Feuer im brasilianischen Regenwald
#PrayforAmazonas: "Die Lunge der Welt" brennt

São Paulo -

In Brasilien wüten die schlimmsten Waldbrände seit Jahren. Besonders der Amazonas-Regenwald, auch die "Lunge der Welt" genannt, ist betroffen. Im Internet macht sich derweil ein Sturm aus Anteilnahme, aber auch Entrüstung, breit.

Mittwoch, 21.08.2019, 19:46 Uhr aktualisiert: 22.08.2019, 12:35 Uhr
Feuer im brasilianischen Regenwald: #PrayforAmazonas: "Die Lunge der Welt" brennt
Durch die Brände verdunkelte sich der Himmel in Sao Paolo - trotz rund 2700 Kilometer Entfernung. Bewohner der Millionenmetropole berichteten zuletzt von schwarzem Regen. Untersuchungen von zwei Universitäten bestätigten, dass das Regenwasser Brandrückstände enthält, wie das Nachrichtenportal G1 berichtete. Foto: dpa

Laut Experten-Angaben produziert der Amazonas-Regenwald ein Fünftel des weltweiten Sauerstoffs, fast die Hälfte aller Pflanzen- und Tierarten sind dort beheimatet. Auch deswegen wird das Gebiet "die Lunge der Welt" genannt - ist aber bedrohter denn je.

Schlimmste Brände seit Jahren

Schon seit Jahren wird Brasilien und dessen Regierung scharf kritisiert, da zur Gewinnung von Nutzflächen und Rohstoffen riesige Waldflächen abgeholzt und gerodet werden. Brasiliens ultrarechter Präsident Jair Bolsonaro will den Amazonas sogar komplett zum Rohstoffabbau freigeben und dafür unter anderem auch Naturschutzgebiete und Reservate von Ureinwohnern opfern.

Verheerende Brände toben im brasilianischen Amazonasgebiet

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  • Brasilien, Chapada dos Guimaraes: Auf diesem vom Chico Mendes Institut zum Schutz der Artenvielfalt zur Verfügung gestellten Bild beobachtet eine Gruppe die Flammen bei einem Waldbrand im Naturpark Chapada dos Guimaraes. Seit Wochen wüten Tausende Feuer im Amazonasgebiet und den angrenzenden Steppengebieten.

    Foto: Christian Niel Berlinck/ICMBio/dpa
  • In Brasilien wüten die schwersten Waldbrände seit Jahren. Seit Januar 2019 sollen die Feuer und Brandrodungen im größten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 83 Prozent zugenommen haben.

    Foto: ---/CBMMT/dpa
  • Brasilien, Palmeiropolis: Ein Feuer brennt im Bundesstaat Tocantins in der Nähe von Palmeiropolis.

    Foto: Dida Sampaio/AGENCIA ESTADO/XinHua/dpa
  • Brasilien, Porto Velho: Feuer frisst den Dschungel bei Porto Velho.

    Foto: Victor R. Caivano/AP/dpa
  • Brasilien, Porto Velho: Feuer frisst den Dschungel bei Porto Velho.

    Foto: Victor R. Caivano/AP/dpa
  • Brasilien, Grajau: Auf diesem Bild vom 18.07.2019, das vom brasilianischen Institut für Umwelt und Nachwachsende Rohstoffe zur Verfügung gestellt wird, fliegt ein Löschhubschrauber über einen Brand bei Löscharbeiten.

    Foto: Vinicius Mendonza/Ibama/dpa
  • Brasilien, Porto Velho: Ein Brand in der Nähe von Porto Velho.

    Foto: Victor R. Caivano/AP/dpa
  • Brasilien, Porto Velho: Ein Brand in der Nähe von Porto Velho.

    Foto: Victor R. Caivano/AP/dpa
  • Bolivien, Robore: Verkohlte Bäume stehen in der Nähe von Robore während der Brände im Amazonasgebiet.

    Foto: Gaston Brito/dpa
  • Brasilien, Santa Helena: Neri dos Santos Silva (M) beobachtet das Feuer, nachdem er einen Graben gegraben hat, um zu verhindern, dass sich die Flammen auf seinen Bauernhof ausweiten.

    Foto: Leo Correa/AP/dpa
  • Brasilien, Santa Helena

    Foto: Leo Correa/AP/dpa
  • Brasilien, Santa Helena: Ein Feuer brennt auf einem Feld von einem Bauernhof.

    Foto: Leo Correa/AP/dpa
  • Brasilien, Jaci Parana: Rauch und Feuer sind über dem Amazonas Regenwald zu sehen.

    Foto: Eraldo Peres/AP/dpa
  • Brasilien, Porto Velho: Über der Stadt ist der Rauch aus dem Amazonas Regenwald zu sehen. Angesichts der verheerenden Waldbrände im Amazonasgebiet setzt die brasilianische Regierung nun Soldaten bei den Löscharbeiten und der Verfolgung von Brandstiftern ein.

    Foto: Eraldo Peres/AP/dpa
  • Brasilien, Jaci Parana: Blick auf abgeholzte Teile des Amazonas Regenwalds.

    Foto: Eraldo Peres/AP/dpa
  • Brasilien, Jaci Parana: Eine Luftaufnahme von Holzbrettern, die aus dem abgeholzten Amazonas Regenwald stammen.

    Foto: Eraldo Peres/AP/dpa
  • Brasilien, Novo Progresso: Rauch hängt über einem Feld in Novo Progresso.

    Foto: Leo Correa/AP/dpa
  • Brasilien, Altamira: Ein verbranntes Feld in Altamira.

    Foto: Leo Correa/AP/dpa
  • Dieses vom brasilianischen Verteidigungsministerium zur Verfügung gestellte Foto zeigt ein C-130 Flugzeug, das bei den Bränden im Amazonasgebiet im Einsatz ist. Angesichts der verheerenden Waldbrände im Amazonasgebiet setzt die brasilianische Regierung nun Soldaten bei den Löscharbeiten und der Verfolgung von Brandstiftern ein.

    Foto: -/Brazil Ministry Of Defense/AP/dpa
  • Ein C-130 Flugzeug, dass Wasser abwirft, um die Brände im Amazonasgebiet zu löschen.

    Foto: -/Brazil Ministry Of Defense/AP/dpa
  • Brasilien, Chapada dos Guimaraes: Auf diesem vom Chico Mendes Institut zum Schutz der Artenvielfalt zur Verfügung gestellten Bild beobachtet eine Gruppe die Flammen bei einem Waldbrand im Naturpark Chapada dos Guimaraes.

    Foto: Christian Niel Berlinck/ICMBio/dpa
  • Brasilien, Guaranta Do Norte: Dieses vom Corpo de Bombeiros de Mato Grosso am 21.08.2019 zur Verfügung gestellte Drohnenfoto zeigt einen Brand in der Gemeinde Guaranta do Norte im Bundesstaat Mato Grosso.

    Foto: Corpo De Bombeiros De Mato Gross/AP/dpa
  • Brasilien, Guaranta Do Norte: Seit Januar haben die Feuer und Brandrodungen im größten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 83 Prozent zugenommen, wie die Zeitung „Folha de S. Paulo“ am Mittwoch berichtete.

    Foto: Corpo De Bombeiros De Mato Gross
  • Auf diesem vom Chico Mendes Institut zum Schutz der Artenvielfalt zur Verfügung gestellten Bild fliegt ein Löschflugzeug über dem Naturpark Chapada dos Guimaraes.

    Foto: Christian Niel Berlinck/ICMBio/dpa
  • Insgesamt seien 72.843 Brände registriert worden. In den meisten Fällen seien Flächen in Privatbesitz betroffen, aber auch in Naturschutzgebieten und indigenen Ländereien brenne es immer wieder.

    Foto: Christian Niel Berlinck/ICMBio/dpa
  • Feuer im Naturpark Chapada dos Guimaraes.

    Foto: Christian Niel Berlinck/ICMBio/dpa
  • Dieses natürliche Farbbild von Rauch und Bränden in mehreren Staaten Brasiliens, darunter Amazonas, Mato Grosso und Rondônia, wurde am 20. August 2019 vom KKW Suomi von NOAA/NASA mit dem Instrument VIIRS (Visible Infrared Imaging Radiometer Suite) aufgenommen. Obwohl es nicht ungewöhnlich ist, dass es in Brasilien zu dieser Jahreszeit aufgrund hoher Temperaturen und niedriger Luftfeuchtigkeit brennt, scheint es, dass die Zahl der Brände in diesem Jahr Rekordhöhe erreicht hat.

    Foto: NOAA/NASA/dpa
  • Foto: Eraldo Peres
  • Foto: Leo Correa

Inmitten dieser Diskussionen kommt die Meldung, dass im Amazonas die schlimmsten Waldbrände seit Jahren wüten. Das brasilianische Weltrauminstitut Inpe berichtet, dass seit Anfang des Jahres mehr als 82.000 Brände registriert wurden. Aktuell ziehen riesige Rauchwolken auf. Diese sind so groß, dass sie den Himmel über dem 2700 Kilometer entfernten São Paulo verdunkelten.

Brandrodung als Ursache

Ursache für die Brände sind vor allem die illegale Abholzung und Brandrodung in der Region.

Unterdessen macht sich im Internet ein Sturm der Entrüstung und der Anteilnahme breit. Unter dem Hashtag #PrayforAmazonas (alternativ #PrayforAmazonia) werden Präsident Bolsonaro schwere Vorwürfe gemacht. Tausende Menschen und Umweltorganisationen schließen sich den Protesten an. Es wird mehr Aufmerksamkeit für die "grüne Lunge" Amazonas gefordert. Auch in Deutschland ist das Thema in den sozialen Netzwerken ganz oben in den Trends.

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