Exxon will trotzdem im Münsterland weiter suchen
NRW bleibt hart: Bohrverbot für Gas

Düsseldorf/Arnsberg -

Der Energiekonzern Exxon Mobile hält den Daumen weiter auf dem Münsterland. In der kommenden Woche wird die für Bergbau zuständige Bezirksregierung Arnsberg die formale Aufsuchungserlaubnis für den Bereich Nordrhein-Westfalen Nord um drei Jahre verlängern.

Samstag, 06.09.2014, 14:09 Uhr

Damit hätte Exxon Mobile weiter das Recht, in diesem Bereich nach Schiefergas zu suchen, wie es der Konzern in Nordwalde nach wie vor geplant hat. Der Energieriese will wie viele Mitbewerber das in tiefen Gesteinsschichten gebundene Erdgas durch Fracking fördern. Vorausgesetzt: Die umstrittene Fördermethode wird einst zugelassen.

Bis zum 13. September noch gilt die alte Erlaubnis für Exxon Mobile. Wenn die bis dahin nicht verlängert wird, könnten sämtliche Interessenten ihren Hut wieder in den Ring werfen, erklärte ein Sprecher der Bezirksregierung . Die Erlaubnis gar nicht zu vergeben, sei aber unmöglich. Viele Stadt- und Gemeinderäte im Münsterland haben inzwischen mit Beschlüssen die Erdgasförderung mittels Fracking auf ihrem Gebiet abgelehnt. Die Verlängerung ist dessen ungeachtet eher eine Formsache, es fehlt nur noch die Unterschrift des zuständigen Abteilungsleiters. Der komme am Montag aus dem Urlaub zurück, hieß es.

Dass Fracking in absehbarer Zeit zugelassen wird, ist wenig wahrscheinlich. Dabei wird unter extremem Druck ein Gemisch aus Wasser, Sand und toxischen Chemikalien in die Tiefe gepresst, um das Gas zu lösen. Weil die verwendeten Chemiezusätze das Grundwasser vergiften können, ist die Fördermethode in NRW und ganz Deutschland bisher untersagt. Ungeklärt sind auch alle Fragen, wie das ebenfalls an die Oberfläche strömenden Wasser behandelt werden muss, das viele giftige und auch radioaktive Stoffe nach oben spült. Das Umweltbundesamt (UBA) rät deshalb – unterstützt durch eine neue Studie – von der kommerziellen Schiefergasförderung ab. Dass ausgerechnet der Autor der Untersuchung jetzt dieser Position widersprach, ist in der Fachwelt auf Unverständnis gestoßen: „Die Motivation dafür ist rätselhaft“, sagt ein anderer Experte. Allerdings fürchten insbesondere die Fracking-Kritiker, dass es nun einen Ansturm auf Probebohrungen gibt, weil die UBA-Studie die empfohlen hat.

Planen können die Konzerne viel – durchführen hingegen nicht. „Es gibt dafür keine Rechtsgrundlage“, stellte ein Sprecher des Düsseldorfer Umweltministeriums klar. Heißt im Klartext: Derzeit besteht ein kompletter Genehmigungsstopp. Es darf weder gebohrt geschweige denn gefrackt werden. Betroffen davon sind auch die Vorhaben der RWTH Aachen und der Hamm-Gas, einer Tochter der Stadtwerke. Beide hatten wiederholt und vollmundig angekündigt, 2015 in ihren jeweiligen Claims Erkundungsbohrungen durchführen zu wollen. Beide Aufsuchungsfelder liegen ... im Münsterland.

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