Wirtschaft
Transrapid bald in Brasilien?

Freitag, 09.04.2010, 18:40 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 09.04.2010, 18:40 Uhr

Lathen /Berlin - Im Emsland keimt die Hoffnung wieder, dass der in Deutschland nicht zum Zuge kommende - bislang nur in China zwischen Stadt und Flughafen Schanghai eingesetzte - Transrapid demnächst noch auf einer anderen Strecke seine Qualität und Schnelligkeit beweisen kann. In Brasilien .

Unterstützung haben die Entwickler jetzt durch Staatssekretär Rainer Bomba vom Bundesverkehrsministerium erhalten, der sich jüngst beim zuständigen Minister dort für das Produkt aus Deutschland eingesetzt hat.

Die Brasilianer wollen demnächst eine rund 500 Kilometer lange Hochgeschwindigkeits-Verbindung zwischen Rio de Janeiro und dem Flughafen in Saò Paulo schaffen. Bomba warb laut Verkehrsministerium in Brasilien für eine systemoffene Ausschreibung, damit das Produkt aus Deutschland daran teilnehmen kann. Er lud den zuständigen Minister ein, sich in Lathen selbst ein Bild von diesem Hochgeschwindigkeitszug zu machen.

Neu im deutschen Konsortium und federführend für die Bewerbung ist jetzt die mittelständische Unternehmensgruppe Max Bögl aus Bayern, die neue und kostengünstigere Fahrweg-Träger entwickelt hat. Weiterhin mit dabei sind Thyssen Krupp, die Siemens AG und der Betreiber der Lath­ener Versuchsanlage, die IABG.

Die bekam jüngst noch wieder starke Unterstützung von den Emsland-Politikern, die bei einem gemeinsamen Besuch in Lathen sich darüber freuten, dass zumindest bis zum Ende dieses Jahres auf der dortigen Versuchsstrecke der Magnetschwebebahn weitergearbeitet werden kann.

Auf die endgültige Entscheidung in Brasilien werden die deutschen Firmen aber wohl bis Oktober oder November warten müssen - bis zu den dortigen Präsidentschaftswahlen. In den sechs Monaten vorher dürften dort keine so weit reichende Beschlüsse gefasst werden, hieß es in Lathen.

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