Ein Stück Kunstgeschichte
Eine Rarität: Rostocker Glasaugen-Sammlung

Es ist ein wirklich befremdlicher Anblick. In einem großen Setzkasten der Universität Rostock lagern 132 Glasaugen.

Freitag, 22.03.2019, 08:04 Uhr aktualisiert: 22.03.2019, 08:08 Uhr
Die Glasaugen wurden zur Visualisierung von Augenerkrankungen von Glasbläsern aus Lauscha gefertigt.
Die Glasaugen wurden zur Visualisierung von Augenerkrankungen von Glasbläsern aus Lauscha gefertigt. Foto: Jens Büttner

Rostock (dpa) - Die Universität Rostock ist Heimat einer medizinhistorischen Rarität und - im wahrsten Sinne - eines besonderen Hinguckers. Dicht an dicht liegen in einem Setzkasten 132 Glasaugen.

Einige haben krumme Auswüchse, andere sind purpurrot statt beige um die dunkle Iris. Die Kunstaugen wurden hergestellt, um Krankheitsbefunde bildlich darzustellen. Die Sammlung geht auf den Augenarzt Karl Wilhelm von Zehender (1819-1916) zurück, der 1866 die erste augenheilkundliche Abteilung der Rostocker Uniklinik aufbaute, wie der Rostocker Neurologe Daniel Schubert berichtete.

Die Technik zur Herstellung von Kunstaugen für Statuen gehe bis in die Antike zurück. Kunstaugen als Prothesen seien ab dem 16. Jahrhundert eingesetzt worden, sagte Schubert, der jüngst seine Promotion über die Sammlung abgeschlossen hat. Hergestellt wurden die Glasaugen von einer Glasbläserfamilie in thüringischen Lauscha, wo im 19. Jahrhundert ein Zentrum der europäischen Glasbläserei war.

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Deler Saber ist Kurde und Deutscher Staatsbürger und hat früher in Bagdad gelebt und studiert. Vor über 20 Jahren kam er nach Deutschland, seit 2000 lebt er in Münster. Die Stadt, sagt er, sei zu seiner Heimat geworden, die er nicht mehr verlassen will.
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