Zählung
Kegelrobbenpopulation im Wattenmeer stark gewachsen

Der Gesamtbestand der Tiere steigt. Experten vermuten, dass die Robben in diesem Frühjahr vom Rückgang menschlicher Aktivitäten durch die Pandemiemaßnahmen profitierten.

Freitag, 03.07.2020, 13:46 Uhr aktualisiert: 03.07.2020, 13:48 Uhr
Eine Kegelrobbe schaut in die Kamera.
Eine Kegelrobbe schaut in die Kamera. Foto: Jens Büttner

Wilhelmshaven (dpa) - Die Kegelrobben an der deutschen Nordseeküste vermehren sich prächtig.

In Niedersachsen, in Schleswig-Holstein und auf der Insel Helgoland stieg die Population des größten Raubtiers an der Wattenmeerküste um bis zu über 40 Prozent an, wie das Wattenmeer-Sekretariat in Wilhelmshaven CWSS (Common Wadden Sea Secretariat) am Freitag mitteilte.

Im niedersächsischen Teil des Wattenmeers sei der Bestand im Vorjahresvergleich um mindestens 30 Prozent auf 587 Tiere gewachsen. Vermutlich seien es gar 10 bis 15 Prozent mehr Tiere als gezählt, sagte eine Sprecherin, da die Zählung in der Region Niedersachsen/Hamburg nicht beendet werden konnte.

Im schleswig-holsteinischen Wattenmeer stieg die Zahl der gesichteten Tiere im Vergleich zum Vorjahr sogar um 41 Prozent auf 218 Kegelrobben, wie das CWSS mitteilte. Auch auf Helgoland stieg die Zahl der Tiere um 18 Prozent auf 890 an.

Insgesamt wurden vor den Küsten Dänemarks, Deutschlands und der Niederlande 7649 Kegelrobben gezählt. Damit habe sich der Bestand seit Beginn Zählungen im Jahr 2008 mehr als verdreifacht, hieß es. Die größten Kolonien seien in den Niederlanden zu finden, gefolgt von Niedersachsen und Helgoland. In Schleswig-Holstein und Dänemark würden weniger Tiere beobachtet. Kegelrobben «pendeln» zwischen dem Wattenmeer und den britischen Gewässern.

Bei den jährlich grenzübergreifend koordinierten Zählungsflügen im Wattenmeer wird der Gesamtbestand der Kegelrobben während der Fellwechselperiode im Frühjahr gezählt. In diesem Jahr waren das die Zählmonate März und April. Experten vermuten, dass die Robben in diesem Frühjahr vom Rückgang menschlicher Aktivitäten durch die Pandemiemaßnahmen profitierten. Dies müsse jedoch noch abschließend untersucht werden, hieß es.

© dpa-infocom, dpa:200703-99-661755/2

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