Auf und nieder
Verwunderung über hügeligen «Erlebnis-Radweg» in Oberbayern

Warum diese Hügel? Für die wellenartige Streckenführung eines neuen Radwegs im Landkreis Freising gibt es nach Angaben des Landratsamts mehrere Gründe.

Donnerstag, 09.07.2020, 11:29 Uhr aktualisiert: 09.07.2020, 11:32 Uhr
Radler auf der Buckelpiste.
Radler auf der Buckelpiste. Foto: Matthias Balk

Kirchdorf an der Amper (dpa) - Ein neuer Radweg im bayerischen Kirchdorf an der Amper ( Landkreis Freising ) sorgt für Verwunderung. Nach fünf Jahren Planung und Bau ist hier ein rund zwei Kilometer langer Radweg für rund 3,3 Millionen Euro entstanden.

Das Kuriose: Auf einer Strecke von 500 Metern enthält er fünf künstliche Hügel und gleicht hier einer «Buckelpiste». «Das sieht natürlich kurios aus, und schön ist es nicht», sagte eine Sprecherin des Landratsamts Freising. «Aber das ist kein Planungsfehler, das ist schon so gewollt.» Zunächst hatte die «Süddeutsche Zeitung» berichtet.

Für die wellenartige Streckenführung gibt es nach Angaben des Landratsamts mehrere Gründe: Läge der Radweg durchgängig tiefer als die Straße, wäre die Anfahrt von Traktoren auf angrenzende Felder zu schwierig. Wären Radler und Fußgänger auf der selben Höhe wie die Autofahrer unterwegs, hätte das nicht nur mehr Geld gekostet, sondern auch mehr Aufwand verursacht: Weil der Weg im Überschwemmungsgebiet der Amper liegt, müssten aufgeschüttete Flächen an anderer Stelle ausgeglichen werden.

Eine dritte Möglichkeit wäre ein gemeinsamer Wirtschaftsweg gewesen. «Dann würden Mähdrescher aber auf dem gleichen Weg wie Radfahrer fahren», heißt es vom Landratsamt. Also habe man letztlich den hügeligen «Erlebnis-Radweg» gebaut: «Das muss man ein bisschen sportlich sehen», sagte die Sprecherin. «Wer die Hügel nicht schafft, schafft den Berg, der danach kommt, auch nicht.»

© dpa-infocom, dpa:200709-99-729272/2

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