Diesel-Skandal
Betroffene Marken im VW-Konzert

Mit neuen Software-Versionen sollen ältere Diesel sauberer werden - das scheint vor einem Spitzentreffen in Berlin klar. 

Dienstag, 01.08.2017, 20:00 Uhr
 
Das VW-Markenhochhaus in Wolfsburg Foto: dpa

21.500 Cayenne betroffen

Nach dem Auffliegen einer illegalen Software zur Senkung der Abgaswerte hat der Autobauer Porsche vor kurzem eine Rückrufmeldung für seine Cayenne-Modelle herausgegeben. In Abstimmung mit dem Kraftfahrtbundesamt werden europaweit rund 21.500 Diesel-Fahrzeuge der Baujahre 2014 bis 2017 zurückgerufen, teilte Porsche mit. In Deutschland sind rund 6000 Autos betroffen. Es geht um den Typ Cayenne 3.0 der Emissionsklasse Euro 6.

Der Rückruf soll voraussichtlich im Herbst 2017 starten und schnell abgeschlossen sein. Die Besitzer der Diesel-Fahrzeuge würden kontaktiert, der Werkstattbesuch sei für sie kostenlos und dauere rund eine Stunde. Vorstandschef Oliver Blume denkt jetzt über ein generelles Aus für Selbstzünder nach: Bis 2020 soll eine Entscheidung fallen.

Erste rechtliche Folgen

Bis zu 850.000 Diesel-Pkw der Marke Audi sind europaweit in den Diesel-Skandal involviert. Die Ingolstädter VW-Tochter hat den betroffenen Kunden mit Fahrzeugen der Normen Euro 5 und Euro 6 jüngst ein kostenloses Nachrüstprogramm angeboten. „Sie können sich darauf verlassen, dass wir alles tun werden, um die Abwicklung für die betroffenen Kunden so unkompliziert wie möglich zu gestalten“, verspricht Audi. Es geht aber lediglich um eine Software-Überarbeitung.

Die Vorfälle bei Audi haben die Strafverfolger auf den Plan gerufen: Anfang Juli hat die Staatsanwaltschaft München II bereits einen ehemaligen Audi-Motoreningenieur festnehmen lassen. Der 60-Jährige soll die Manipulationssoftware für Dieselmotoren, vor allem den 3,0-Liter-TDI, mitentwickelt haben.

Nachrüstung läuft

Mit Volkswagen fing alles an: In den USA nahm der große Skandal um manipulierte Diesel seinen Anfang. Der Wolfsburger Konzern hatte daraufhin im September 2015 zugegeben, weltweit in rund elf Millionen Diesel-Fahrzeugen unterschiedlicher Marken eine illegale Software eingebaut zu haben. In Europa hat VW mittlerweile drei Viertel aller Fahrzeuge der Kernmarke nachgerüstet und seit Mitte Mai EU-weit alle Genehmigungen der zuständigen Regulierungsbehörden zur Umrüstung der Motoren vom Typ EA189 zusammen.

Vor wenigen Tagen hat VW Nachbesserungen der Abgassysteme bei weiteren Autos in Aussicht gestellt. Der Konzern wolle nun insgesamt vier Millionen Fahrzeuge nachrüsten und damit die Emissionen deutlich reduzieren, sagte Vorstandschef Matthias Müller. Konzernkreisen zufolge sind dort bestehende Rückrufe mit eingerechnet.

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