodo Klimpel, NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann und Schulleiter Ulrich Wessel bei einer Pressekonferenz im Rathaus Haltern.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Regierungspräsident Reinhard Klenke

    Foto: Gunnar A. Pier
  • NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann und Schulleiter Ulrich Wessel

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  • Am 25. März 2015 warten Schüler vor dem Joseph-König-Gymnasium in Haltern auf Trauerfeier und Pressekonferenz. 16 ihrer Mitschüler sowie zwei Lehrer waren am Vortag (24. März 2015) beim Absturz einer Germanwings-Maschine in Frankreich ums Leben gekommen.

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  • Cay Süberkrüb, Landrat Kreis Recklinghausen, und NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann

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  • Am 25. März 2015 warten Journalisten vor dem Joseph-König-Gymnasium in Haltern

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  • NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann und Schulleiter Ulrich Wessel

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  • Bürgermeister Bodo Klimpel, NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann und Schulleiter Ulrich Wessel

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  • Pressekonferenz im Rathaus Haltern nahe dem Joseph-König-Gymnasium am 25. März 2015.

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  • NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann bei einer Pressekonferenz im Rathaus Haltern

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  • Regierungspräsident Reinhard Klenke und NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann

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  • NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann bei einer Pressekonferenz im Rathaus Haltern

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  • Bürgermeister Bodo Klimpel und NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann

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  • NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann und Schulleiter Ulrich Wessel

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  • Am 25. März 2015 warten Schüler vor dem Joseph-König-Gymnasium in Haltern auf Trauerfeier und Pressekonferenz. 16 ihrer Mitschüler sowie zwei Lehrer waren am Vortag (24. März 2015) beim Absturz einer Germanwings-Maschine in Frankreich ums Leben gekommen.

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  • NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann und Schulleiter Ulrich Wessel

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  • NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann bei einer Pressekonferenz im Rathaus Haltern

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  • NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann bei einer Pressekonferenz im Rathaus Haltern

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  • Pressekonferenz im Rathaus Haltern nahe dem Joseph-König-Gymnasium am 25. März 2015.

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  • NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann und Schulleiter Ulrich Wessel

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  • NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann bei einer Pressekonferenz im Rathaus Haltern

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  • Am 25. März 2015 warten Schüler vor dem Joseph-König-Gymnasium in Haltern auf Trauerfeier und Pressekonferenz. 16 ihrer Mitschüler sowie zwei Lehrer waren am Vortag (24. März 2015) beim Absturz einer Germanwings-Maschine in Frankreich ums Leben gekommen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am 25. März 2015 warten Schüler vor dem Joseph-König-Gymnasium in Haltern auf Trauerfeier und Pressekonferenz. 16 ihrer Mitschüler sowie zwei Lehrer waren am Vortag (24. März 2015) beim Absturz einer Germanwings-Maschine in Frankreich ums Leben gekommen.

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  • Bürgermeister Bodo Klimpel und NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann

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  • NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann und Schulleiter Ulrich Wessel

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  • NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann und Schulleiter Ulrich Wessel

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  • Pressekonferenz im Rathaus Haltern nahe dem Joseph-König-Gymnasium am 25. März 2015.

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  • Bürgermeister Bodo Klimpel und NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann

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  • Am 25. März 2015 warten Journalisten vor dem Joseph-König-Gymnasium in Haltern

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am 25. März 2015 warten Journalisten vor dem Joseph-König-Gymnasium in Haltern

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Pressekonferenz im Rathaus Haltern nahe dem Joseph-König-Gymnasium am 25. März 2015.

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  • NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann bei einer Pressekonferenz im Rathaus Haltern

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  • Am 25. März 2015 warten Schüler vor dem Joseph-König-Gymnasium in Haltern auf Trauerfeier und Pressekonferenz. 16 ihrer Mitschüler sowie zwei Lehrer waren am Vortag (24. März 2015) beim Absturz einer Germanwings-Maschine in Frankreich ums Leben gekommen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Pressekonferenz im Rathaus Haltern nahe dem Joseph-König-Gymnasium am 25. März 2015.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Pressekonferenz im Rathaus Haltern nahe dem Joseph-König-Gymnasium am 25. März 2015.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Bürgermeister Bodo Klimpel

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  • Bürgermeister Bodo Klimpel und NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann

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  • Am 25. März 2015 warten Schüler vor dem Joseph-König-Gymnasium in Haltern auf Trauerfeier und Pressekonferenz. 16 ihrer Mitschüler sowie zwei Lehrer waren am Vortag (24. März 2015) beim Absturz einer Germanwings-Maschine in Frankreich ums Leben gekommen.

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  • Bürgermeister Bodo Klimpel und NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am 25. März 2015 warten Schüler vor dem Joseph-König-Gymnasium in Haltern auf Trauerfeier und Pressekonferenz. 16 ihrer Mitschüler sowie zwei Lehrer waren am Vortag (24. März 2015) beim Absturz einer Germanwings-Maschine in Frankreich ums Leben gekommen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann bei einer Pressekonferenz

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«Wir wollen die Lufthansa nicht vom Haken lassen und haben sie als Beklagte hinzugefügt, bevor eine Verjährungsfrist am 1. Januar 2019 abgelaufen wäre», sagte Giemulla der Deutschen Presse-Agentur. Die Frist beinhalte das Jahr der Katastrophe plus drei weitere Jahre. Die Lufthansa hat laut Giemulla einen Vergleich bislang abgelehnt.

Schweigen bei der Lufthansa 

Die Fluggesellschaft wollte sich auf dpa-Anfrage am Montag mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht äußern.

Eine Schmerzensgeld-Klage war bereits 2016 in Arizona am Sitz der Flugschule «Airline Training Center Arizona» (ATCA) eingereicht worden. Dort wurde sie zurückgewiesen mit dem Hinweis, sich an ein deutsches Gericht zu wenden. Wenn die deutsche Justiz ablehne, wollten sich die US-Richter den Fall noch einmal anschauen.

Giemulla verlangt nach eigenen Angaben von der Flugschule Akteneinsicht. Er will zudem in den USA Zeugen vernehmen, um Versäumnisse zu belegen. Das Gesamtanliegen der Hinterbliebenen sei neben dem Schmerzensgeld, dass aufgeklärt werde, «an welcher Stelle im Weltkonzern der psychisch kranke Copilot durch das Kontrollnetz gefallen ist», sagte der Anwalt weiter.

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