Fußball
«Hitze-Alarm» bei Azzurri: Respekt vor Costa Rica

Costa Rica will nach dem Sensationserfolg zum Auftakt den nächsten Favoriten ärgern. Die Azzurri sind gewarnt, doch die meisten Sorgen bereiten Pirlo und Co. dieses Mal die Temperaturen am Spielort Recife. Das Achtelfinale hat Italien trotzdem schon fest eingeplant.

Donnerstag, 19.06.2014, 21:06 Uhr

Italiens Nationaltrainer Cesare Prandelli lässt die Hitze nicht als Ausrede gelten. Foto: Srdjan Suki
Italiens Nationaltrainer Cesare Prandelli lässt die Hitze nicht als Ausrede gelten. Foto: Srdjan Suki Foto: dpa

Recife (dpa) - Italien schwitzt. Trotz bestandener Hitzeprobe im Dschungel hat der viermalige Weltmeister vor dem Spiel gegen Gruppenschreck Costa Rica Sorgen und sogar eine «gesunde Angst».

Die Squadra Azzurra ist durch den Coup der Ticos gegen Uruguay aufgeschreckt und will an der schwülen Nordostküste unbedingt vermeiden, als nächster Fußball-Weltmeister zu stürzen.

«Es gibt keine Entschuldigungen, wir wissen, dass es heiß und feucht wird», sagte Trainer Cesare Prandelli bei der Abschluss-Pressekonferenz und räumte vor der Partie am Freitag (18.00 Uhr MESZ) in Recife ein: «Wir werden leiden, aber wir haben eine Idee, wie wir auf dem Platz auftreten müssen.»

Gegner Costa Rica hingegen hofft auf einen entscheidenden Vorteil durch die Mittagshitze am Spielort - auch wenn Trainer Jorge Luis Pinto am Vorabend der Partie nichts davon wissen wollte. «Ich mache mir keine Gedanken um das Wetter. Wir müssen kämpfen, wir müssen rennen. Keine Ahnung, ob wir einen Vorteil haben», sagte der Coach und ergänzte: «Italien wird auch kämpfen und rennen. Das haben sie in Manaus gegen England auch getan, und da war es heißer und feuchter.»

Die Azzurri, die vergangene Woche in der Hitzeschlacht von Manaus noch mit 2:1 gegen England gewonnen hatten, machen sich dieses Mal Sorgen um das Klima. «Hitze-Alarm in Recife», titelte die «Gazzetta dello Sport». Die Wärme und eine hohe Luftfeuchtigkeit, der überraschende 3:1-Auftaktsieg der Ticos gegen Uruguay: Die Italiener wollen die zweite Partie keinesfalls zu locker angehen.

«Wir haben großen Respekt vor Costa Rica. Wir müssen 200 Prozent geben», sagte Stürmerstar Mario Balotelli . «Ein bisschen müssen wir sie schon fürchten, wir müssen eine gesunde Angst haben», forderte Daniele De Rossi, einer von vier verbliebenen Weltmeistern von 2006.

Ob der zuletzt verletzte Kapitän Gianluigi Buffon ins Tor zurückkehrt, ist noch offen. «Er hat in den letzten Tagen exzellent trainiert, aber wir müssen jetzt abwarten, wie er auf das heutige Training reagiert», sagte Prandelli und kündigte eine Entscheidung kurz vor der Partie an. Auch bei dem angeschlagenen Innenverteidiger Andrea Barzagli werde man erst am Spieltag eine Entscheidung treffen.

Neben dem Rückhalt von Rekord-Nationalspieler Buffon hoffen die Azzurri gegen Costa Rica vor allem auf geniale Momente von Andrea Pirlo und Tore ihres Stürmerstars Balotelli, der gegen England den Siegtreffer erzielt hatte. «Sein Potenzial ist enorm. Er muss so weitermachen», forderte Prandelli nach dem Auftaktspiel.

«Ich verspüre keinen Druck, ich bin ganz ruhig», versicherte Balotelli und betonte: «Ich hoffe, so viele Tore wie möglich zu schießen, aber wichtiger ist es, dass das Team so weit wie möglich kommt.» Auf die Frage, wen er nach dem Aus von Titelverteidiger Spanien im Finale sehe, antwortete der exzentrische Stürmer: «Darüber mache ich mir keine Gedanken. Wichtig ist, dass wir dorthin kommen.»

Als krasser Außenseiter in die Gruppe D gestartet, führte Costa Rica die Tabelle nach dem ersten Spieltag sogar an und hat eine Chance auf das Achtelfinale. «Wir wollen noch besser spielen als gegen Uruguay. Wir gehen die Aufgabe mit großem Selbstvertrauen an», sagte Pinto und schöpft Hoffnung aus dem couragierten Auftritt gegen Uruguay: «Ich bin zuversichtlich, dass uns so etwas noch einmal gelingt.»

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