Unverlangte Warensendung
Mysteriöse Amazon-Pakete verwirren Kunden

Düsseldorf -

Pakete von Amazon irritieren derzeit Kunden. Weder haben sie etwas bestellt, noch wurden sie von Freunden oder Verwandten beschenkt, noch handelt es sich um Fehlläufer. Einen Hinweis auf den Absender gibt es nicht. Amazon selbst spricht von „betrügerischen Methoden“. 

Montag, 11.02.2019, 16:38 Uhr aktualisiert: 12.02.2019, 16:30 Uhr
Unverlangte Warensendung: Mysteriöse Amazon-Pakete verwirren Kunden
Wer unverlangt Amazon-Pakete zugesandt bekommt, muss sie nicht zurücksenden. Foto: Christoph Schmidt/dpa

Wer unverlangt Pakete von Händlern erhält, muss die Waren darin nicht aufbewahren. Darauf weist die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hin. Es gebe nicht einmal die Pflicht, den Absender zu kontaktieren, falls sich ein Herkunftsnachweis am oder im Paket findet. Auch eine gegebenenfalls beiliegende Rechnung müsse nicht beglichen werden. Der Empfänger hat den Verbraucherschützern zufolge das Recht, die Ware in solchen Paketen selbst zu nutzen, zu verschenken oder zu entsorgen.

Aktuell gingen bei der Verbraucherzentrale viele Anfragen von Empfängern von Produkten in Kartons des Onlinehändlers Amazon ein. Diese hätten nichts bestellt, seien nicht beschenkt worden und auch keinem Identitätsdiebstahl zum Opfer gefallen. Auch Paket-Irrläufer ließen sich in den bekannten Fällen ausschließen, bei denen ein buntes Sammelsurium an Waren in den Paketen steckte: Handy-Hülle und iPhone-Kabel, Mausefalle und Sexspielzeug oder auch Fernglas und Überwachungskamera.Klar ist den Verbraucherschützern zufolge nur, dass die Sendungen nicht von Amazon selbst stammen, sondern von diversen Händlern, die den Marktplatz des Handelsriesen als Verkaufsplattform nutzen. Was genau dahinter steckt, sei unklar.

Amazon spricht von Betrug

Zu den Hintergründen kursieren bislang lediglich Spekulationen, die die Amazon-Pressestelle weder bestätigen noch verwerfen mag.

Klar ist nur: Die Pakete kommen nicht von Amazon selbst, sondern über den separaten Marketplace, auf dem sich tausende Händler tummeln. Eine der Vermutungen: Händler aus Fernost eröffnen einen Zweit-Account bei Amazon unter den  Namen der Adressaten. Darüber wickeln sie dann den Verkauf von Artikeln ab.

Ihr Vorteil: Die Artikel stiegen so im angezeigten Verkaufs-Ranking von Amazon. Obendrein seien positive Bewertungen des Artikels oder Shops möglich.

Kunden dürfen Pakete behalten

Amazon selbst spricht von „betrügerischen Methoden“ und Richtlinien-Verstößen. „Weder Namen noch Adressen“ hätten die „Verkäufer“ von Amazon erhalten. Im Gegenteil: Der Branchenprimus droht den Absendern mit Sperre, Zurückhaltung von Zahlungen und Einleitung rechtlicher Schritte.

Empfänger der Pakete haben rechtlich laut Verbraucherzentrale nichts zu befürchten. Es gebe nicht einmal die Pflicht, den Absender zu kontaktieren, falls sich ein Herkunftsnachweis am oder im Paket findet. Auch eine gegebenenfalls beiliegende Rechnung müsse nicht beglichen werden. Der Empfänger hat den Verbraucherschützern zufolge das Recht, die Ware in solchen Paketen selbst zu nutzen, zu verschenken oder zu entsorgen. Amazon verweigert allerdings die zweijährige Gewährleistung.

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