LBS-Studie
Kleine Wohneinheiten sind gefragt

Münster -

Der Wohnraum ist knapp, extrem knapp. Daran ändert sich auch in Zukunft nichts. Die Bausparkasse LBS West in Münster fordert deshalb von der Politik ein schnelles Umdenken. „Es reicht nicht aus, nur den Mietwohnungsbau zu stärken – auch das Sparen für die eigenen vier Wände muss stärker gefördert werden“, forderte der Vorstandsvorsitzender LBS West, Jörg Münning, am Dienstag.

Dienstag, 21.11.2017, 17:11 Uhr

Maximal zwölf Wohnungen akzeptieren die Menschen in ihrem Haus.
Maximal zwölf Wohnungen akzeptieren die Menschen in ihrem Haus. Foto: dpa

Als „bewährte Einstiegshilfen“ in die eigene Sparleitung sieht Münning die Wohnungsbauprämie und die Arbeitnehmer-Sparzulage, für die dringend die inzwischen 20 Jahre alten Einkommenshöchstgrenzen erhöht werden müssten. 25.000 Wohnungen würden derzeit in Nordrhein-Westfalen Jahr für Jahr zu wenig gebaut. Das belegten auch Zahlen der Förderbank KfW , betonte Münning

Die LBS hat die Menschen gefragt, wo sie denn am liebsten wohnen möchten. Dabei wurde eines deutlich: „Das Wohnen im Hochhaus ist unbeliebt“, so der LBS-Chef. Dessen Image sei nach wie vor sehr schlecht. Menschen, die in Kürze einen Umzug in eine Etagenwohnung planen, sind laut der LBS-Studie maximal bereit, in den dritten Stock in einem Wohngebäuden mit höchstens zwölf Wohnungen zu ziehen.

Der Drang, unbedingt in die Innenstädte zu ziehen, hat sich der Untersuchung zufolge überraschend abgeschwächt. Bevorzugt werde nun das Wohnen in Stadtteilzentren und am ruhigeren Stadtrand, hieß es. Diese Tendenz sei aber sicher auch auf die extrem hohen Immobilienpreise in den Zentren zurückzuführen, räumte der LBS-West-Chef ein.

Auf die Niedrigzinsen und die aktuell hohen regulatorischen Anforderungen hat die LBS West schnell reagiert: Der vor drei Jahren gestartete Umbau der münsterischen Bausparkasse, der eigentlich bis 2020 realisiert werden sollte, sei bereits abgeschlossen, erklärte Münning. Der Verwaltungsaufwand sei um 40 Millionen auf nur noch knapp 100 Millionen Euro jährlich gesenkt worden. Die Zahl der Vollzeitkräfte sei um fast 100 auf 553 gesunken. „Alles auf freiwilliger Basis“, stellte der Vorstandsvorsitzende klar.

Dennoch sei der Gewinn 2017 sogar gewachsen. Von 12,4 Millionen Euro im Vorjahr auf nunmehr 14 bis 15 Millionen Euro . Gleichzeitig sei der Marktanteil von 38 Prozent in Nordrhein-Westfalen gehalten worden. Für die nahe Zukunft stellte Münning sogar wieder bis zu 15 Neueinstellungen in Aussicht. Der Grund: Die Bausparverträge der LBS Hessen-Thüringen werden ab Dezember in der Ansparphase von der LBS West verwaltet.

Die Übertragung dieses Geschäfts erfolge im kommenden Jahr schri ttweise, sagte Münning. In punkto Konsolidierung der deutschen LBS-Landschaft sieht er keine neu e Entwicklung. „Unsere Eigentümer werden entsprechende Gespräche aber nicht verwehren“, erklärte Münning-Eigentümer der LBS West sind zu je 50 Prozent der westfälische und der rheinische Sparkassenverband.

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