Wirtschaft
WestLB will Geld vom Bund

Donnerstag, 12.11.2009, 19:11 Uhr

Düsseldorf/Münster - Im Poker um die schwer angeschlagene WestLB verhandelt der Bund über eine Kapitalspritze in Milliardenhöhe. Damit wäre die WestLB die erste Landesbank, an der sich der bundeseigene Banken-Rettungsfonds Soffin beteiligt. Gleichzeitig meldete die Bank am Donnerstag wieder rote Zahlen.

„Wir stehen mitten in Verhandlungen“, hieß es in NRW-Finanzkreisen. Derzeit könne niemand sagen, ob es sich bei der Beteiligung „um zwei, vier oder sechs Milliarden Euro handelt“. Im Finanzausschuss des Landtags hatte Finanzminister Helmut Linssen wegen der Brisanz der Lage nur in vertraulicher Runde Auskunft erteilt.

Die Zeit drängt: Bis zum 30. November müssen die Eigentümer eine Lösung zur Rettung der WestLB präsentieren. Land und Sparkassenverbände bürgen mit insgesamt neun Milliarden für die WestLB - vier Milliarden sind aber bis zum 30. November befristet. Steht bis dahin keine Lösung, müssen Land und Sparkassen bürgen.

WestLB-Chef Dietrich Voigtländer zeigte sich dennoch optimistisch: „Die auf profitables Kundengeschäft fokussierte, aus der WestLB entstehende Kernbank nimmt Gestalt an“, erklärte er.

Doch die Lage bleibt kritisch. Deshalb prüft der Soffin eine Eigenkapitalspritze von zwei bis drei Milliarden für die künftige Kernbank. Damit fielen dem Bund Anteile von über 50 Prozent an der WestLB zu. Diese Kernbank soll später verkauft werden oder mit einer anderen Landesbank fusionieren.

Nach Angaben von WestLB-Chef Dietrich Voigtländer sollen parallel dazu „toxische Wertpapiere“ von 87 Milliarden in eine neue Abwicklungsbank („Bad Bank“) ausgelagert werden. Finanzminister Linssen hatte die Sparkassen in einem Brandbrief gedrängt, „ihrer Eigentümerverantwortung durch Rückgriff auf Vermögen“ nachzukommen. Die Sparkassen zögern aber bisher, weiteres „frisches Geld“ zur Rettung der WestLB freizugeben. Noch ist auch unklar, ob der Soffin eine stille Einlage macht oder Mehrheitseigner werden will.

Auch die am Donnerstag vorgelegte Zwischenbilanz fiel überraschend schwach aus. Die WestLB schrieb im dritten Quartal erstmals nach eineinhalb Jahren wieder rote Zahlen. Durch eine erhöhte Risikovorsorge im Kreditgeschäft entstand ein Vorsteuerverlust von insgesamt 40 Millionen .

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/548308?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F197%2F200%2F594128%2F594130%2F
Nachrichten-Ticker