Unternehmertreffen des Bistums Münster
„Die Deutschen scheuen das Risiko“

Münster -

„Was ist mit diesem Deutschland los?“ – Klaus- Peter Schöppner wundert sich über die Reformmüdigkeit der Deutschen.

Donnerstag, 04.12.2014, 20:12 Uhr

Beim Unternehmertreffen des Bistums Münster beklagte der ehemalige Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid und Gründer von Mente-Factum: „Die Deutschen scheuen das Risiko.“ Während hierzulande 73 Prozent der Bürger als Risiko-Vermeider gelten, läge dieser Anteil beispielsweise in den USA lediglich bei 30 Prozent.

Und das hat Folgen: „Veränderungen ja, aber ohne mich“, heiße es immer öfter, so Schöppner . Beispiel Rente mit 67: 80 Prozent der Menschen halten diesen Schritt für notwendig, aber nur 26 Prozent wollen persönlich mitmachen.

Auch Generalvikar Norbert Kleyboldt , der in Vertretung von Bischof Dr. Felix Genn die Gäste begrüßte, stellte fest, dass die Proteste der Menschen gegen Projekte wie „Stuttgart 21“ meist nicht sozial motiviert seien, sondern immer öfter auf individuellen Interessen basieren.

Auch Meinungsforscher Schöppner sieht„eine starke Egozentrik und mangelnden Gemeinsinn“. Die schreiende Minderheit fordere in vielen Fällen lautstark ihr Recht, während die Mehrheit schweige – häufig aus Desinteresse. Damit entsteht nach Auffassung Schöppners ein Problem: „Unser Fortschritt ist in Gefahr.“

Doch Schöppner skizzierte nicht nur das Dilemma, er machte auch konkrete Lösungsvorschläge: Gemeinsame gesellschaftliche Ziele müssten definiert werden, forderte der Meinungsforscher unter anderem. Aber auch: „Entscheidungen müssen dezentralisiert werden.“ Grundsätzlich sollten die Politiker die Wünsche der Bürger ernst nehmen. Mit einem Zitat Kurt Tucholskys brachte Schöppner auch die emotionale Komponente vieler Projekte auf den Punkt: „Das Volk versteht wenig, aber es spürt das meiste richtig.“

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