Fußball: WM-Interview
Referees und Videobeweis in Russland top

Vor vier Jahren in Brasilien standen die Unparteiischen – insbesondere die, die nicht in den europäischen Ligen pfeifen – massiv in der Kritik. Das sei in Russland deutlich besser, findet der Sendener Referee Christian Arends.

Freitag, 29.06.2018, 19:28 Uhr

Vom Fach: Christian Arends (r.).
Vom Fach: Christian Arends (r.). Foto: rp

Wie bewerten Sie die bis dato gezeigten Schiedsrichterleistungen?

Arends: Deutlich besser als bei der WM 2014 . Mit Ausnahme vielleicht des kolumbianischen Kollegen (Wilmar Roldán – d. Red.). Der lag schon ein paarmal falsch und hat sich auch von den Videoassistenten nicht umstimmen lassen.

Felix Brych lag auch ein Mal daneben, oder?

Arends: Sagen wir so: Ich hätte den Elfer gegen die Schweiz gegeben.

Tragen Videobeweise zur besseren Spielleitung bei?

Arends: Definitiv. Auch funktioniert das Zusammenspiel mit den Schiedsrichtern deutlich besser als etwa in der Bundesliga.

Die Unparteiischen sind angehalten, bei der WM mehr laufen zu lassen. Eine gute Entscheidung?

Arends: Ja. Ich habe das selbst bei Jugendturnieren in Südeuropa erlebt. Es fördert in jedem Fall den Spielfluss. Dort wird auch weniger lamentiert. In Deutschland neigen wir ja leider dazu, Entscheidungen der Schiris zu kommentieren, noch ehe sie gefällt werden (lacht).

Haben Superstars wie Ronaldo einen Bonus?

Arends: Sie meinen die mögliche rote Karte? Ich hätte die auch nicht gezückt, eine klare Tätlichkeit war das nicht. Möglich, dass man – ohne Absicht – bei solchen Ausnahmefußballern ein anderes Maß anlegt. So wie, umgekehrt, Rabauken à la Pepe oder früher Gennaro Gatuso eher vom Platz fliegen als andere. flo   Christian Arends tippt die Spiele am Wochenende:

Frankreich – Arg. 3: 2 n.V.

Uruguay - Portugal 1: 2

Spanien - Russland 3: 1

Kroatien - Dänem. 5: 4 n.E.

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