Übernahme durch PSA-Konzern
Lieber Abfindung als Wechsel: 1340 Arbeiter verlassen Opel

Der Wechsel zu einem französischen Dienstleister ist für die meisten Opel-Ingenieure offenbar immer noch extrem unattraktiv. Vor die Wahl gestellt, nehmen viele lieber Abfindungen.

Mittwoch, 22.05.2019, 16:13 Uhr aktualisiert: 22.05.2019, 16:16 Uhr
Opel-Autos stehen vor dem Opelwerk in Eisenach.
Opel-Autos stehen vor dem Opelwerk in Eisenach. Foto: Martin Schutt

Rüsselsheim (dpa) - Die geplante Auslagerung von 2000 Opel- Arbeitsplätzen an den Dienstleister Segula wollen viele Beschäftigte nicht mitmachen.

Insgesamt haben sich 1340 Mitarbeiter des Entwicklungszentrums in Rüsselsheim entschieden, das Unternehmen freiwillig zu verlassen, wie Unternehmen und Betriebsrat mitteilten.

Die gezielt angesprochenen Ingenieure und Facharbeiter nehmen Abfindungen, Altersteilzeit oder Vorruhestand in Anspruch, wie es im März mit dem Betriebsrat vereinbart worden war. Zuerst hatte die «Wirtschaftswoche» berichtet. Bereits im vergangenen Jahr hatte Opel nach der Übernahme durch den PSA-Konzern in seinen deutschen Werken 3700 Mitarbeiter mit Geld zum Gehen bewegt. Damit sinkt die Zahl der Beschäftigten bei dem Autobauer perspektivisch auf etwa 14 000.

Zusätzlich haben sich 140 Beschäftigte bereit erklärt, zu Segula zu wechseln, so dass nun noch rund 550 Mitarbeiter für den geplanten Betriebsübergang zu Segula ausgewählt werden, wie Opel mitteilte. Für diese Beschäftigten besteht nun keine Möglichkeit des finanziellen Ausgleichs mehr. Mit der Partnerschaft zu Segula sichere man langfristig hoch qualifizierte Arbeitsplätze am Standort, erklärte ein Unternehmenssprecher.

Die IG Metall im Betriebsrat wertete das Ergebnis als klares Votum der Belegschaft gegen einen Teilverkauf des Zentrums mit zuletzt rund 6400 Beschäftigten an Segula. Zudem sei der Personalüberhang mit den 1340 Austritten komplett abgebaut, hieß es in einem Flugblatt. Im Sinne des Betriebsfriedens müssten die Verkaufsverhandlungen mit Segula daher sofort gestoppt werden.

Diese Forderung wies der Opel-Sprecher umgehend zurück und verwies auf die im März getroffenen Vereinbarungen. «Die Zahl von rund 2000 in Frage kommenden Stellen wurde in der Einigungsstelle ebenso fest vereinbart wie das dreistufige Vorgehen. Das Unternehmen hält sich an den Fahrplan der Einigungsstelle, und wir erwarten dies auch vom Betriebsrat».

Die beteiligten Unternehmen planen somit weiter mit dem Betriebsübergang. Segula sieht sich gut aufgestellt, den Betrieb Anfang August mit rund 1000 Mitarbeitern aufzunehmen. Bislang lägen 380 Bewerbungen aus den Reihen der Opel-Beschäftigten sowie 691 von externen Arbeitskräften vor, hatte der Dienstleister am Dienstag berichtet.

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