Rubrik Samba-Partie
Caipirinha on the rocks

Zumindest in unserer deutschen Wahrnehmung ist Caipirinha das brasilianische Nationalgetränk. Als deutscher Brasilien-Experte hat man die Zutaten natürlich im Kopf: Cachaça, Limetten, Zucker und gestoßenes Eis. Oder etwa doch nicht?

Montag, 16.06.2014, 09:06 Uhr

In jedem deutschen Supermarkt kann man heutzutage Cachaça bekommen, denn diesen brasilianischen Zuckerrohrschnaps braucht man für den Limetten-Longdrink Caipirinha . Irritierend ist nur die Werbung: Von „Premium“ oder dergleichen kann keine Rede sein – der Schnaps, der nach Europa exportiert wird, ist ein industriell hergestelltes Produkt. Als Grundstoff für Caipirinha ist das durchaus in Ordnung, etwas anderes benutzt man auch in Brasilien nicht.

Doch dort ist Cachaça (ausgesprochen: Kaschassa) zugleich eine Spezialität. Im ganzen riesigen Land gibt es ungezählte kleine Brennereien, die jeweils ihr eigenes Rezept haben. Der eine nimmt mehr Hefe, der andere lässt das Zuckerrohr besonders lange gären, der dritte benutzt zum Reifen nur alte Eichenfässer. Wer weiß, dass es mehr als 600 verschiedene Zuckerrohr-Sorten gibt, der ahnt, dass dabei eine geschmackliche Vielfalt herauskommt, die fast an schottischen Whisky heranreicht – etwas für echte Kenner.

Nur eingebildeter Kenner ist dagegen, wer behauptet, dass Caipirinha mit gestoßenem Eis serviert werden müsse: Die Brasilianer jedenfalls benutzen ganz normale Eiswürfel, und die müssen es ja wissen.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2528430?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F197%2F2263186%2F2389868%2F4840967%2F4840969%2F
Nachrichten-Ticker