18 WM-Teams sind in der Gemeinde vertreten
Auch der Iran hat Fans in Westerkappeln

Westerkappeln -

Mit dem Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft am Donnerstag werden in Westerkappeln nicht nur deutsche Fähnchen geschwenkt. In der Gemeinde leben Fans aus 17 weiteren von insgesamt 32 teilnehmenden Mannschaften. Auch für den Iran wird mitgefiebert.

Freitag, 15.06.2018, 14:08 Uhr

32 Mannschaften spielen bei der Fußball-WM mit, In 17 Ländern – ohne Deutschland – haben Menschen aus Westerkappeln ihre Wurzeln. Zwei Herzen schlagen bei der Fußball-WM in seiner Brust. Mansour Rahmian fiebert mit dem iranischen und dem deutschen Team mit.
32 Mannschaften spielen bei der Fußball-WM mit, In 17 Ländern – ohne Deutschland – haben Menschen aus Westerkappeln ihre Wurzeln. Zwei Herzen schlagen bei der Fußball-WM in seiner Brust. Mansour Rahmian fiebert mit dem iranischen und dem deutschen Team mit. Foto: Frank Klausmeyer

Mit dem Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft am Donnerstag werden in Westerkappeln nicht nur deutsche Fähnchen geschwenkt. In der Gemeinde leben Fans aus 17 weiteren von insgesamt 32 teilnehmenden Mannschaften. Bis auf Ozeanien sind alle Kontinentalverbände vertreten. Gleich zwei Fußballherzen schlagen dabei in Mansour Rahmians Brust. Er fiebert sowohl mit der deutschen Mannschaft als auch der iranischen Elf mit.

Der 53-jährige wohnt zwar nicht in Westerkappeln, hier hat er aber als langjähriger Mitarbeiter des Bauamtes seine berufliche Heimat gefunden.

Mansour Rahmian ist ein glühender Fußball-Fan. „Früher dachte ich, ich könnte ohne nicht leben“, sagt er. In seinem Mutterland Iran schickte der Bauingenieur sich sogar an, eine passable Fußballer-Karriere hinzulegen. „Ich habe dort aktiv in der ersten Jugend-Liga gespielt.“ Dann wurde er zum Militärdienst eingezogen. „Das war ein Bruch“, berichtet er.

Dem aktiven Fußball ist er allerdings bis heute treu geblieben: Er, der immer noch durchtrainiert wirkt, spielt bei den Alten Herren in seinem Wohnort Bünde. Sohn und Tochter – mittlerweile 27 und 21 Jahre alt – kicken auch. Rahmian hat früher sogar die C-Trainer-Lizenz erworben.

Zwei Herzen schlagen bei der Fußball-WM in seiner Brust. Mansour Rahmian fiebert mit dem iranischen und dem deutschen Team mit.

Zwei Herzen schlagen bei der Fußball-WM in seiner Brust. Mansour Rahmian fiebert mit dem iranischen und dem deutschen Team mit. Foto: Frank Klausmeyer

Seit 30 Jahren lebt und arbeitet er in Deutschland. Da versteht es sich fast von selbst, dass er auch Fan von Jogis Truppe ist. „Ich habe diesem Land sehr viel zu verdanken.“ Im Iran sei die deutsche Mannschaft auch sehr beliebt, weiß der 53-Jährige zu berichten. Für ihn sind die Spieler um Kapitän Manuel Neuer natürlich ein Favorit für den Titel.

Für den Iran sei vermutlich – wie 1978, 1998, 2006 und 2014 – schon nach der Vorrunde Schluss, befürchtet der Familienvater mit Blick auf die Gruppengegner, als da wären der amtierende Europameister Portugal und Spanien als weiterer hoch gehandelter Titelanwärter. „Aber vielleicht gibt es doch eine Überraschung“, hofft Rahmian auf ein Weiterkommen. Vor vier Jahren zeigte Tīm-i Mellī – also das Nationalteam – eine sehr respektable Leistung gegen den späteren Finalisten Argentinien und musste sich nur knapp mit 0:1 geschlagen geben.

In Westerkappeln drücken natürlich die meisten Fans der deutschen Auswahl die Daumen. Von den 11 403 Einwohnern (Stichtag 14. Juni), sind sie mit 10 702 potenziellen Anhängern die größte Fangruppe. Unter den übrigen WM-Teilnehmern der in Westerkappeln vertretenden Länder bilden die Polen mit 88 Fans den größten Block, gefolgt von Russland (37) und Serbien (30). Das Vereinigte Königreich ist in Westerkappeln mit 20 Staatsbürgern vertreten, wobei nicht unbedingt alle Britten England mögen müssen. Auf zweistellige Fan-Gruppen bringen es außerdem noch Portugal (15) und Nigeria (12). Die Niederländer hätten sogar 35 Anhänger in der Gemeinde gehabt, bekanntlich fahren wir aber ohne Holland zur WM.

Spanien ist mit neun Bürgern in Westerkappeln vertreten, Kroatien mit sechs, der Iran – ohne Mansour Rahmian – mit fünf, Frankreich mit vier und Ägypten sowie Belgien mit je drei Einwohnern.

Völlige Exoten mit jeweils nur einem Fan unter den in Westerkappeln vertretenen WM-Ländern sind Brasilien, Japan, Marokko und die Schweiz. Aus Mexiko – dem ersten Gruppen-Gegner der deutschen Mannschaft – stammen zwei Westerkappelner.

Mansour Rahmian wird am Sonntag bei der Partie natürlich vor dem Fernseher sitzen. „Ich werde alle Spiele der deutschen und der iranischen Mannschaft live verfolgen“, steht für den 53-Jährigen, der beide Staatsbürgerschaften besitzt, fest. Und zu allen Spielen wird er das passende Trikot überstreifen. Deutschland und Iran könnten – auch wenn eher unwahrscheinlich – frühstens im Halbfinale aufeinandertreffen. Und dann ? Trikotwechsel in der Halbzeit? „Dann ziehe ich ein neutrales Trikot an“, sagt Mansour Rahmian lachend.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5821722?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F197%2F2263186%2F2516452%2F
Nachrichten-Ticker