Souveräner Sieg gegen die USA
Deutschland gewinnt mit 1:0 und trifft im Achtelfinale auf Algerien

Recife -

Geschafft! Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat gestern, begleitet von tropischen Regenfällen, die letzten Zweifel am Einzug ins Achtelfinale mit einem 1:0 (0:0)-Sieg gegen die USA beseitigt. Deutschland ist damit Gruppensieger und trifft am Montag (22 Uhr/ZDF) auf Algerien. Die Afrikaner kamen durch das 1:1 gegen Russland in die nächste Runde.

Freitag, 27.06.2014, 08:06 Uhr

Deutschland jubelt: Torschütze Thomas Müller wird von seinen Teamkollegen gefeiert.
Deutschland jubelt: Torschütze Thomas Müller wird von seinen Teamkollegen gefeiert. Foto: dpa

Um den Rasen in der Arena Pernambuco vor dem Ertrinken zu retten, waren die Fünfmeterräume Stunden vor dem Anpfiff um 13 Uhr Ortszeit mit Planen abgedeckt worden.

Davon unbeeindruckt eröffnete die deutsche Elf das Spiel kontrolliert offensiv. Nicht so verhalten wie gegen Ghana, aber auch nicht so stürmisch wie gegen Portugal. In jedem Fall aber wollte sie vor 41 876 Zuschauern im Stadion den Eindruck vermeiden, als erfülle sie einen Nichtangriffspakt, der Deutschen und Amerikanern in einer Art Zusammenspiel das Achtelfinale beschert. Nur keine Erinnerung an jene unsägliche Begegnung mit Österreich bei der WM 1982 aufkommen lassen, welche zum Nachteil Algeriens als „Schande von Gijon“ bis heute durch die Fußball-Geschichte geistert.

Das ist dem Weltranglisten-Zweiten mit seinem dosierten, aber immer nach vorne ausgerichteten Spiel gelungen. Die US-Boys ließen Schweinsteiger  & Co. gewähren, sicherten den eigenen Strafraum mit zwei Viererketten ab.

Joachim Löw hatte zum letzten Gruppenspiel die erwartete Mittelfeld-Rochade vorgenommen. Für Sami Khedira begann Bastian Schweinsteiger, der gegen Ghana einen glänzenden Kurzauftritt geliefert hatte, damit war das FC-Bayern-Mittelfeld mit Lahm, Kroos und Schweinsteiger komplett.

Dagegen hatte Mario Götze seinen Platz für Lukas Podolski räumen müssen.

Auffälligster Akteur der USA war zunächst Jürgen Klinsmann. Der 49-jährige Trainer, der sich vor dem Anpfiff „Klinsmann-raus“-Rufe hatte anhören müssen, hatte schon bald den ersten Kilometer durch die Coaching-Zone hinter sich gebracht.

Offensiv traten die Amerikaner erstmals nach 25 Minuten in Erscheinung. Der Himmel hatte sich einigermaßen ausgeregnet, als ein strammer 20-m-Schuss von Graham Zusi knapp über Manuel Neuer hinweg strich. Die erstmals im schwarz-roten „Auswärtstrikot“ angetretenen Deutschen hatten, bis dahin schon etliche Halb- und Viertelchancen vergeben, an denen meist Thomas Müller in irgendeiner Form beteiligt war.

Immerhin erweckten die Deutschen weiter den Eindruck, als wollten sie die Partie gewinnen, was sich von den Amerikanern nicht so klar sagen lässt. Klinsmanns Truppe beschränkte sich nun darauf, das 0:0 zu verteidigen – was selten gut geht.

Als der famose US-Keeper Tim Howard den Ball nach einem Höwedes-Kopfball Thomas Müller vor die Füße faustete, traf der 24-Jährige von der Strafraumgrenze aus zum hoch verdienten 1:0 (55.) – bereits Müllers vierter Treffer bei dieser WM.

Auch das genügte den USA noch fürs Achtelfinale, da im parallel laufenden Spiel die Portugiesen nach dem zwischenzeitlichen 1:1 wieder in Führung gegangen waren.

Deutschland dagegen wollte mehr, allerdings nicht um jeden Preis. So plätscherte die Partie einigermaßen unspektakulär ihrem Ende entgegen. Erst in der Nachspielzeit tauchten die Amerikaner noch einmal gefährlich vor Manuel Neuer auf.

Deutschland erreichte gemeinsam mit den USA das Achtelfinale – am Ende aber trotzdem kein Wort über Gijon.

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