Fußball: WM-Interview
Südamerikaner herzerfrischend – Europäer versnobt

Bezirk Lüdinghausen -

Man hätte ja annehmen können, dass Christoph Davids, eingefleischter Royalist und Fan des Vereinigten Königreichs, bei der Weltmeisterschaft den Engländern die Daumen drückt. Tut der Lüdinghauser aber nicht.

Montag, 02.07.2018, 20:00 Uhr

Christoph Davids
Christoph Davids Foto: wer

Interessieren Sie sich eigentlich für Fußball?

Davids : Für Hockey habe ich mehr übrig. Aber die WM verfolge ich schon.

Die Engländer, seit Menschengedenken für ihr einfallsloses Kick-and-Rush bekannt, begeistern plötzlich mit attraktiver Spielweise. Überrascht Sie das?

Davids: Oh je, das geht mir jetzt ein bisschen zu sehr ins Detail. Aber wissen Sie, was mir am bisherigen Turnier wirklich Freude bereitet?

Nur zu!

Davids: Dass es die Weltmeisterschaft der anderen ist. Der kleineren Nationen, die sonst nicht so im Rampenlicht stehen. Die großen Fußballmächte – Deutschland oder Spanien zum Beispiel – waren mir viel zu versnobt auf dem Platz. Folgerichtig sind sie auch ausgeschieden. Spaß machen mir dagegen die Russen, obwohl vieles dort kritikwürdig ist. Oder die Uruguayer und die Kolumbianer. Wie herzerfrischend die nach vorne spielen! Deshalb glaube ich, dass ein Team aus Südamerika Weltmeister wird. Und deshalb werde ich im Achtelfinale auch nicht den Engländern die Daumen drücken.

Zumal Sie als Verehrer des Königshauses ja eh für ein gesamtbritisches Team plädieren müssten.

Davids: Ganz richtig. Man stelle sich bloß vor, der Brexit kommt – und Wales, Schottland sowie Nordirland spalten sich von England ab. Dann wäre die Queen ja eine Regentin ohne Reich. Das wäre doch furchtbar traurig! ► Christoph Davids tippt die beiden Dienstagsspiele: Schweden - Schweiz 1:2Kolumbien - England 3:1

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