Fusionsgespräche
Bewegung in der LBS-Landschaft

Münster -

In den Kreis der acht Landesbausparkassen kommt Bewegung. Die LBS West in Münster, die sich seit Anfang Dezember bereits um Teile des Spargeschäfts der LBS Hessen-Thüringen kümmert, soll nun konkret Richtung Norden wachsen.

Dienstag, 30.01.2018, 19:01 Uhr

Die LBS West in Münster spielt beim Umbau der öffentlich-rechtlichen Bausparkassen-Landschaft eine wichtige Rolle. Für mögliche Fusionen will NRW-Finanzminister Lutz Lienenkemper das LBS-Gesetz ändern.
Die LBS West in Münster spielt beim Umbau der öffentlich-rechtlichen Bausparkassen-Landschaft eine wichtige Rolle. Für mögliche Fusionen will NRW-Finanzminister Lutz Lienenkemper das LBS-Gesetz ändern. Foto: dpa

 Im Gespräch ist eine Verschmelzung mit der „LBS Bausparkasse Schleswig-Holstein-Hamburg AG“ – so der offizielle Firmenname des Instituts, das dem Sparkassen- und Giroverband Schleswig-Holstein und der Haspa Finanzholding gehört.

„Was wird aus Kiel?“, fragten schon vor Jahr und Tag die „Kieler Nachrichten“, weil dort die Eigentümer der Bausparkasse nach einer „interessenwahrenden Konsolidierungsmöglichkeit“ suchten. Nun könnte für die Kieler nach einem lang zurückliegenden und am Ende erfolglosen Anlauf einer Verschmelzung mit der LBS Nord (Hannover) die Lösung in Münster liegen. Die Gespräche wurden am Dienstag von der LBS West bestätigt. Diese würden auf Ebene der Träger geführt und seien ergebnisoffen.

Die Düsseldorfer Landesregierung macht parallel Tempo. NRW-Finanzminister Lutz Lienenkämper informierte jetzt den Landtag schriftlich darüber, dass man eine Änderung des Gesetzes über die LBS Westdeutsche Landesbausparkasse plant. Am 20. März werde das Kabinett darüber beraten. Begründet wird die Gesetzesänderung damit, dass man den Weg für eine Fusion der Bausparkassen juristisch ebnen müsse.

Zurzeit kann die LBS West die Bausparkasse im Norden nicht an sich binden, da das Institut in Hamburg und Kiel als Aktiengesellschaft geführt wird und der Mit­eigentümer Haspa Finanzholding zwar einen öffentlichen Auftrag hat, aber nicht alle Trägerkriterien erfüllt. Die Holding ist juristisch „eine Person alten Hamburgerischen Rechts“ und damit privatrechtlich einzuordnen. Die LBS West, so das NRW-Finanzministerium, werde durch eine Gesetzesänderung auch für weitere Zusammenschlüsse aufgestellt.

Erst kürzlich hatte Jörg Münning, Vorstandsvorsitzender der LBS West, auf die Erfolge beim eigenen Umbauprogramm „LBS 2020“ hingewiesen. Bei der Produktivität sei Münster mit Abstand bundesweit der Branchenführer. Das werde auch von den „Schwestern“ honoriert. Bis Ende 2018 wird es so weit sein, dass in Münster das komplette Spargeschäft der LBS Hessen-Thüringen mit abgewickelt wird. Münning sprach von einer „soliden Basis für die weitere strategische Ausrichtung“. Kooperationen und Fusionen offenbar nicht ausgeschlossen.

Die LBS West – aus Sicht ihrer Eigentümer (Sparkassenverbände Westfalen-Lippe und Rheinland) ausgezeichnet aufgestellt – ist in Nordrhein-Westfalen und Bremen tätig und hatte in 2016 eine Bilanzsumme in Höhe von 13,4 Mrd. € . Die Bausparkasse Schleswig-Holstein-Hamburg wies eine Bilanzsumme von 2,5 Mrd. €  aus.

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