Vorgespult zur E-Mobilität
Aumann AG baut Maschinen für das Wickeln von Spulen für Elektro-Motoren

Beelen -

„Wir wissen, woran die Automobilhersteller hinter verschlossenen Türen forschen und wie deren Fahrzeuge im Jahr 2020 aussehen“, sagt Rolf Beckhoff, Vorstand der Aumann AG. Er ist überzeugt, dass der Weg unaufhaltsam und zügig in das Zeitalter der Elektromobilität führt. Die Aumann AG mit Sitz in Beelen sei dabei mit von der Partie. In seinem Werk in Espelkamp entwickelt das Unternehmen besondere Wickeltechniken für Spulen in Elektromotoren.

Freitag, 22.09.2017, 21:09 Uhr

Exakt gewickelte Spulen führen zu effizienten Motoren. Die Aumann AG in Beelen entwickelt die Produktionsmaschinen dafür.
Exakt gewickelte Spulen führen zu effizienten Motoren. Die Aumann AG in Beelen entwickelt die Produktionsmaschinen dafür. Foto: Aumann AG

Bis vor Kurzem war das Wickeln der Kupferdrähte teure Handarbeit. Jeder Knick im Draht sorgte für Energieverluste. „Je genauer die Spule gewickelt ist, desto effizienter ist später der Motor, und die Reichweite des Fahrzeugs steigt“, erklärt Ludger Martinschledde, ebenfalls Vorstand der Aumann AG. Im Konferenzraum des Betriebs in Espelkamp steht „Das Handbuch der Wickeltechnik“, 303 Seiten dick. Da ist schnell klar, dass die Wickeltechnik keine einfache Aufgabe ist.

Die Aumann AG hat Maschinen entwickelt, die ganz unterschiedliche Wickeltechniken „beherrschen“ – je nach Antrieb und Motorgröße. „Die Elektrofahrräder sind ein gutes Beispiel dafür, dass diese Form der Mobilität massentauglich ist“, betont Beckhoff . „Und das wird sich im Automobilbereich fortsetzen.“ Der Verbrennungsmotor sei ein Auslaufmodell.

Wenn die Maschine mithilfe der Techniker und Programmierer die perfekte Spule wickelt, zieht sie um zum Autohersteller, bei dem sie dann mit der Massenproduktion beginnen kann. „Je mehr Elektromotoren hergestellt werden, desto günstiger wird es. Heute werden die teuren Entwicklungskosten noch auf zu wenige Hersteller und letztlich auf den Kunden umgelegt.“

Im Beelener Werk, der MBB Fertigungstechnik GmbH, die zur Aumann AG gehört, steht ebenfalls die Elektromobilität im Fokus. Dort werden unter anderem Fertigungslinien hergestellt, die sich mit dem effektiven Einbau der Motoren und dem Anschluss der Batterien beschäftigen, erklärt Dr. Constantin Mang aus dem Management der MBB.

Im ersten Quartal 2017 ist Aumann an die Börse gegangen. Was folgte, ist das mit Abstand erfolgreichste Halbjahr der Unternehmensgeschichte: Mit einem Wachstum von 35,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hat das Unternehmen in den ersten sechs Monaten einen Umsatz von 98 Millionen €  erzielt, heißt es im Halbjahresbericht. Das Wachstum werde von der Nachfrage getragen, die im Bereich der Fertigungslinien für die Elektromobilität besonders stark zunehme.

Die Aumann AG beschäftigt in Espelkamp 200 Mitarbeiter, in Beelen 600. Weitere kleinere Standorte des Maschinenbau-Spezialisten sind in Berlin, den USA und China. Aber eine Sorge des Unternehmens ist der Fachkräftemangel: „Wir könnten stärker wachsen, wenn wir mehr Mitarbeiter hätten“, ist Beckhoff überzeugt.

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