Auch in Münster-Hiltrup
Chemiekonzern BASF kündigt Sanierung an: Sparen für mehr Gewinn

Ludwigshafen/Münster-Hiltrup -

Gut ein halbes Jahr nach seinem Amts­antritt stellt BASF-Chef Martin Brudermüller die Weichen: Er will den Chemiekonzern in den kommenden Jahren mit einer neuen Strategie noch profitabler machen. Dazu beitragen sollen neben dem Ausbau des China-Geschäfts auch effizientere Anlagen und geringere Kosten sowie eine neue Struktur der Geschäftssegmente – auch Münster-Hiltrup ist betroffen.

Dienstag, 20.11.2018, 20:38 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 20.11.2018, 18:34 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 20.11.2018, 20:38 Uhr
Im Hauptwerk der BASF in Ludwigshafen soll ein Sparprogramm umgesetzt werden.
Im Hauptwerk der BASF in Ludwigshafen soll ein Sparprogramm umgesetzt werden. Foto: dpa

Auch bei der Tochter BASF Coatings in Münster-Hiltrup werde ein weiteres Effizienzprogramm aufgelegt, „um die weltweite Wettbewerbsfähigkeit zu steigern“, sagte Firmensprecherin Julia Kroker am Dienstag im Gespräch mit unserer Zeitung. „Die Prozesse werden weiter optimiert.“

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll im BASF-Konzern jährlich um drei bis fünf Prozent steigen, teilte das im Dax notierte Unternehmen in Ludwigshafen mit. Damit geht BASF allerdings von schwächeren Ergebniszuwächsen aus als in den vergangenen Jahren, was an der Börse für Ent­täuschung sorgte.

Laut Brudermüller konnte das Unternehmen beim bereinigten operativen Ergebnis (Ebitda) seit 2012 jährlich im Schnitt um acht Prozent zulegen. Damit habe das Unternehmen besser abgeschnitten als die weltweite Chemieproduktion, die jährlich um 3,7 Prozent ge­wachsen sei. Trotz eines ­neuen Effizienzprogramms peile der Chemiekonzern beim Ebitda weniger an als vom Markt erwartet, schrieb Analyst Markus Mayer von der Baader Bank.

Um Kosten zu sparen und effizienter zu werden, setzt BASF in den Jahren 2019 bis 2021 ein neues Paket mit umfangreichen Maßnahmen auf. Dieses Programm, das auch Investitionen in Produktionsanlagen beinhaltet, soll ab Ende 2021 jährlich zwei Milliarden Euro  zum Ebitda beisteuern. Es zielt auf die Produktion, Logistik, Forschung und Entwicklung sowie die Digitalisierungs- und Automatisierungsaktivitäten.

Zudem will der Konzern sein chinesisches Geschäft noch stärker ausbauen. China ist laut BASF mit einem Anteil von mehr als 40 Prozent am Weltmarkt der größte Chemiemarkt. „Bis 2030 wird der Anteil Chinas auf knapp 50 Prozent wachsen, und wir wollen daran partizipieren“, sagte Brudermüller. Dazu beisteuern soll der neue Verbundstandort in Zhanjiang in der Provinz ­Guangdong sowie zusätzlich der Ausbau des Standorts Nanjing.

Kommentar: Wolken am Horizont

Kaum ziehen am deutschen Konjunkturhimmel ­erste kleine Wolken auf, kaum trübt sich die Per­spektive auf manchen globalen Märkten ein, schon greifen die ersten Konzerne zum Rotstift.

Die Anteilseigner dürfte es freuen, wenn Konzern­lenker – wie nun bei BASF – vorsorglich Sparprogramme auflegen, um mit einer geringeren Kostenlast in eine künftig mögliche Absatzflaute zu steuern. Für die Arbeitnehmer ist diese ­Tendenz beunruhigend.

Kein Wunder also, dass einige Arbeitsmarkt-Experten für 2019 in Deutschland wieder steigende Erwerbslosenzahlen erwarten. Es gibt in einigen Indus­triespa rten einen extremen Facharbeitermangel. In manchen Handwerks­berufen wird händeringend nach Nachwuchs gesucht. In der Pflege gibt es Tausende offene Stellen. Dennoch: Die Lage am Arbeitsmarkt trübt sich ein.

Von Jürgen Stilling

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