Gescheiterter Zusammenschluss
Experte sieht Chancen für Deutsche Bank nach Fusions-Aus

Frankfurt/Main (dpa) - Nach den geplatzten Fusionsgesprächen von Deutscher Bank und Commerzbank sieht Bankenexperte Jan Pieter Krahnen Chancen für eine Neuordnung der europäischen Bankenlandschaft.

Samstag, 27.04.2019, 10:32 Uhr aktualisiert: 27.04.2019, 10:42 Uhr
Wolken ziehen über der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt hinweg.
Wolken ziehen über der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt hinweg. Foto: Arne Dedert

«Die Idee eines nationalen Champions ist endgültig zu Grabe getragen. Der Weg ist jetzt frei für kreative und zukunftsfähige Lösung, insbesondere für die Deutsche Bank », sagte der Professor für Kreditwirtschaft und Finanzierung an der Goethe-Universität Frankfurt der Deutschen Presse-Agentur.

«Es könnte sinnvoll sein, leistungsfähige Sparten der Deutschen Bank mit den entsprechenden Geschäftsbereichen europäischer Wettbewerber zusammenzulegen.» Als Beispiele nannte Krahnen die Fondstochter DWS und das Investmentbanking.

Deutsche Bank-Chef Christian Sewing steht einem Zusammengehen der DWS mit einem Konkurrenten offen gegenüber. Die Deutsche Bank wolle an der erwarteten Konsolidierung unter den Vermögensverwaltern teilnehmen, hatte der Manager Ende der Woche gesagt. Seit geraumer Zeit grassieren Gerüchte, wonach das Institut die Tochter DWS mit einem Rivalen verschmelzen könnte. Insidern zufolge ist dabei neben Europas größtem Fondsanbieter Amundi vor allem die Schweizer Großbank UBS im Rennen. Die Beteiligten wollten diese Überlegungen bisher nicht kommentieren.

Deutsche Bank und Commerzbank hatten ihre Fusionsgespräche am Donnerstag nach knapp sechs Wochen abgebrochen. Die Commerzbank könnte nach Einschätzung Krahnens als Ganzes für Wettbewerber interessant sein - «vorausgesetzt die Aufstellung des Instituts wird radikal verändert, verbunden mit Stellenabbau». An einem Abbau von Arbeitsplätzen bei beiden Häuser wird aus seiner Sicht auch ohne eine Fusion kein Weg vorbeiführen. «Allein schon wegen des technologischen Wandels steht das Thema auf der Tagesordnung», sagte Krahnen, der Direktor des Forschungszentrums SAFE an der Goethe-Universität ist.

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