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dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

Roaming-Gebühren in Europa fallen weg - Umstrittene Internet-Regeln

Dienstag, 27.10.2015, 16:10 Uhr

Straßburg (dpa) - Unbeschwerter Ferienschwatz: Urlauber und Geschäftsreisende müssen ab Mitte 2017 in der Regel keine Extragebühren für die Handynutzung im EU-Ausland mehr zahlen. Das hat das Europaparlament in Straßburg am Dienstag beschlossen. Die Roaming-Gebühren fallen damit am 15. Juni 2017 weg. Mitbeschlossen haben die Abgeordneten aber auch umstrittene neue Regeln zur Steuerung des zunehmenden Datenverkehrs im Internet (Netzneutralität). Es gibt aber eine Einschränkung: Wer dauerhaft eine günstigere SIM-Karte aus dem Ausland daheim nutzt, dem kann sein Anbieter auch weiterhin Extrakosten aufbrummen. Welche Kontingente an SMS, Telefonminuten und Daten frei bleiben müssen von den Roaming-Aufschlägen, wird die EU-Kommission noch ausarbeiten.

Sparkassen: Jeder Fünfte hält sich beim Konsum zurück

Berlin (dpa) - Jeder fünfte Bundesbürger hat sich einer Umfrage zufolge im vergangenen Jahr beim Geldausgeben eingeschränkt. Zugleich stimmt der Blick ins Portemonnaie eine große Mehrheit aber - zumindest einigermaßen - positiv. Weniger als jeder Zehnte bewertet seine finanzielle Situation als eher schlecht, wie aus dem am Dienstag vorgestellten Vermögensbarometer des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) hervorgeht. Die Zahl der Unzufriedenen habe sich innerhalb von zehn Jahren halbiert. Besonders ältere Menschen schränken der Umfrage zufolge ihren Konsum ein. Viele seien es gewohnt, in guten Zeiten Polster zu bilden, hieß es. Bei den Unter-30-Jährigen dagegen wolle jeder Fünfte in den kommenden Monaten mehr Geld ausgeben.

Stabile Order: Abgas-Krise schlägt noch nicht aufs VW-Geschäft durch

Wolfsburg (dpa) - Trotz Abgas-Affäre spürt der VW-Konzern in Europa auch beim Bestelleingang noch keine Auswirkungen des Skandals. In Deutschland wachse seit dem Bekanntwerden der Manipulationen vor rund einem Monat sogar die Zahl der Bestellungen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen des Konzernvertriebs. Jedoch sei das Bild europaweit uneinheitlich. So seien die Diesel-Bestellungen in Großbritannien abgesackt, was VW als direkte Folge der Affäre wertet. Unter dem Strich schlage der Skandal aber bislang nicht aufs Geschäft durch. Bisher war das nur für die Kennziffer Absatz bekannt - also für die Kette hinter den Bestellungen. Hierzulande vergehen zumindest bei den privaten Autokäufen Wochen oder Monate zwischen dem Bestellen per Auftragseingang und dem Ausliefern, also dem eigentlichen Absatz.

BASF  kappt Ziele für 2015

Ludwigshafen (dpa) - Der weltgrößte Chemiekonzern BASF hat die Ziele für 2015 wegen der abgekühlten Konjunktur vor allem in China und des niedrigen Ölpreises erneut gekappt. Auch aufgrund des Tauschs milliardenschwerer Geschäftsanteile mit dem russischen Energieriesen Gazprom werde der Umsatz im Vergleich zu 2014 (74,33 Mrd Euro) leicht sinken, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern sowie Sondereinflüssen (2014: 7,36 Mrd Euro) werde leicht fallen. Das kündigte BASF am Dienstag in Ludwigshafen an. Bis vor kurzem war noch ein Gewinn vor Zinsen und Steuern sowie Sondereinflüssen auf Vorjahreshöhe und ein leicht steigender Umsatz erwartet worden. BASF-Aktien reagierten mit einem Kursverlust von zeitweilig 4,5 Prozent.

Exportverband BGA: Außenhandel bleibt auf Rekordkurs

Berlin (dpa) - Die deutsche Wirtschaft bleibt beim Export auf Rekordkurs. Für 2015 erwartet der Außenhandelsverband BGA einen Anstieg der Ausfuhren um bis zu sechs Prozent auf einen Höchststand von 1091 Milliarden Euro. Im Frühjahr hatten die Exportunternehmen noch mit einem schwächeren Plus von 4,5 Prozent gerechnet. Die Einfuhren dürften um vier Prozent auf dann 947 Milliarden Euro anziehen. Trotz vieler Stolpersteine übertreffe der Außenhandel sämtliche Erwartungen, meinte der Präsident des Branchenverbandes BGA, Anton Börner, am Dienstag in Berlin. Grund zum Abheben gebe es aber nicht: «Wir dürfen uns von den schönen Zahlen nicht täuschen lassen», warnte Börner. Billiges Öl und die ultralockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) seien die Treiber.

Betriebsräte der Autokonzerne fordern erneut Kooperation bei E-Autos

Stuttgart/Wolfsburg (dpa) - Die Betriebsratschefs von Daimler , BMW und Volkswagen haben ihre Forderung nach einer Zusammenarbeit der Autoindustrie bei Zellen für Elektroautos erneuert. «Die Fertigung von Zellen dürfen wir nicht alleine den Asiaten überlassen», sagte Daimlers Betriebsratschef Michael Brecht dem «Handelsblatt» (Dienstag). Schon im Frühjahr hatten sich die Betriebsratschefs von Daimler und Volkswagen für einen Schulterschluss bei der Produktion von E-Auto-Batterien stark gemacht. Das «Handelsblatt» zitiert nun Gewerkschaftskreise, wonach die drei großen deutschen Autokonzerne jeweils eine Milliarde Euro investieren müssten, um eine gemeinsame Batteriefertigung auf die Beine zu stellen.

Aufdringlicher Gast sorgt für Tumult im Deutsche-Bank-Prozess

München (dpa) - Tumult im Gerichtssaal: Im Prozess gegen den Co-Chef der Deutschen Bank Jürgen Fitschen mussten Sicherheitskräfte am Dienstag einen Mann vor die Tür setzen, der sich ungefragt als Zeuge anbieten wollte. Der Mann kam am Morgen in Anzug und Krawatte in den Saal des Münchner Landgerichts und setzte sich auf den Zeugenstuhl. Sicherheitskräfte forderten umgehend Verstärkung an als sich abzeichnete, dass der Mann nicht freiwillig gehen würde. Als der Mann trotz mehrfacher Warnungen sitzen blieb, packten ihn Ordner an den Armen und führten ihn aus dem Saal.

Dax-Anleger halten sich vor Notenbank-Sitzung zurück

Frankfurt/Main (dpa) - Das weltweit verhaltene Börsenumfeld hat den Dax am Dienstag ins Minus gedrückt. Am Dienstagnachmittag stand der deutsche Leitindex 0,67 Prozent im Minus bei 10 728,66 Punkten. Die Anleger wagten sich vor der mit Spannung erwarteten Sitzung der US-Notenbank Fed zur Wochenmitte nicht aus der Deckung, schrieb Analystin Antje Laschewski von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es am Dienstag um ebenfalls 0,67 Prozent nach unten auf 20 788,89 Punkte. Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1061 (Montag: 1,1011) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9041 (0,9082) Euro.

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