Umfrage des Bundesverbandes deutscher Banken
Wenige denken ans Alter

Berlin -

Knapp jeder vierte Erwachsene in Deutschland hat sich noch keine ernsthaften Gedanken über seine Altersvorsorge gemacht. Das geht aus einer Umfrage für den Bundesverband deutscher Banken hervor.

Sonntag, 25.08.2019, 17:59 Uhr aktualisiert: 25.08.2019, 18:03 Uhr
Umfrage des Bundesverbandes deutscher Banken: Wenige denken ans Alter
Foto: Sebastian Kahnert/zb/dpa

Im Jahr 2014 hatte noch knapp jeder Fünfte angeben, sich bislang nicht oder eher nicht damit beschäftigt zu haben, wie er seinen Lebensunterhalt im Alter sichert. Der Anteil derer, die dem Thema volle Aufmerksamkeit widmen, ist auf unter die Hälfte gesunken. 2014 waren es noch 56 bei den Frauen und 61 Prozent bei den Männern gewesen.

Die repräsentative Umfrage, deren Ergebnisse am Wochenende bekannt wurden, ging Unterschieden zwischen Frauen und Männern beim Thema Geld nach. Frauen nehmen sich demnach ebenso regelmäßig Zeit für ihre Finanzplanung wie Männer. Frauen stünden Männern in Sachen Selbstvertrauen beim Umgang mit Geld in nichts mehr nach, hieß es.

Aber sie sparen weniger: Jeder dritte Mann legt monatlich mehr als 200 €  zurück – bei Frauen ist es nur jede Fünfte. „Ob Frauen anders sparen als Männer, lässt sich insofern bejahen, als dass sie deutlich weniger sparen (können)“, hieß es zur Erklärung. Sie seien noch immer in geringerem Maße berufstätig als Männer, arbeiteten häufiger Teilzeit und in schlechter bezahlten Berufen.

Frauen sehen sich als besser abgesichert für das Alter an als Männer. 70 Prozent halten sich für gut oder sehr gut abgesichert, was der Verband für überraschend optimistisch hält. Bei den Männern sind es 64 Prozent. Frauen interessierten sich aber weiterhin weniger für Wirtschafts- und Finanzthemen als Männer, so der Bankenverband.

Ursache für die sinkende Möglichkeit fürs Alter vorzusorgen, ist auch die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Darüber hatte sich in der vergangenen Woche bereits der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, Helmut Schleweis, empört. Er wandte sich öffentlich direkt an EZB-Präsident Mario Draghi: „Was Sie machen, ist falsch“, so Schleweis. Mehr Geld auf den Markt zu „schmeißen“ und Zinsen abzuschaffen, würde schrittweise Europa, Deutschland und das Leben von Millionen von Menschen verändern. „Nicht zum Guten, sondern langfristig zum Schlechten.“ Denn man müsse bei der EZB Geld bezahlen, um dort Geld anzulegen. „Damit stellen Sie die Regeln der Wirtschaft auf den Kopf“, beklagt sich Schleweis.

Eine Vorsorge fürs Alter werde somit extrem erschwert. Laut Schleweis „flüchten“ Menschen sich in Immobilieninvestitionen und treiben somit Immobilienpreise sowie Mieten nach oben.

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