«Raschid»
Emirate wollen 2024 unbemanntes Raumschiff zum Mond schicken

Erst zum Mars, nun zum Mond: In schnellen Schritten treiben die Vereinigten Arabischen Emirate ihr Raumfahrtprogramm voran. Wenige Monate nach dem Start einer Raumsonde zum Roten Planeten kündigt das schwerreiche Land am Golf an, auf dem Erdtrabanten landen zu wollen.

Dienstag, 29.09.2020, 21:45 Uhr aktualisiert: 29.09.2020, 21:48 Uhr
Emiratische Beamte informieren Scheich Mohammed bin Raschid Al Maktum über eine mögliche Mondmission.
Emiratische Beamte informieren Scheich Mohammed bin Raschid Al Maktum über eine mögliche Mondmission. Foto: Uncredited

Dubai (dpa) - Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) wollen im Jahr 2024 ein unbemanntes Raumfahrzeug zum Mond schicken. Das teilte der emiratische Vizepräsident und Emir von Dubai, Scheich Mohammed bin Raschid Al Maktum , am Dienstag bei Twitter mit.

Es solle eine Landung auf einem Teil der Mondoberfläche geben, der bei bisherigen Mond-Missionen noch nicht erforscht wurde. Bei einem Erfolg wären die VAE nach den USA, der Sowjetunion (heute Russland) und China das vierte Land sowie der erste arabische Staat, dem eine Mondlandung gelingt.

Das Raumfahrzeug «wird zu hundert Prozent auf unserem Boden und mit den Händen emiratischer Ingenieure gebaut», schrieb Scheich Mohammed. Es solle den Namen «Raschid» bekommen - nach seinem verstorbenem Vater, Scheich Raschid bin Said Al Maktoum. Dieser war mehr als 30 Jahre lang bis zu seinem Tod im Jahr 1990 Emir von Dubai. Während seiner Herrschaft hatte er das Emirat mit Einnahmen aus dem Ölgeschäft in einen modernen Wirtschaftsstandort verwandelt.

Das schwerreiche Land am Golf treibt sein Raumfahrtprogramm derzeit in schnellen Schritten voran. Im Juli hatten die Emirate als erste arabische Nation erfolgreich eine Raumsonde in Richtung Mars geschickt. Kommenden Februar soll sie nach sieben Monaten ihre Umlaufbahn um den Roten Planeten erreichen. Ziel der Mission ist es, das erste vollständige Bild des Mars-Klimas über ein komplettes Mars-Jahr zu erfassen. Die Forscher wollen mit den Ergebnissen auch der Frage nachgehen, wieso das Wasser auf dem Mars verschwunden ist.

Vor rund einem Jahr schickten die Emirate zudem einen arabischen Astronauten ins All: Hassa al-Mansuri verbrachte acht Tage auf der Raumstation ISS. Bei dem Kurzbesuch nahm er unter anderem an Forschungseinsätzen teil und gab eine Führung durch die Raumstation auf Arabisch.

Bei der Mission im Jahr 2024 wollen die Emirate Daten und Bilder bisher unerforschter Gegenden auf dem Mond sammeln. Diese sollen Forschungszentren im In- und Ausland zur Verfügung gestellt werden. Neben den Großmächten USA, Russland und China mischen immer mehr Staaten und auch private Anbieter im Weltraum mit. Indien und Israel führten 2019 Mond-Missionen durch, die aber teils scheiterten.

Al-Mansuri, der zurzeit an einem Astronauten-Training im US-Bundesstaat Texas teilnimmt, bezeichnete die Mond-Mission als logischen nächsten Schritt. Er hoffe darauf, es eines Tages an Bord eines bemannten Fluges zum Mond zu schaffen. «Ich habe immer davon geträumt, die Erde vom Mond-Horizont aufgehen zu sehen», sagte er der emiratischen Zeitung «The National». Die US-Raumfahrtbehörde Nasa plant den nächsten Flug zum Mond mit Besatzung ebenfalls im Jahr 2024. Ein unbemannter US-Flug soll kommendes Jahr starten.

© dpa-infocom, dpa:200929-99-753682/4

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