Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Münster
Keine Spur von Flaute

Münster -

Seit Jahren wächst das Handwerk. Die Stimmung ist so gut wie nie. Auch der bevorstehende allgemeine Konjunkturabschwung trübt die positiven Erwartungen der Betriebe im Münsterland nicht.

Freitag, 24.05.2019, 14:04 Uhr aktualisiert: 24.05.2019, 14:25 Uhr
Im Bauhandwerk brummt das Geschäft zurzeit besonders,
Im Bauhandwerk brummt das Geschäft zurzeit besonders, Foto: Colourbox

Alle reden vom Konjunkturabschwung, nur das Handwerk nicht. „Noch in keinem Frühjahr seit 1977 ging es den Betrieben in unserem Bezirk so gut wie in diesem Jahr“, berichtete Hand Hund, Präsident der Handwerkskammer Münster, am Freitag bei der Vorstellung der Ergebnisse der jüngsten Konjunkturumfrage. Zum Kammerbereich zählen das Münsterland und die Emscher-Lippe-Region.

60 Prozent der Handwerksunternehmer beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage aktuell mit „gut“. Im Münsterland gaben sogar 63 Prozent der Befragten eine solch positive Antwort. „Das Handwerk arbeitet unter Volldampf“, resümierte Hund. Innerhalb des Münsterlandes hebt sich vor allem der Kreis Coesfeld ab, wo knapp 71 Prozent der Betriebe das Votum „gut“ abgaben. Im Kreis Borken als Schlusslicht lag dieser Wert bei lediglich 59,3 Prozent.

Bei der Zukunftserwartung liegt der Kreis Borken hingegen vorn. Nicht ein einziger Betrieb rechnet dort in den kommenden sechs Monaten mit einer Verschlechterung der Geschäfte. In Münster herrscht mit einer Quote von fast zwölf Prozent die größte Zukunftsangst. Während dieser Wert im gesamten Kammerbezirk bei 4,7 Prozent liegt, sind es im Münsterland 4,8 Prozent.

Als Folge der hohen Nachfrage im Handwerk reichen die Aufträge der Betriebe durchschnittlich für nahezu neuneinhalb Wochen. Entsprechend lange warten die Kunden auf ihren Handwerker. „Die Verbraucher müssen vor allem bei Aufträgen an das Bau- und Ausbauhandwerk langfristiger planen“, räumte der Kammerpräsident ein. „Das gilt aber nicht in allen Gewerken.“ Hund betonte, aber, dass die Handwerker bei notwendigen Reparaturen aber meist schneller bereit stünden. „Da spielt dann die Kundenbindung auch eine große Rolle“, weiß Hund.

Auswirkungen der sich abzeichnenden allgemeinen Konjunkturflaute auf das Handwerk, erwartet der Kammerpräsident kurzfristig nicht. „Der Boom hält sicher noch mindestens zwei Jahre an.“

Im Kampf um qualifizierte Arbeitskräfte sieht Hund einen wachsenden Wettbewerb mit der Industrie. Das gelte besonders in der Emscher-Lippe-Region und in manchen Handwerkssparten, zum Beispiel bei den Anbietern für den gewerblichen Bedarf.

Mit Blick auf die Wahl zum Europaparlament betonte der Hauptgeschäftsführer der Kammer, Thomas Banasiewicz: „Handwerker sind überzeugte Europäer.“ Das habe eine Blitzumfrage unter 111 Handwerksunternehmen ergeben. 84 Prozent der Befragten hätten sich als EU-Befürwortet bezeichnet. da seien mehr als die 81 Prozent im Bevölkerungsdurchschnitt, so Banasiewicz. Verbesserungsbedarf werde allerdings von viele Handwerkern noch bei der EU-Politik gegenüber kleinen und mittleren Unternehmen gesehen.

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