Unwetter
Regen und Gewitter in NRW - Ausnahmezustand im Osten

Offenbach/Berlin -

Gewitter ziehen über Deutschland. Sie bringen in NRW viel Regen mit sich. In Ostdeutschland sind in der Nacht Straßen überflutet und gesperrt worden. Nach kurzer Atempause werden die nächsten Unwetter erwartet.

Mittwoch, 12.06.2019, 14:14 Uhr
Unwetter: Regen und Gewitter in NRW - Ausnahmezustand im Osten
Ein Mann zieht bei starkem Regen während eines Sommergewitters einen Einkaufswagen hinter sich her. Foto: Gregor Fischer/dpa

In den kommenden Tagen ist in Nordrhein-Westfalen immer wieder mit Regen zu rechnen. Am Mittwoch erwarten die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zunächst schauerartigen, teils gewittrigen Regen. „Dieser Regen ist stellenweise stärker ausgeprägt.“ Erst zum Abend hin werde es freundlicher. Die Temperaturen sollen maximal 22 Grad erreichen.

Nach einer regenfreien Nacht soll es auch am Donnerstag vereinzelte Schauer geben, ebenso am Freitag: Ab dem Nachmittag seien einzelne Schauer und Gewitter möglich, teilte der DWD mit. Dann könne es örtlich auch Starkregen, Hagel und Sturmböen geben. Das bestätigt auch Bernd Madlener , Meteorologe bei wetter.com: "Die Temperaturen in der West- und Osthälfte nähern sich an und pendeln sich bei 23 bis 28 Grad ein. Zudem ist es verbreitet sonnig mit vereinzelten Schauern etwa rund um Thüringen, aber auch in Nordrhein-Westfalen."

Sommergewitter im Osten

Heftige Sommergewitter mit Starkregen haben sich in der Nacht zum Mittwoch vor allem über Ostdeutschland entladen.

In Berlin und der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam wurden Straßen überflutet, Bäume stürzten um, zahlreiche Keller und Tiefgaragen liefen voll. In beiden Städten rückten die Helfer zu zahlreichen Einsätzen aus.

Heftige Sommergewitter in Ostdeutschland

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  • Blitze zucken während eines Gewitters über dem Bundeskanzleramt über den Himmel.

    Foto: Paul Zinken
  • Michendorf: Autos stehen in einer überschwemmten Tiefgarage. Starke Unwetter zogen in der Nacht über Brandenburg.

    Foto: Julian Stähle
  • Blitze zucken am Himmel. Starke Unwetter zogen in der Nacht über Brandenburg.

    Foto: Julian Stähle
  • Potsdam: Ein Feuerwehrauto steht in einer wegen herabgefallener Äste gesperrten Straße.

    Foto: Julian Stähle
  • Ein Mann zieht bei starkem Regen während eines Sommergewitters einen Einkaufswagen hinter sich her.

    Foto: Gregor Fischer
  • Dallgow-Döberitz: Feuerwehrleute arbeiten nach einem Sommergewitter mit heftigen Regenfällen an einer überfluteten Straße.

    Foto: Christian Pörschmann
  • Dallgow-Döberitz: Feuerwehrleute arbeiten nach einem Sommergewitter mit heftigen Regenfällen an einer überfluteten Straße.

    Foto: Christian Pörschmann
  • Dallgow-Döberitz: Feuerwehrleute arbeiten nach einem Sommergewitter mit heftigen Regenfällen an einer überfluteten Straße.

    Foto: Christian Pörschmann
  • Potsdam: Autos fahren während eines Sommergewitters auf der Zeppelinstraße langsam durch auf der Straße stehendes Wasser.

    Foto: Gregor Fischer
  • Wasser sprudelt nach heftigen Regenfällen während eines Sommergewitters aus einem Gulli in einem Industriegebiet in Potsdam empor.

    Foto: Gregor Fischer
  • Ein Pkw fährt nach einem Gewitter mit heftigem Regen durch die überflutete Breite Straße in Berlin-Schmargendorf.

    Foto: Paul Zinken
  • Ein Pkw fährt nach einem Gewitter mit heftigem Regen durch die überflutete Breite Straße in Berlin-Schmargendorf.

    Foto: Paul Zinken
  • Autos stehen auf der Autobahn A115 zwischen Berlin und Potsdam wegen Hochwasser während eines Sommergewitters im Stau.

    Foto: Gregor Fischer
  • Potsdam: Ein Krankenwwagen fährt während eines Sommergewitters mit Blaulicht auf der Zeppelinstraße durch auf der Straße stehendes Wasser.

    Foto: Gregor Fischer
  • Düstere Wolken ziehen kurz vor einem Gewitter über den Himmel über der Spree.

    Foto: Gregor Fischer
  • Die Altstadtkulisse mit der Kuppel der Kunstakademie (l-r), der Frauenkirche, der Kunstakademie, dem Ständehaus, dem Hausmannsturm, der Hofkirche und der Semperoper spiegelt sich bei einem Gewitter in der Elbe während ein Blitz am Himmel zu sehen ist.

    Foto: Robert Michael

In Sachsen und Brandenburg fielen örtlich Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu fünf Zentimetern zu Boden. In den Gärten und Parks des Unesco-Welterbes in Potsdam richtete das Unwetter Schäden an. Sie bleiben für die Aufräumarbeiten bis auf Weiteres geschlossen, wie die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg mitteilte.

Nach Angaben des Blitz-Informationsdienstes von Siemens hat es in der Nacht über ganz Deutschland bis zu 800 Mal pro Minute geblitzt. Etwa jeder zehnte Blitz traf auf den Erdboden, wie Sprecher Stephan Thern sagte. Die nächste Gewitterfront kündigte sich für Mittwochnachmittag bereits wieder an.

Unfällen und überschwemmte Straßen

In Berlin wurde um Mitternacht der «Ausnahmezustand Wetter» ausgerufen. Dabei werden Einsätze nach Wichtigkeit bearbeitet, nicht nach dem Zeitpunkt des eingehenden Notrufes. Die Feuerwehr wurde innerhalb von drei Stunden zu rund 160 Einsätzen wegen des Gewitters gerufen, wie ein Sprecher sagte. Im gesamten Stadtgebiet fielen Ampeln aus, wie die Verkehrsinformationszentrale mitteilte. In Potsdam rückte die Feuerwehr mehr als 100 Mal aus.

An den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld wurde die Flugzeugabfertigung der Maschinen auf dem Vorfeld für mehrere Stunden eingestellt. Passagiere konnten nicht wie sonst üblich über Treppen ein- oder aussteigen.

Ein Abschnitt der Autobahn 115 war auch noch am Mittwochmorgen in beiden Richtungen gesperrt, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Fahrbahnen mussten gereinigt werden. Die Polizei Brandenburg berichtete von Blitzeinschlägen, herabfallenden Ästen, Unfällen und überschwemmten Straßen in der Nacht zum Mittwoch.

Temperaturen steigen wieder an

Auch in Bayern, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern gab es Gewitter. In Bad Hersfeld bei Kassel führte eine Unwetterwarnung dazu, dass das Festprogramm des Hessentags am Dienstagabend unterbrochen wurde. In Prerow in Vorpommern geriet ein Appartementhaus durch einen Blitzeinschlag in Flammen, verletzt wurde dabei niemand.

Die Temperaturen stiegen im Osten Deutschlands auch am Mittwoch wieder rasch an. Die Spitzenwerte sollten nach Angaben des Wetterdienstes bei bis zu 34 Grad liegen, so warm werde es etwa in Frankfurt (Oder). Vor allem am Nachmittag könnte es stark regnen, mancherorts dürften mehr als 30 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde fallen, sagte ein DWD-Sprecher. 

Unwetter-Comeback am Wochenende

Ab Freitag steigen die Temperaturen vor allem im Osten und Südosten wieder immens. Vereinzelt sind am Samstag 35 Grad drin. Zudem wird es drückend schwül. Im Westen dagegen bleibt es etwas kühler, sodass sich entlang der Luftmassengrenze erneut Gewitterzellen bilden.  

"Die Achterbahnfahrt geht weiter. Am Wochenende kehren Hitze und Unwetter in vielen Regionen Deutschlands wieder zurück. Nach aktuellem Stand ist das Potenzial am Samstag am größten. Am Sonntag kühlt es wieder etwas ab", erklärt Madlener. „Gerade für 'wetterempfindliche Menschen' ist das im Moment keine angenehme Zeit. Die andauernden Schwankungen können den Körper belasten und bestehende Beschwerden wie Kreislaufprobleme und Kopfschmerzen noch weiter verstärken.“

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