Fußball: Weltmeisterschaft in Russland
Messi und Ronaldo - das Ende aller WM-Träume

Moskau -

Lionel Messi und Cristiano Ronaldo werden ihre Karrieren nicht mit einem WM-Titel krönen können, Argentinien (3:4 gegen Frankreich) und Portugal (1:2 gegen Uruguay) sind raus. Dafür darf Kroatien weiter hoffen, gegen Dänemark soll das Viertelfinale erreicht werden. Ein Blick nach hinten  - und auf die Spiele von heute.

Sonntag, 01.07.2018, 13:12 Uhr

Fußball: Weltmeisterschaft in Russland : Messi und Ronaldo - das Ende aller WM-Träume
Am Boden: Argentiniens Star Lionel Messi flog gegen Frankreich (3:4) aus dem WM-Turnier. Foto: dpa

Götterdämmerung bei der Fußball-WM , Lionel Messi (31) und Cristiano Ronaldo (33) sind nach dem Achtelfinale raus. Seit einer Dekade kämpfen der Argentinier Messi und der Portugiese Messi darum, wer denn nun der größte Kicker der Gegenwart ist. Beide konnten bislang keinen WM-Titel gewinnen, das wird auch so bleiben, weil Messi mit Argentinien mit 3:4 gegen Frankreich unterlag. Und auch Ronaldo ging beim 1:2 gegen Uruguay als Verlierer vom Feld.

Ihr Nachfolger? Dafür bietet sich vielleicht ein 19 Jahre alter Bengel aus Frankreich an. Kylian Mbappe drückte der Partie gegen Argentinien seinen Stempel auf. Es war vielleicht das spektakulärste Spiel der WM. Nein, das war das bislang spektakulärste Spiel der WM, noch besser als der 3:3 zwischen Portugal und Spanien.

Und bei Uruguay war es Edison Cavani, der beide Treffer zum 2:1 über Portugal erzielte - und am Ende verletzt raus musste. Die Wade der Nation: Uruguay bangt nun um Cavani. Die Südamerikaner hatten dabei „CR7“ überragend gut im Griff. Cavani und Luis Suarez dagegen waren nie zu stoppen. Jetzt also Uruguay gegen Frankreich im ersten Viertelfinale, beide Teams sind richtig gut in Schuss.

WM-Zeugnis der deutschen Spieler

1/23
  • Manuel Neuer: Als er dann doch spielte nach neunmonatiger Verletzungspause, war er voll da, hielt fast alle Bälle, aber eigentlich auch keinen einzigen unhaltbaren.

    Note: 2,5

    Foto: dpa
  • Andre ter Stegen: Wurde von Neuer verdrängt und schaute sich das alles notgedrungen aus der Distanz an.

    Note: keine.

    Foto: dpa
  • Marvin Plattenhardt: Vertrat im ersten Spiel auf der linken Seite Jonas Hector und bekam zu spüren, was international erwartet wird, nämlich viel mehr als bei der Hertha.

    Note: 4

    Foto: dpa
  • Jonas Hector: Er bleibt der Platzhirsch auf der linken Seite, mangels Alternativen – und er machte so sein Ding, das aber immerhin ordentlich.

    Note: 3

    Foto: dpa
  • Matthias Ginter: Kein Einsatz für den Confed-Cup-Sieger, schlechter wäre es mit „Mister Zuverlässig“ auch nicht gelaufen.

    Note: keine.

    Foto: dpa
  • Mats Hummels: Der Weltmeister von 2014 mühte sich, mehr aber auch nicht, war meilenweit von seiner Brasilien-Form entfernt, kämpfte vor allem mit sich selbst.

    Note: 4

    Foto: dpa
  • Niklas Süle: Durfte nur   gegen Südkorea ran, ist aber mit seiner Ruhe und guten Spieleröffnung der Mann der Zukunft in der Innenverteidigung.

    Note: 3,5

    Foto: dpa
  • Antonio Rüdiger: Zappelte durch die Partie gegen Schweden, macht mit seinen Leichtsinnsaktionen die halbe Welt verrückt, hat aber Potenzial, könnte auf Dauer mit Süle gemeinsame Sache machen.

    Note: 4

    Foto: dpa
  • Jerome Boateng: Sinnbild für die deutsche Krise, nicht hundertprozentig fit, murkste sich so durch, ehe er zurecht Gelb-Rot gegen Schweden sah.

    Note: 4

    Foto: dpa
  • Joshua Kimmich: Er ist ein offensiver Rechtsverteidiger, wollte aber auf der rechten Seite den Arjen Robben geben – und scheiterte damit grandios.

    Note: 4

    Foto: dpa
  • Sami Khedira: Eine einzige Enttäuschung, weil Mumm, Biss, Spritzigkeit, Übersicht, Torgefahr, halt alles, bei dem Mann von Juventus Turin fehlten.

    Note: 5

    Foto: dpa
  • Julian Draxler: War vom Bundestrainer  als „next sensation“ angekündigt und zeigte davon praktisch nichts.

    Note: 4,5

    Foto: dpa
  • Toni Kroos: Ohne Kroos wäre schon nach dem zweiten Spiel der Ofen aus gewesen, aber er versuchte am ehesten, die Leaderrolle auszufüllen.

    Note: 3

    Foto: dpa
  • Mesut Özil: Der Mann für die besonderen Momente  blieb ohne die besonderen Momente und war damit einfach eine riesige Enttäuschung.

    Note: 5

    Foto: dpa
  • Thomas Müller: Spielte, nein stolperte gerade gegen Südkorea regelrecht über das Feld und brachte wirklich nichts auf die Kette, fürchterlich.

    Note: 5

    Foto: dpa
  • Leon Goretzka: Durfte sich gegen Südkorea zeigen und wäre mit einem möglichen Kopfballtreffer vielleicht beinahe zum Vorrundenheld geworden – hätte, hätte, Fahrradkette.

    Note: 4

    Foto: dpa
  • Sebastian Rudy: Nach 23 Minuten war beim WM-Debüt Schluss mit einem Trümmerbruch in der Nase, aber er zeigte in kurzer Zeit mehr an Perspektive als die meisten anderen Mittelfeldakrobaten.

    Note: 3

    Foto: dpa
  • Ilkay Gündogan: Nach einer Supersaison bei Manchester City nun ein echter WM-Superflop, ohne Worte, vom Bundestrainer in diesen Wochen total falsch eingeschätzt.

    Note: 5

    Foto: dpa
  • Timo Werner: War einer der wenigen Lichtblicke und setzte Akzente, mit ihm könnte das in der Zukunft etwas werden  als Eckpfeiler der Nationalelf.

    Note: 3

    Foto: dpa
  • Marco Reus: Stark nach der Einwechselung, stark gegen Schweden, auf Tauchstation in der Beringsee gegen Südkorea. Insgesamt aber völlig okay.

    Note: 3

    Foto: dpa
  • Julian Brandt: Drei Kurzeinsätze, zwei mit Top-Qualität, einer zum vergessen, als es um alles ging.

    Note: 2,5

    Foto: dpa
  • Mario Gomez: Der alte Mann und die Chancen, die er gegen Südkorea in Hülle und Fülle vergab. Immerhin konnte er zumindest als mutiger Wortführer in der Krise etwas überzeugen.

    Note: 3,5

    Foto: dpa
  • Kevin Trapp: Der dritte Mann, den keiner sah, weil er wie erwartet nicht spielte.

    Note: keine.

    Foto: dpa

Zu Wort meldet sich im Übrigen auch Niklas Süle, der deutsche Nationalspieler. Der Bayern-Verteidiger postete auf Instagram seine Wahrheit, natürlich mit der mittlerweile DFB-eigenen Medienschelte: „2014 waren wir alle Weltmeister! Das heißt aber auch, dass wir 2018 alle ausgeschieden sind! Eure Kritik ist angebracht und mehr als gerechtfertigt! Es geht mir auch nicht um die Medien, die sowieso versuchen alles schlecht zu reden.. Es geht mir um wahre Fans, die bei Erfolg und bei Misserfolg da sind! Deswegen hoffe ich auf die Unterstützung von ganz Deutschland, um stärker zurückzukommen!“

Die Entscheidung, ob Bundestrainer seinen bis 2022 datierten Vertrag erfüllt, ist weiter offen. Ilkay Gündogan und Jerome Boateng erklärten derweil, beim Re-Start der Nationalelf dabei sein zu wollen, Mesut Özil hat sich Bedenkzeit erbeten.

Aber heute wird Russland gegen Spanien der Knaller von Luschniki sein, um 16 Uhr ist Anpfiff. Die Hauptstadt des Riesenreiches steht Kopf, man träumt von einer Sensation durch das Team des ehemaligen Bundesliga-Torwartes Stanislaw Tschertschessow. Die ist nicht ausgeschlossen, denn der Ex-Weltmeister ums Andres Iniesta murkste sich in das Achtelfinale. Und: Russland war in den beiden ersten Partien die laufstärkste Mannschaft des Turniers.

In Nischni Nowgorod wird der Geheimfavorit Kroatien, der gar nicht mehr so geheim ist, sich mit Dänemark und 20 Uhr messen. Es ist das Duell der Mittelfeldspieler. Bei Kroatien sind das Luka Modric (Real Madrid) und Ivan Rakitic (FC Barcelona), Dänemarks Trumpf heißt Christian Erikson (Tottenham Hotspurs). Hier, genau im Zentrum des Spielfeldes, dürfte die Entscheidung über Sieg und Niederlage fallen.

Achtel- und Viertelfinale im Überblick

Achtelfinale V, 2. Juli, Montag, 16 Uhr, in Samara: Brasilien - Mexiko 
Achtelfinale VI, 2. Juli, Montag, 20 Uhr, in Rostow: Belgien - Japan 
Achtelfinale VII, 3. Juli, Dienstag, 16 Uhr, St. Petersburg: Schweden - Schweiz 
Achtelfinale VIII, 3. Juli, Dienstag, 20 Uhr, in Moskau: Kolumbien - England 
Viertelfinale I, 16 Uhr, 6. Juli, Freitag, in Nischni Nowgorod: Uruguay - Frankreich 
Viertelfinale II, 20 Uhr, 6. Juli, Freitag, in Kasan: ? - ? 
Viertelfinale III, 16 Uhr, 7. Juli, Samstag, in Samara: ? - ? 
Viertelfinale IV, 20 Uhr, 7. Juli, Samstag, in Sotschi: ? - ? 

...
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5865876?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F197%2F2263186%2F2380114%2F
550 Autofahrer nutzen Park-and-Ride-Angebot am Coesfelder Kreuz
Im Fünf-Minuten-Takt fuhren die Busse am Samstag am Coesfelder Kreuz vor. Trotzdem war es an der Bushaltestelle voll.
Nachrichten-Ticker