Fußball: WM 2018
Starke Russen und durstige Fans: Überraschungen und Enttäuschungen

Moskau -

Russland, Ronaldo und die „Feurigen“ sind top. Messi, Polen und Bierebbe sind Flops. Ein erstes, nicht immer ganz ernst zu nehmendes Fazit der ersten zwei WM-Wochen.

Montag, 25.06.2018, 14:04 Uhr aktualisiert: 25.06.2018, 20:16 Uhr
Die Russische Nationalmannschaft zählt zu den positiven Überraschungen dieser WM. Das ist gut für die russischen Fans in Besonderen und die WM-Stimmung im Allgemeinen.
Die Russische Nationalmannschaft zählt zu den positiven Überraschungen dieser WM. Das ist gut für die russischen Fans in Besonderen und die WM-Stimmung im Allgemeinen. Foto: dpa

Es ist die Woche der Entscheidungen, zumindest was die Gruppenphase betrifft. Einige enttäuschten auf ganzer Linie, andere rappelten sich auf, einige geben Rätsel auf, manche starteten durch. Die Überraschungen und Enttäuschungen im Überblick:

Der neue Star: Denis Tscheryschew

Überraschung I: Russland waren keine Chancen ausgerechnet, auf Platz 70 der Weltrangliste war die „Sbornaja“ die am schlechtesten platzierte Mannschaft im Turnier - hinter Panama (55) und Saudi-Arabien (67). Jetzt steht das Land Kopf nach zwei eindrucksvollen Siegen, das Achtelfinale war vorzeitig erreicht. Der neue Star heißt: Denis Tscheryschew, Trikotnummer 6. Merken, bitte.

Ex-Weltmeister zittern

Enttäuschung I: Ex-Weltmeister sind wie Traditionsvereine, das bedeutet der Konkurrenz nichts, gar nichts. Vorsprung durch Renomee gilt nicht. Brasilien, Deutschland und Argentinien zittern in der Vorrunde. Das Weiterkommen ist keineswegs sicher.

So kommt Deutschland ins Achtelfinale

1/11
  • Am letzten Spieltag der WM-Vorrunde sind beim Duell des Weltmeisters gegen Südkorea am Mittwoch (16.00 Uhr) in Kasan und dem Parallelspiel von Mexiko gegen Schweden zahlreiche Konstellationen möglich. In zwei Fällen müsste sogar das Los entscheiden:

    Foto: Colourbox.de
  • Folgende Kriterien gelten in absteigender Reihenfolge:

    1. Tordifferenz aus allen Gruppenspielen
    2. Anzahl der erzielten Tore aus allen Gruppenspielen
    3. Anzahl Punkte aus dem direkten Vergleich
    4. Tordifferenz aus den Direkt-Begegnungen
    5. Anzahl der in den Direkt-Begegnungen erzielten Tore
    6. Fair-Play-Wertung (mit Minuspunkten für Gelbe 1, Gelb-Rote 3 und Rote Karten 4)
    7. Losentscheid

    Deutschland erreicht demnach das Achtelfinale...

    Foto: Colourbox.de/dpa
  • ...wenn das DFB-Team mit mindestens zwei Toren Unterschied gegen Südkorea gewinnt.

    Südkorea (hier Heung-Min Son nach der 1:2-Niederlage gegen Mexiko) wäre dann als Gruppenletzter definitiv ausgeschieden. 

    Foto: dpa
  • ...wenn das DFB-Team gegen Südkorea gewinnt und Schweden nicht gegen Mexiko gewinnt.

    Mexiko käme dann als Gruppenerster ins Achtelfinale.

    Foto: dpa
  • ...wenn das DFB-Team mit 1:0 gegen Südkorea gewinnt und Schweden mit 1:0 gegen Mexiko gewinnt.

    Die drei Mannschaften hätten dann alle jeweils sechs Punkte und 3:2 Tore. Es käme also auf den direkten Vergleich der drei Teams an. Dort lägen Deutschland und Schweden (3 Punkte, 2:2 Tore) vor Mexiko (3 Punkte, 1:1 Tore).

    Zwischen Schweden und Deutschland käme es anschließend zum Vergleich der Fairplay-Wertung, in der Deutschland wegen der Gelb-Roten Karte gegen Boateng (hinzu kommen 2 Gelbe Karten) derzeit hinter Schweden (3 Gelbe Karten) liegt.

    Foto: Colourbox.de
  • ...wenn das DFB-Team gegen Südkorea mit einem Tor Unterschied gewinnt, Schweden mit einem anderen Ergebnis gegen Mexiko gewinnt und Deutschland anschließend die bessere Tordifferenz als Mexiko (Beispiel: Deutschland gewinnt 2:1, Schweden gewinnt 2:0) oder bei gleicher Differenz mehr Tore als Mexiko geschossen hat (Beispiel: Deutschland gewinnt 2:1, Schweden gewinnt 1:0).

    Foto: dpa
  • Für den Fall, dass das DFB-Team mindestens zwei Tore schießt und mit einem Tor Unterschied gegen Südkorea gewinnt (2:1/3:2/4:3 etc.) und Mexiko mit dem gleichen Ergebnis gegen Schweden verliert, käme es zu einem Vergleich der Fairplay-Wertung von Deutschland und Mexiko. Sollte auch hier Gleichheit herrschen (Mexiko müsste im letzten Spiel eine Gelb-Rote Karte "aufholen"), würde das Los entscheiden.

    Foto: dpa
  • Doch es muss nicht unbedingt ein Sieg sein. Deutschland ist auch dann im Achtelfinale,...

    ...wenn das DFB-Team gegen Südkorea unentschieden spielt und Schweden gegen Mexiko verliert.

    Schweden wäre somit ausgeschieden.

    Foto: dpa
  • ...wenn das DFB-Team gegen Südkorea unentschieden spielt und Schweden ebenfalls ein Remis gegen Mexiko erzielt. Dann muss Deutschland mindestens so viele Tore bei seinem Unentschieden erzielen wie Schweden.

    Foto: dpa
  • ...wenn das DFB-Team gegen Südkorea mit einem Tor Unterschied verliert und Schweden gegen Mexiko ebenfalls mit dem gleichen Ergebnis verliert. Dann käme es zum Dreiervergleich zwischen Deutschland, Schweden und Südkorea. In diesem hätte Deutschland bei einer Niederlage von 1:2, 2:3, etc. die meisten geschossenen Tore im Dreiervergleich und wäre weiter.

    Foto: dpa
  • ...Für den Fall, dass Deutschland und Schweden 0:1 verlieren, käme es zu einem Vergleich der Fairplay-Wertung beider Teams. Sollte auch hier Gleichheit herrschen, müsste das Los entscheiden.

    Foto: dpa

Überraschung II: Cristiano Ronaldo startet nun auch bei der WM durch, zwei Spiele, vier Tore. Ohne „CR7“ würde es düster beim Europameister aussehen. Im Privatduell zwischen Ronaldo und Messi , zwischen Nike und Adidas, steht es 4:0 - für den Portugiesen. Sympathisch ist trotzdem anders.

Enttäuschung II: Lionel Messi, Argentinien, Jorge Sampaoli. Während der 31 Jahre alte Superstar vom FC Barcelona bislang wie auf Valium über den Platz schleicht, ganze 7,6 km im Spiel gegen Kroatien vor sich hintrabte, tigert Trainer Sampaoli wie ein ADHS-Kind ohne Ritalin in seiner Coachingbox auf und ab - und weiß überhaupt nicht, was er mit den Gauchos machen soll. Höhepunkt ist, Vorsicht Ironie, dass Sampaoli dem Messi eine WhatsApp geschickt hat und ihm die volle Unterstützung zugesagt hat bei der Aufstellung. Hä, wer ist denn hier der Trainer?

Kroatien überzeugt

Überraschung III: „Vatreni“. Die „Feurigen“. Kroatien ist das heiße Ding aktuell bei der WM. Und warum? Weil die beiden Hitzköpfe Luka Modric (Real Madrid) und Ivan Rakitic (FC Barcelona) gemeinsam Sache machen. Zwei Siege, fünf Treffer, kein Gegentor, sechs Punkte. Und wer ist der „neue Kovac“ auf der Bank: Zlatko Dalic. Auch mal abspeichern, den Namen.

Enttäuschung III: Deutsche Provokationen, schwedische Rempeleien. Ja, ja, ist Männersport und so. Aber weder mussten die beiden DFB-Verantwortlichen auf dicke Hose machen beim Siegtor, noch die Gegenseite schubsen, als sei das Billy-Regal schlecht aufgebaut. Setzen, sechs, und zwei Strafen für doofes Verhalten von der Fifa.

Videobeweis funktioniert

Überraschung IV: Der Videobeweis, offiziell muss man VAR oder Videoassistent sagen, funktioniert überraschend gut. Bis hierhin passte jede Überprüfung. Auch die Schiedsrichter agieren lässig, lassen die Partien laufen. Könnte im Übrigen ein neuer Jobmotor werden: Vier, wirklich vier Schiedsrichter, sitzen im Fernsehstudio als VAR und debattieren kritische Entscheidung. Gut dabei ist, dass die Schwelle für einen Eingriff ganz hoch gelegt ist. Einer hatte deshalb Glück: Jerome Boateng beim Tackling am Samstag im Spiel gegen Schweden, in der Bundesliga-Saison hätte das die Rote Karte und Elfmeter gegeben. Und alle Bayern-Fans hätten geheult.

WM 2018_810x110_Zeichenfläche 1 - Sie haben keine Berechtigung dieses Objekt zu betrachten.

Enttäuschung IV: Robert Lewandowski, der polnische Superstürmer von Bayern München. Vor ein paar Monaten setzte er den Tweet ab an seinen Teamkollegen James, dass er ihn für seine Tore bei der WM 2014 bewundern würde. Und 2018 würde James ihn, also Lewandowski, für seine Tore für Polen bewundern. Sonntag gewann Kolumbien 3:0 gegen Polen. Tweet retweeted retweeted: Polen ist raus, Lewandowski in der Torjägerliste bei 0. #liefnicht.

Nicht genug Bier in Kneipen

Überraschung V: England und Belgien, Gruppe G, Harry Kane und Romelo Lukaku, fünf Tore und vier Treffer, Titelanwärter im Groove, Torfabriken. Versprechen eingehalten.

Enttäuschung V: Brutal enttäuschend sagen einige ist, dass phasenweise einige Kneipen im Zentrum von Moskau oder auch in Kasan und Sotchi kein Bier mehr haben, man war nicht vorbereitet auf den den Ansturm der Fans.

PS: Der Autor dieser Zeilen trinkt kein Bier und kann das nur vom Hörensagen mitteilen. Ihm ist es einerlei.

Deutschland gegen Schweden: Das WM-Vorrundenspiel in Bildern

1/79
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
  • Foto: dpa
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5849932?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F197%2F2263186%2F2389816%2F
Nachrichten-Ticker