Bis zu 295 Stundenkilometer
Zehn Tote durch «Super»-Taifun «Goni» auf den Philippinen

Er gilt als bislang heftigster Sturm des Jahres: Taifun «Goni» hat am Wochenende die Philippinen heimgesucht. Hunderttausende Menschen müssen sich in Sicherheit bringen, es gibt mehrere Tote.

Sonntag, 01.11.2020, 22:07 Uhr
Starke Wellen schlagen an der Küste der auf: Taifun «Goni» prallt mit heftigen Winden auf die östlichen Philippinen.
Starke Wellen schlagen an der Küste der auf: Taifun «Goni» prallt mit heftigen Winden auf die östlichen Philippinen. Foto: Uncredited

Manila (dpa) - Taifun «Goni» hat auf den Philippinen mindestens zehn Menschen das Leben gekostet und Hunderttausende Einwohner aus ihren Häusern vertrieben.

Wie der Wetterdienst mitteilte, traf der als «Super»-Taifun bezeichnete Wirbelsturm mit Windböen von bis zu 295 Stundenkilometern in der Nacht zunächst in der Provinz Catanduanes im Osten des Inselstaates auf Land. Später schwächte er sich etwas ab. Der Sturm deckte Dächer ab, knickte Bäume sowie Strommasten um und setzte Straßen und Ortschaften unter Wasser.

Der Wetterdienst warnte vor «katastrophal heftigen» Winden, schweren Regenfällen und Sturmfluten. «Goni» - auf den Philippinen auch «Rolly» genannt - gilt als der weltweit bislang stärkste Wirbelsturm des Jahres. Er ist auch der stärkste Taifun, der seit «Haiyan» im November 2013 den südostasiatischen Inselstaat trifft. Damals starben mehr als 6300 Menschen, mehr als vier Millionen Einwohner verloren ihr Zuhause. Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg zeigte sich besorgt. In Gedanken sei sie bei allen, die von dem Taifun betroffen seien, schrieb sie am Sonntag auf Twitter.

Besonders heftig wütete «Goni» in der Provinz Albay auf der Hauptinsel Luzon, wo neun der Todesopfer zu beklagen waren. Drei von ihnen seien ertrunken, als ein Fluss über die Ufer getreten und ein Deich geborsten sei, teilte der örtliche Regierungschef Al Bichara mit. Zudem sei ein Mensch von einem umstürzenden Baum erschlagen worden. «Dies ist möglicherweise der stärkste Sturm, den ich je in meinem Leben gesehen habe», sagte Bichara Reportern.

Schlammige Wassermassen überfluteten manche Ortschaften, Einwohner mussten sich auf die Dächer ihrer Häuser retten. Vielerorts fiel der Strom aus. In Albay beschädigte der Taifun selbst einige der Notunterkünfte, wie Bichara weiter sagte. Ein weiterer Toter wurde aus der Provinz Catanduanes gemeldet.

Zunächst war damit gerechnet worden, dass der Taifun auch die Hauptstadtregion Manila erreichen könnte. Doch der Sturm habe seinen Kurs etwas geändert, so dass diese Gefahr wohl gebannt sei, teilte der Wetterdienst mit. Der dortige internationale Flughafen wurde trotzdem vorsorglich bis Montag gesperrt. Auch einige Einkaufszentren schlossen. Insgesamt seien mehr als 421.000 Menschen von dem Sturm geflohen, teilte der Zivilschutz mit.

Erst vergangene Woche hatte Taifun «Molave» auf den Philippinen 23 Menschen getötet, fast 800.000 Einwohner mussten ihre Häuser verlassen. Und der nächste Sturm sei bereits im Anmarsch, warnte der Wetterdienst: Taifun «Atsani» nähere sich mit Windböen von bis zu 90 Stundenkilometern dem Norden des Landes.

© dpa-infocom, dpa:201101-99-166994/4

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