Fußball
Kolumbien fürchtet Drogba: «Bestie im Strafraum»

In der Elfenbeinküste wundern sich die Fans. Ihr Held Didier Drogba hat seine Stammplatz-Garantie verloren. Das Murren in Afrika stört den französischen Trainer nicht. So oder so: Die Kolumbianer haben mehr als Respekt vor dem Starspieler.

Mittwoch, 18.06.2014, 08:06 Uhr

Didier Drogba wird von den Kolumbianern gefürchtet. Foto: Youri Koschetkow
Didier Drogba wird von den Kolumbianern gefürchtet. Foto: Youri Koschetkow Foto: dpa

Brasilía (dpa) - Nichts fürchten die Kolumbianer mehr als Didier Drogba . «Er ist eine Bestie im Strafraum », warnte Cristian Zapata vor dem Starstürmer der Elfenbeinküste .

Der kolumbianische Verteidiger vom AC Mailand nannte Drogba passenderweise einen «Elefanten» und appellierte vor dem WM-Spiel am Donnerstag (18.00 Uhr MESZ) in Brasilía: «Man muss die ganze Zeit konzentriert sein und ihn sehr eng decken.»

Drogba flößt den Südamerikanern Angst ein, dabei hat sich sein Trainer noch nicht einmal festgelegt, ob er den Weltklasse-Stürmer von Beginn an bringt oder wie zum Auftakt als Joker in der Hinterhand behält. «Es stimmt, dass er es nicht gewohnt ist, das Spiel auf der Bank zu beginnen», sagte Sabri Lamouchi und fügte ausweichend an: «Er wird vielleicht am Anfang auf der Bank sitzen oder in der Startelf sein.»

Lamouchi verwundert die Fans in der Elfenbeinküste damit, dass der bisher als unantastbar geltende Kapitän bei ihm keine Stammplatz-Garantie mehr hat. Den mäkelnden Journalisten der Elfenbeinküste antwortete der Franzose, dass der Trainer über die Aufstellung entscheide: «So oder so, Sie müssen verstehen, dass er immer ein Spielentscheider ist und ein Meisterstück unseres Systems.»

Tatsächlich brachte Drogba beim Auftaktsieg gegen Japan nach seiner Einwechselung die Wende, auch wenn er die Tore nicht selber schoss. Aber die Japaner zuckten zusammen, schreckten vor der Wucht des 36 Jahre alten Stars zusammen. Drogba selbst gibt sich demütig. «Wer sitzt schon gern bei einem WM-Spiel draußen, aber individuelle Enttäuschung spielt keine Rolle», sagte der Champions-League-Sieger von 2012: «Es geht um die Mannschaft.» Der Trainer entscheide.

Kolumbiens Verteidiger Zapata glaubt nicht, dass Drogba wieder auf der Bank schmoren muss. «Meine Mission ist es, dass er den Ball nicht bekommt», kündigte der Abwehrspieler an. Auch Teamkollege Jackson Martínez zeigte größte Ehrfurcht vor dem alternden Star. «Da müssen wir in der Abwehr sehr aufpassen», warnte der Angreifer vom FC Porto seine Kollegen. «Wir alle wissen, welche Qualität Drogba hat und was er in seiner Karriere erreicht hat.»

Martínez hat gegen Drogba in einer Testpartie gespielt, «und ich habe gemerkt, was für ein Leader er auf dem Platz ist und wie er ein Spiel drehen kann. Er ist fundamental für die Elfenbeinküste.» Respekt haben die Kolumbianer, die beim 3:0 gegen Griechenland überzeugten, auch vor den anderen Ivorern. Fredy Guarín von Inter Mailand, der nach seiner in der WM-Qualifikation eingehandelten Gelbsperre wieder auflaufen darf, fürchtet vor allem die «physische Stärke» des Gegners. «Unsere Qualität ist die Geschwindigkeit», hielt Martínez dagegen.

Der höchste Sieg der Kolumbianer in ihrer WM-Geschichte hat das Selbstvertrauen trotzdem gewaltig gesteigert und den bitteren Ausfall von Toptorjäger Radamel Falcao etwas verdrängt. Gegen die Ivorer fehlt auch Stürmer Carlos Bacca, der an Muskelbeschwerden im rechten Oberschenkel leidet.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2534134?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F197%2F2263186%2F2380114%2F2597537%2F4840955%2F
Nachrichten-Ticker