ZEB-Studie
Ertragsdelle bei Privatkunden

Münster/Frankfurt -

Für die deutschen Banken haben die Berater aus Münster eine ernüchternde Nachricht: Die Ertragstalfahrt im Privatkundengeschäft werde sich auf absehbare Zeit fortsetzen, berichtete die Strategie- und Managementberatung ZEB am Dienstag bei der Vorstellung ihrer jüngsten Privatkunden-Studie für den Bankensektor in Frankfurt am Main.

Dienstag, 26.09.2017, 15:09 Uhr

Ulrich Hoyer , Partner bei ZEB und Experte für das sogenannte Retailbanking, also das Bankgeschäft mit privaten Kunden, nannte gleich eine ganze Fülle von ergebnisbelastenden Faktoren: Neben der momentanen Niedrigzinsphase und den üppigen regulatorischen Zwängen in der Finanzbranche führte Hoyer auch ein geändertes Kundenverhalten und den massiven Trend zur Digitalisierung der Bankgeschäfte an. „Deshalb können wir aktuell keine positive Tendenz für das deutsche Privatkundengeschäft erkennen“, formulierte der ZEB-Partner seine düstere Zukunftsprognose.

Das münsterische Unternehmen, das mit fast 1000 Mitarbeitern an 17 Standorten in 13 Ländern aktiv ist, untermauerte seine negativen Zukunftserwartungen mit einem Trend aus der Vergangenheit: Während sich die Erträge im deutschen Retailbanking im Jahr 2014 noch auf 52,4 Milliarden €  belaufen hätten, seien sie bis Ende 2016 auf lediglich noch 49,7 Milliarden €  geschrumpft. Bis zum Jahr 2020 wird in der ZEB-Studie ein weiteres Absinken des Ertrages auf 45,6 Milliarden €  erwartet.

Kostensenkungen zur Stabilisierung der Ertrags- und Ergebniszahlen hält die ZEB für schwer realisierbar. So würden sich etwa die Risikokosten der Banken in den kommenden Jahren wohl kaum verändern. Zudem sei eine enorme Kostensenkung von 17 Prozent notwendig, um das Ergebnis von 2016 auch nur zu halten, rechnete Hoyer vor.

Für die Zukunft sind sich die Fachleute der ZEB sicher, dass eine zunehmende Digitalisierung des Kundengeschäfts der Banken ohne Alternative ist – auch, wenn dieser Trend zunächst erhebliche Investitionen erfordere. Gleichzeitig sehen die Münsteraner aber durch die aktuellen technologischen Entwicklungen „perspektivisch Potenziale, die an der Kundenschnittstelle für ein verbessertes Kundenerlebnis sorgen“.

Daher formulierte ZEB-Senior-Manager Dr. Marc Buermeyer eine Handlungsempfehlung für den deutschen Bankensektor: „Die Nutzung und das aktive Management von Kundeninteraktionen in digitalen Kanälen stellt aktuell eine der großen Herausforderungen in der Weiterentwicklung des Geschäftsmodells in Richtung einer kundenzentrierten Retailbank dar.“

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