Durchhalte-Parolen bei Schlecker
Insolvenzverwalter glaubt trotz Kahlschlags an Zukunft der Drogeriekette / Verdi will Mitarbeiter beteiligen

Ehingen/Münster -

Jeder zweite Job fällt weg, fast jede zweite Filiale soll geschlossen werden – doch der Schlecker-Insolvenzverwalter ist noch immer vorsichtig optimistisch. Eine Sanierung der Drogeriekette sei möglich, sagte Arndt Geiwitz gestern gegenüber der ARD. Es müsse zwar noch mit Arbeitnehmern, Vermietern und Lieferanten verhandelt werden. „Aber wir sind doch alle der Meinung, dass wir die Voraussetzungen geschaffen haben, dass Schlecker diese Zukunft hat.“

Donnerstag, 01.03.2012, 20:03 Uhr

Durchhalte-Parolen bei Schlecker : Insolvenzverwalter glaubt trotz Kahlschlags an Zukunft der Drogeriekette / Verdi will Mitarbeiter beteiligen
Eine geschlossene Schlecker-Filiale. Die Drogeriekette hat in den Monaten vor der Insolvenz bereits Hunderte Länden dichtgemacht. Foto: dpa

Schlecker hatte am Mittwoch bekannt gegeben, dass 2400 Filialen dichtmachen müssen. Bundesweit gibt es nach Angaben der Zentrale in Ehingen bei Ulm derzeit 5400 Schlecker-Geschäfte. Knapp 3000 sollen am Ende übrig bleiben. Zahlen zu einzelnen Standorten nennt Schlecker nicht, auch zu den Filialschließungen äußert sich die Firmenzentrale nicht detailliert. Eine erste große Schließungswelle hat Schlecker bereits hinter sich. Noch vor Bekanntgabe der Insolvenz im Januar hatte die Drogeriekette nach und nach rund 1000 Filialen geschlossen. Wie eine Erhebung unserer Zeitung zeigt, hat sich Schlecker aus zahlreichen Orten in der Region bereits zurückgezogen oder Standorte stark ausgedünnt. In den vier Münsterland-Kreisen Borken, Coesfeld, Steinfurt, Warendorf und der Stadt Münster gibt es noch rund 110 Filialen. Die Hoffnungen des Insolvenzverwalters ruhen auch auf der neuen Firmenleitung. Nach Informationen der „Lebensmittel-Zeitung“ soll der frühere Rewe-Vorstand Stephan Fanderl den Chefsessel übernehmen. Ob Fanderl tatsächlich anheuert, hängt allerdings maßgeblich von den Vorstellungen etwaiger Investoren ab. Branchenkenner berichten, dass die Investmentbank Rothschild weltweit nach Geldgebern Ausschau hält. Die Gewerkschaft Verdi regt unterdessen an, zur Rettung von Schlecker auch über ungewöhnliche Wege nachzudenken, etwa über eine finanzielle Beteiligung der Mitarbeiter. Das könne über eine Umwandlung von tariflichen Ansprüchen in eine Kapitalbeteiligung geschehen, hieß es. Die Gespräche zwischen Verdi und dem Insolvenzverwalter über die anstehende Entlassung von 12 000 Mitarbeitern beginnen am Dienstag. Geiwitz will bis Ende März ein umfassendes Sanierungskonzept vorlegen. Dann soll auch feststehen, welche 2400 Filialen geschlossen werden.

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