Altersvorsorge an der Börse
Besonders Frauen scheuen Risiko der Aktie

Münster -

Die deutschen Sparer bleiben hartnäckig bei ihrer Meinung: „Die Altersvorsorge mit Aktien ist zu unsicher und zu gefährlich“, gaben auch in diesem Jahr wieder 43 Prozent der Bundesbürger bei einer Umfrage des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) in Berlin an. Besonders risikoscheu sind die Frauen: Von ihnen lehnen sogar 47 Prozent Aktien als Absicherung für die Zeit nach dem Arbeitsleben ab. Unter den Männern sind es nur 39 Prozent.

Dienstag, 10.07.2018, 19:28 Uhr aktualisiert: 10.07.2018, 19:35 Uhr
Altersvorsorge an der Börse: Besonders Frauen scheuen Risiko der Aktie
Foto: colourbox.de (Symbolfoto)

DIA-Sprecher Klaus Morgenstern versteht die Zurückhaltung der Menschen nicht: „Obwohl sich die Experten einig sind, dass Aktien wegen der langfristigen Anlagedauer für die Altersvorsorge sehr gut geeignet sind, herrscht unter den Deutschen verbreitet eine gegenteilige Auffassung.“ Da sei noch viel Überzeugungsarbeit nötig.

Auch die Verbraucherschützer können sich beim Sparen fürs Alter durchaus einen höheren Aktien-Anteil vorstellen. „Wer einzelne Aktienwerte kaufen will, sollte allerdings Fachwissen mitbringen oder sich gründlich über die jeweiligen Unternehmen, an denen er sich beteiligt, informieren“, betonte Ralf Scherfling , Finanzexperte der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf, gegenüber unserer Zeitung.

Für Laien mit geringeren Einkommen empfiehlt Scherf­ling eher eine Geldanlage in Fonds. „Denn wer einzelne Aktien kauft braucht sehr viel Kapital, um sein Investment breit zu streuen“, erklärte der Verbraucherschützer.

Vor allem ältere Menschen scheuen das Risiko der Börse. In der DIA-Umfrage, die vom Befragungsinstitut INSA Consulere durchgeführt wurde, halten lediglich 27 Prozent der 18- bis 24-Jährigen eine Altersvorsorge mithilfe von Aktien für problematisch. Über 65-Jährige sind zu 53 Prozent skeptisch.

Auch Finanzexperte Scherf­ling rät Älteren zu besonderer Vorsicht: Mit 55 plus sei der Aktienkauf riskant, weil die Gefahr, dass man ein langanhaltendes Kurstief nicht mehr aussitzen könne, groß sei. „Nur wer zusätzlich zum Aktienvermögen genug Erspartes im Ruhestand hat, sollte auch noch im fortgeschrittenen Alter in Aktien investieren“, so der Verbraucherschützer.

Wer in Fonds Geld anlege, könne ebenso vieles falsch machen, sagte Scherflein. Er rät zu weltweit und in vielen Branchen anlegenden Fonds. Außerdem seien ­gebührenarme sogenannte ETFs den persönlich ge­managten Fonds vorzuziehen, weil bei letzteren hohe Ausgabezuschläge und jährliche Verwaltungsgebühren zu tragen seien.

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