Der richtigen Weg zur optimalen Geldanlage
Beraten oder verkaufen?

Münster -

Für Markus Feck ist die Sache klar: „Nur bei der Anlageberatung auf Honorarbasis gibt es keine Inter­essenkonflikte“, wirbt der Finanzexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf im Gespräch mit unserer Zeitung für ein Umdenken der Sparer. „Denn oft wird am Bedarf der Kunden vorbei­beraten.“

Donnerstag, 04.05.2017, 07:05 Uhr

 Zu einer guten Geldberatung führen unterschiedliche Beratungsmodelle. Zu einer guten Geldberatung führen unterschiedliche Beratungsmodelle.
 Zu einer guten Geldberatung führen unterschiedliche Beratungsmodelle. Zu einer guten Geldberatung führen unterschiedliche Beratungsmodelle. Foto: dpa

100 bis 200 €  muss der Kunde nach Einschätzung Fecks für eine unabhängige Beratung ausgeben. „Doch dann kommen auch alle ­relevanten Produkte auf den Tisch.“

Es gibt aber ein Problem: Bei der Anlage kleiner Be­träge – etwa wenn jemand monatlich 50 €  für die Altersvorsorge beiseitelegen will – ist die Honorarberatung zu teuer. „Da muss man einen Weg finden“, wiegelt der Verbraucherschützer ab.

Genau hier setzen die ­Kreditinstitute bei ihrem Votum für die heute übliche Provisionsberatung an. „ Anlageberatung auf Provisionsbasis sichert einen breiten Zugang zur Vermögens­bildung“, fordert Henning Bergmann , Leiter Kapitalmarktrecht beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband ( DSGV ) in Berlin. Im Übrigen hänge die Qualität der Beratung nicht vom ­Vergütungsmodell ab, erklärt der DSGV weiter.

„Wir setzen auf die Mündigkeit der Bürger“, betont auch Volker Willner, Pressereferent beim Sparkassenverband Westfalen-Lippe (SVWL) in Münster. „Unsere Beratung ist objektiv, die Berater werden bei den Sparkassen in der Regel nicht mehr provisionsabhängig bezahlt.“ Über die Kosten der empfohlenen Produkte werde ausführlich informiert, erklärt Willner. Der Beratungsaufwand sei bei geringen Anlagebeträgen in der Regel nicht kleiner als bei großen Summen. „Das ist über ein Honorar nicht ­finanzierbar“, so der SVWL-Sprecher. Viele Sparkassenkunden verfügen über kleine Vermögen. Der DSGV betonte noch im April, dass vier von fünf Sparkassen-Kunden lediglich ein Depot mit deutlich weniger als 50 000 €  besäßen.

Finanzmarktexperten se hen bei der Honorarberatung noch eine weitere Krux: Auch wenn die Empfehlung des Beraters nicht akzeptiert wird, muss der Kunde zahlen. Das ist bei den Ratschlägen eines Bankangestellten anders. Kosten fallen für den Kunden in diesem Fall nicht an. „Die Rahmenbedingungen für dieses Modell sollten deshalb weiter verbessert werden“, fordert DSGV- Fachmann Bergmann.

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