Fußball
Iran und Nigeria die Sorgenkinder mit Problemchen

1998 feierten Nigeria und Iran jeweils ihren bislang letzten Sieg bei einer Fußball-WM. In Curitiba brauchen beide Teams schon zum Auftakt vor dem Duell mit Argentinien dringend einen Erfolg. Vor der Partie sind die Außenseiter aber mit sich selbst beschäftigt.

Sonntag, 15.06.2014, 22:06 Uhr

Aschkan Dejagah (l) und Andranik Timotian wollen den Iran stolz machen. Foto: Rungroj Yongrit
Aschkan Dejagah (l) und Andranik Timotian wollen den Iran stolz machen. Foto: Rungroj Yongrit Foto: dpa

Curitiba (dpa) - Nach 16 Jahren sehnen die WM-Sorgenkinder das Ende ihrer quälenden Sieglosserie herbei, vor dem Start sind der Iran und Nigeria aber mehr mit ihren skurrilen Problemen beschäftigt.

Immerhin haben die Super Eagles ihren langwierigen schwelenden Prämienstreit einen Tag vor der Partie beendet. Bei den finanziell angeschlagenen Iranern sorgt indes eine Eiszeit zwischen Verband und Trainer für Unruhe.

Wenigstens ist die Trikot-Posse ausgestanden. «Es ist die größte Sache, die seit vielen Jahren für den Iran passiert», forderte der langjährige Bundesliga-Profi Aschkan Dejagah eine Fokussierung auf den Anlauf zum zweiten WM-Erfolg überhaupt. «Hoffentlich können wir das Land stolz machen.»

Bei diesem Ziel geht es angesichts der weiteren Gruppengegner Argentinien und Bosnien-Herzegowina für beide Außenseiter schon am Montag (21.00 Uhr) in Curitiba um fast alles. «Wenn wir das erste Spiel gegen Nigeria positiv für uns gestalten, haben wir gute Möglichkeiten, weiterzukommen», betonte der Deutsch-Iraner Daniel Davari im dpa-Interview.

Doch auch wenn der Keeper von Eintracht Braunschweig seinen Coach Carlos Queiroz als «genau den richtigen Mann» lobt, ist der Portugiese keinesfalls unumstritten. In seiner Amtszeit integrierte der Querdenker mehrere Profis aus dem Ausland wie Dejagah, Davari oder Topstürmer Resa «Gucci» Ghoochannejhad, liegt aber mit dem Verbandsboss im Unfrieden.

Erst kurz vor WM-Start erklärte Ali Kafaschian eine Weiterarbeit mit Queiroz für höchst unwahrscheinlich, da dieser ein zu hohes Gehalt fordere. Im Trainingslager machten die beiden zudem mit gegenseitigen Schuldzuweisungen über vermeintlich einlaufende Trikots Schlagzeilen. Bei der Abschluss-Pressekonferenz in Curitiba sprach Queiroz erneut die finanziellen Probleme an: «Das ist für uns ein Nachteil. Aber wir sind hier. Das Team hat es sich verdient.»

Queiroz bezeichnete am Sonntag in der Arena da Baixada Nigeria als Favoriten: «Das ist ein Team voller Stars , tolle Spieler», die fast alle in Europa» engagiert seien. «Es wird schwierig für uns, aber wir haben unsere Chance.» Der Portugiese setzt auf den Zusammenhalt seiner Spieler: «Unser Star ist der Teamgeist.»

Auch im Binnenverhältnis zwischen nigerianischem Verband und dem Team gibt es Probleme. Führungsspieler wie Kapitän Joseph Yobo und Chelsea-Star John Obi Mikel wurden bei den Verantwortlichen vorstellig. Knackpunkt war eine geforderte Auflaufpauschale, schon beim Confederations Cup 2013 hatte es Zoff wegen der Prämien gegeben.

Nun hat die Nigerianische Fußball-Föderation (NFF) gerade noch rechtzeitig mit den Spielern eine Einigung erzielt. Für jeden Sieg während der Gruppenphase gibt es laut einer Verbandserklärung vom Sonntag 10 000 US-Dollar pro Mann. Sollte Nigeria erstmals Weltmeister werden, würde jeder Spieler 102 500 US-Dollar kassieren.

Wie sein Gegenüber Queiroz legt sich Nigerias Coach Stephen Keshi ebenfalls gerne mal mit seinem Arbeitgeber an. Bei der fünften WM-Teilnahme rechnet der 52-Jährige fest mit einem erfolgreichen Start des Olympiasiegers von 1996 - es wäre wie beim Iran das erste Erfolgserlebnis auf der größten Fußball-Bühne seit 1998.

«Wir sind fast da, wo wir hin wollen», meinte Keshi, der während des Brasilien-Abenteuers von konstanten Leistungen von Torhüter Vincent Enyeama und Taktgeber John Obi Mikel abhängig ist. «Das Passspiel entwickelt sich in die richtige Richtung und die Spieler erledigen ihre Aufgaben auch so, wie wir das wollen.»

Für den bulligen Stürmer Emmanuel Emenike hat der Auftakt auch bereits Endspielcharakter. «Unser erstes Spiel ist sehr entscheidend», sagte der Angreifer von Fenerbahce Istanbul. «Meine ganzen Gedanken sind jetzt nur beim Iran.» Damit die Reibungspunkte abseits des Platzes für 90 Minuten keine Rolle spielen.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2523939?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F197%2F2263186%2F2516342%2F2390168%2F4841011%2F4841013%2F
Gute Position Münsters im Städtereport
Die Ludgeristraße ist gemeinsam mit dem Prinzipalmarkt die am stärksten frequentierte Einkaufsstraße in Münsters Innenstadt.
Nachrichten-Ticker