Konjunkturumfrage der IHK Nord Westfalen
Die Industrie macht Sorgen

Münsterland -

Die Wirtschaft schwächelt in Deutschland. Kein Wunder also, dass auch das Münsterland und die Emscher-Lippe-Region, also der Bezirk der IHK Nord Westfalen, nicht verschont bleibt.

Mittwoch, 02.10.2019, 17:14 Uhr aktualisiert: 02.10.2019, 18:44 Uhr
Konjunkturumfrage der IHK Nord Westfalen: Die Industrie macht Sorgen
In der Bauwirtschaft ist von der konjunkturellen Eintrübung bislang nur wenig zu spüren. (Archivbild) Foto: dpa

Die Stimmung ist trüb, denn im Münsterland und der Emscher-Lippe-Region wachsen die Konjunkturrisiken. Nach wie vor sei der Fachkräftemangel aus Sicht der Betriebe die stärkste Bedrohung. Doch auch die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen machten den Unternehmen immer größere Sorgen, berichtete der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen, Dr. Fritz Jaeckel , am Mittwoch aus den Ergebnissen der jüngsten Konjunkturumfrage seiner Kammer.

Als größtes dieser Risiken sehen die Firmen Trumps politische Kapriolen. Über 45 Prozent der Befragten nennen aber auch den Brexit als Konjunkturgefahr. „Schon jetzt ist Großbritannien für die Unternehmen in NRW nur das siebtwichtigste Exportland“, betonte Jaeckel. 2015 habe das Land noch auf Rang drei gelegen.

Aktuell hält sich die wirtschaftliche Lage im IHK-Bezirk auf vergleichsweise hohem Niveau. Ganz anders die Erwartungen der Unternehmen: Die haben sich massiv eingetrübt. Folge: Der IHK-Konjunkturindikator, der sich aus aktueller Situation und Zukunftsperspektive zusammensetzt, ist von 123 auf lediglich noch 109 abgestürzt. Er liegt damit zehn Punkte unter dem langjährigen Mittelwert.

na_IHK2019

Besonders die Lage der Industrie macht dem Hauptgeschäftsführer große Sorgen. „Hier ist das starke Polster im Auftragsbestand zuletzt immer dünner geworden“, berichtete Jäckel. „Die Indus­trie droht, in eine ausgeprägte Schwächephase zu geraten.“ Und er sieht „eine Ansteckungsgefahr“ für die anderen Wirtschaftsbereiche. Derzeit profitiere nämlich die Bauwirtschaft ebenso wie der Einzelhandel von der anhaltenden Konsumfreude der Menschen. Jaeckels Prognose bleibt hier sogar positiv: „Für den Einzelhandel könnte ein weiteres Wachstumsjahr herauskommen.“

Auch ein Grund dafür, warum der IHK-Hautgeschäftsführer für Deutschland und die Region auch 2020 noch keine Rezession erwartet, eher ein Wachstum um bescheidene 0,5 Prozent. Deshalb rechnet Jaeckel im Münsterland und der Emscher-Lippe-Region selbst für 2020 noch mit einem weiteren Beschäftigungsaufbau um 0,8 Prozent. Für das laufende Jahr geht er sogar von einem Anstieg der Zahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter um 2,2 Prozent aus. Damit hält der seit dem Jahr 2005 ununterbrochene Zuwachs der Beschäftigtenzahl weiter an.

Mit der im Klimapaket der Bundesregierung avisierten CO-Bepreisung von zunächst nur zehn Euro je Tonne, zeigte sich Jaeckel einverstanden. „Die Unternehmen müssen die Chance haben, in die CO-Minderung zu investieren“, sagte der IHK-Hauptgeschäftsführer. Die Technologie-Umrüstung brauche eine gewisse Zeit. Jaeckel forderte, Investitionen in den Klimaschutz mit Steuervorteilen zu belohnen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6974561?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F197%2F200%2F
Nachrichten-Ticker