Handelte der Täter allein?
Nach Gewalttat in Kanada: Opferzahl steigt auf 23

Ein Mann tötet mindestens 23 Menschen an der beschaulichen Atlantikküste Kanadas. Was trieb ihn zu der schlimmsten Gewalttat in der Geschichte des Landes? Vor den Ermittlern liegt viel Arbeit

Dienstag, 21.04.2020, 22:46 Uhr aktualisiert: 21.04.2020, 22:48 Uhr
Beamte der kanadischen Polizei kurz vor der Tötung des Tatverdächtigen.
Beamte der kanadischen Polizei kurz vor der Tötung des Tatverdächtigen. Foto: Tim Krochak

Halifax (dpa) - Nach der schlimmsten Bluttat in Kanadas Geschichte geht die Polizei nun von insgesamt 23 Todesopfern aus.

Unter den von einem 51-Jährigen Mann mutmaßlich an mehreren Orten in der ländlichen Atlantik-Provinz Nova Scotia Getöteten seien eine 17-jährige Person sowie 21 weitere Menschen im Erwachsenenalter, teilte die Polizei mit. Die Ermittler hatten eigenen Angaben zufolge fünf gelegte Brände untersucht und dort nach der Tat am Sonntag weitere Opfer entdeckt. Ob der Tatverdächtige allein handelte, sei bislang noch unklar und werde untersucht.

Der Mann war am Sonntagmittag nach zwölfstündiger Verfolgungsjagd an einer Tankstelle im Ort Enfield von der Polizei gestellt und getötet worden. Per Notruf hatte die Royal Canadian Mounted Police zuvor Hinweise auf einen bewaffneten Angreifer in der Ortschaft Portapique rund 130 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Halifax erhalten. Bei der Jagd durch Nova Scotia wurden Opfer an mehreren Tatorten sowie abgebrannte Häuser gefunden. Laut Radio Canada zog sich die Verfolgungsjagd über mehr als 100 Kilometer hin. Die Polizei bestätigte, dass der 51-Jährige eine Polizeiuniform getragen habe und mit einem Fahrzeug unterwegs gewesen sei, das einem Streifenwagen gleiche.

Premierminister Justin Trudeau will nun rasch striktere Waffengesetze umsetzen. «Wir haben da im Wahlkampf ernsthafte Verpflichtungen gemacht und sind das auch schon angegangen - und setzen das um, um sicherzugehen, dass wir die Reglementierung von Waffenbesitz in diesem Land stärken», sagte Trudeau laut kanadischen Medienberichten.

Im Wahlkampf hatte der Premierminister im vergangenen Jahr unter anderem versprochen, Angriffswaffen überall in Kanada zu verbieten und von Privatpersonen legal gekaufte militärische Waffen zurückzukaufen. Anders als im Nachbarland USA sind die Waffengesetze in Kanada schon jetzt vergleichsweise streng.

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