Stiftung Warentest
Rechtsberatung im Internet: Hilfreich, aber auch neugierig

Für manche Fragen braucht man einen Anwalt. Nicht immer ist dafür der Gang in eine Kanzlei nötig - juristische Antworten gibt es auch online. Doch Vorsicht: Auch soziale Netzwerke erfahren unter Umständen vom Besuch eines Anwaltsportals, warnt Stiftung Warentest.

Montag, 11.12.2017, 11:12 Uhr

Stiftung Warentest: Rechtsberatung im Internet: Hilfreich, aber auch neugierig
Foto: Andrea Warnecke

Berlin (dpa/tmn) - Anwaltsportale können bei einfachen juristischen Fragen hilfreich sein. Zu diesem Urteil kommt die Stiftung Warentest , die sieben Anbieter untersucht hat.

Auf den Portalen stellten die Tester typische Fragen zum Beispiel aus dem Arbeits-, Kauf-, Miet- und Verkehrsrecht und erbaten die Online-Beratung durch einen Anwalt. Auf die Fragen seien überwiegend korrekte Antworten gegeben worden, schreiben die Tester in der Zeitschrift «Finanztest» (Heft 1/2018). Kritisch bewerteten die Tester aber den Umgang mit den Nutzerdaten.

Der Umfang der Antworten auf die Testfragen war verschieden: Einige Juristen informierten nicht nur über die Rechtslage, sondern gaben zusätzlich nützliche Hinweise, zum Beispiel auf einen Musterbrief der Verbraucherzentralen. Auch die anfallenden Kosten sind je nach Portal unterschiedlich. In einigen Fällen kann der Nutzer selbst angeben, wie viel ihm die Rechtsberatung im Internet wert ist. Hier wurden aber meist Mindestpreise zwischen 24 und 44 Euro vorgegeben.

Enttäuscht waren die Tester vom Datenschutz. Zwar waren die Daten weitgehend sicher vor Hackern. Alle Portale sammelten allerdings Informationen über den Besucher und gaben sie an Google und Co weiter. Schon wenn der Nutzer eine Seite aufruft, erfassen mindestens Google und meist auch andere Anbieter Daten zu seinem Besuch auf der Seite. Das ermöglicht gezielte Werbung und besondere Angebote.

Bei einigen Anbietern erfahren laut Stiftung Warentest aber auch soziale Netzwerke wie Facebook schon beim Aufruf der Seite den Namen des Nutzers, wenn dieser sich vom selben Gerät aus beim jeweiligen Netzwerk ein- und nicht wieder ausgeloggt hat. Die Netzwerke wissen dann, dass die Person einen Rechtsrat braucht - und oft auch welchen.

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