Unternehmertreffen mit Bischof Genn
„Es geht nicht nur um Kosten“

Münster -

Die Unternehmen klagen seit Jahrzehnten über die zunehmende Bürokratie in Deutschland. Grund genug für den Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, das Thema in den Mittelpunkt des diesjährigen Unternehmertreffens im Franz-Hitze-Haus in Münster zu stellen.

Montag, 10.09.2018, 19:20 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 10.09.2018, 19:20 Uhr
Bischof Dr. Felix Genn (2. von rechts) begrüßte am Montag gemeinsam mit Antonius Kerkhoff (Direktor der Akademie Franz-Hitze-Haus, rechts) und dessen Stellvertreter, Dr. Martin Dabrowski (2. von links), die Vortragenden Gunnar Sander (Geschäftsführer bei Sander Pflege, Emsdetten, links), Hans-Bernd Wolberg (ehem. stv. Vorstandschef der DZ-Bank, 3. von links) und Hanns-Eberhard Schleyer vom Normenkontrollrat (3. von rechts ).
Bischof Dr. Felix Genn (2. von rechts) begrüßte am Montag gemeinsam mit Antonius Kerkhoff (Direktor der Akademie Franz-Hitze-Haus, rechts) und dessen Stellvertreter, Dr. Martin Dabrowski (2. von links), die Vortragenden Gunnar Sander (Geschäftsführer bei Sander Pflege, Emsdetten, links), Hans-Bernd Wolberg (ehem. stv. Vorstandschef der DZ-Bank, 3. von links) und Hanns-Eberhard Schleyer vom Normenkontrollrat (3. von rechts ). Foto: Gunnar A. Pier

Genn verwies auf das Subsidiaritätsprinzip als Teil der katholischen Soziallehre. Es setzt darauf, dass alles, was von der untersten Einheit gemacht werden kann, auch dort geleistet werden sollte.

Das Ziel des Bürokratieabbaus verfolgt im Auftrag der Bundesregierung auch der Nationale Normenkontrollrat. „Und wir haben schon einiges erreicht“, wusste Hanns-Eberhard Schleyer als Mitglied dieses Gremiums am Montag zu berichten. Schleyer, der 20 Jahre lang bis 2009 Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks war, betonte, dass durch die Arbeit des Normenkontrollrats ein Viertel der Informationspflichten für Unternehmen abgebaut worden seien – „und damit Kosten in Höhe von 12,5 der ursprünglich 50 Milliarden Euro“.

„Aber“, so Schleyer, „es geht nicht nur um Kosten.“ Wichtig sei auch zu überprüfen, ob eine Gesetz überhaupt sein angestrebtes Ziel erreiche. Der Ex-Generalsekretär beklagte allerdings den begrenzten Einfluss des Normenkon­trollrats: „Leider bezieht sich unsere Arbeit nur auf nationales Recht – EU-Gesetze bleiben außen vor.“

Auch mit der Digitalisierung in der deutschen Verwaltung habe sich der Rat befasst. Ergebnis: „Das ähnelt bei uns schon sehr einer Bananenrepublik“, sagte Schleyer.

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